FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Auch Extremisten beider Lager ehrten Taras Schewtschenko

0 Kommentare

Am Sonntag wurde in Kiew der 194. Jahrestag des Geburtstages von Taras Schewtschenko begangen. Die Hauptfeierlichkeiten fanden bei Denkmal des Poeten gegenüber der Kiewer Staatsuniversität statt. Die dort versammelten Vertreter von nationalistischen Parteien und Bewegungen interpretierten seine Werke in Bezug auf die aktuelle politische Situation und kritisierten gleichfalls die polititschen Opponenten und den Präsidenten Wiktor Juschtschenko.

Als erste, gegen 8 Uhr, kamen die Vertreter der Progressiv-Sozialistischen Partei der Ukraine (PSPU) am Denkmal Taras Schewtschenkos an. Im letzten Jahr ließen die Aktivisten der rechten Parteien die Vertreter von PSPU und KPU nicht zum Denkmal und die Feierlichkeiten endeten mit Massenschlägereien (”Kommersant-Ukraine“ vom 12. März 2007). Daher zogen Natalja Witrenko und ihre Parteigenossen es in diesem Jahr vor die Blumen eher abzulegen, als die Nationalisten. Die Vertreter der KPU kamen so oder so nicht zum Denkmal.

Gegen 9:00 Uhr erschienen Wiktor Juschtschenko und die Premierministerin Julia Timoschenko in Begleitung von Ministern, Abgeordneten und Vertretern des Kiewer Stadtrates. Blumen niederlegend, fuhr der Präsident in die Heimat des Poeten, in das Dorf Morinzy. Nach seiner Abreise besetzten das Gebiet vor dem Denkmal Aktivisten nationalistischer Parteien und Bewegungen. Im Unterschied zum letzten Jahr war das diesjährige Meeting nur schwach besucht. Das Denkmal Taras Schewtschenkos besuchten nur etwa 200 Menschen: Mitglieder der Ukrainischen Nationalpartei (UNP), der Ukrainischen Nationalversammlung – Nationale Selbstverteidigung (UNA-UNSO), der Allukrainischen Vereinigung “Swoboda” und des Kongresses der Ukrainischen Nationalisten. Es versammelten sich ebenfalls einfach Kiewer – hauptsächlich ältere Leute, gekleidet mit bestickten Sachen. Sie sangen Volkslieder und diskutierten erhitzt die politische Situation im Land.

“Solange wir nicht in die Werchowna Rada gehen und diese nicht bis auf die Steine auseinandernehmen, wird nichts. Diese trennt uns. An der Macht sind nur Diebe und Juden!”, überzeugte mit der Intonation von Wladimir Shirinowskij/Schirinowski seinen Gesprächspartner einer der Anwesenden.

“Russland wird bald unser Gouvernement”, hallte es von einem anderen Gespräch herüber.

Ungefähr auch darüber redeten die Auftretenden. Alle begannen mit der Erinnerung an die Ideen Taras Schewtschenks in Bezug auf die Unabhängigkeit der Ukraine und gingen dann zur Diskussion der politischen Probleme über. So, redete die Direktorin des Institutes für Linguistik, Folkloristik und Ethnologie der Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Anna Skrypnik, lange und exaltiert über die Erscheinung des Separatismus in Sewerodonezk und Sakarpatija. Den Worten Anna Skrypniks nach, versuchen einige politische Kräfte in der Sakarpatija die Spaltung der Ukraine zu erreichen (insbesondere wurde davon geredet Straßen umzubenennen und ukrainische Schulen zu schließen). dabei in die Hände Ungarns spielend.

“Die Gefahr des Separatismus geht vom Osten und vom Westen aus. Wir müssen die staatliche Integrität wahren! Die ukrainische Erde gehört dem ukrainischen Volk!”, fasste Skrypnik zusammen.

“Dem Volk, die Macht!”, unterstützte man sie in der Menge.

Der nach ihr auftretende Leiter der Gesellschaft “Proswita”, Pawlo Mowtschan, zug es vor über die Isoliertheit der Regierung vom Volke zu reden.

“Wenn bei uns der Präsident vom Volk ist, dann sollte es nicht so sein, dass das Volk auf der einen und der Präsident auf der anderen Seite ist. Wir wurden in der Tat ‘Menschen die nicht auf ihrer Erde sind’”, zitierte Mowtschan Taras Schewtschenko.

Der Leiter der Kiewer Abteilung von UNA-UNSO, Igor Masur, in Fortsetzung des Themas erinnerte an die kürzlichen Worte Wladimir Putins, dass Dmitrij Medewedjew genauso ein russischer Nationalist ist, wie er selbst.

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

“Der russische Präsident schämt sich nicht sich selbst einen Nationalisten zu nennen. Und wir sollten unserem Präsidenten vor den Wahlen die Frage stellen: Ist er ein Nationalist oder ein Liberaler?”, erklärte Masur drohend. Danach forderte er die Kränze, die von den Vertretern der PSPU niedergelegt wurden, in den Müll zu werfen, was sofort von den Aktivisten der UNA-UNSO erledigt wurde. “Diese Leute haben sich das Recht hier Blumen niederzulegen nicht verdient. Lass sie diese zu ihrem Lenin bringen und sie können ihn auch an unterschiedlichen Stellen küssen.”, schlug Masur vor, dabei stürmischen Beifall hervorrufend mit dem das Meeting sein Ende fand.

Ljubow Borschtschewskaja

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 672

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)18 °C  Ushhorod19 °C  
Lwiw (Lemberg)16 °C  Iwano-Frankiwsk18 °C  
Rachiw15 °C  Jassinja15 °C  
Ternopil16 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)18 °C  
Luzk16 °C  Riwne16 °C  
Chmelnyzkyj17 °C  Winnyzja15 °C  
Schytomyr18 °C  Tschernihiw (Tschernigow)18 °C  
Tscherkassy20 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)16 °C  
Poltawa21 °C  Sumy20 °C  
Odessa22 °C  Mykolajiw (Nikolajew)25 °C  
Cherson27 °C  Charkiw (Charkow)23 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)24 °C  Saporischschja (Saporoschje)26 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)25 °C  Donezk25 °C  
Luhansk (Lugansk)26 °C  Simferopol27 °C  
Sewastopol29 °C  Jalta26 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“