FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Freihandelsabkommen mit der EU wird wohl erst nächstes Jahr unterzeichnet

0 Kommentare

Die Verhandlungen über eine Freihandelszone zwischen der Ukraine und der Europäischen Union werden im laufenden Jahr nicht abgeschlossen, wie es früher geplant war, sondern ziehen sich, nach vorläufigen Prognosen, bis Ende 2010. Gestern gab Wiktor Juschtschenko dies zu. Er wandte sich offiziell an die Europäische Union mit der Bitte das Assoziierungsabkommen bereits im Dezember 2009 zu unterschreiben, den Abschluss der Verhandlungen zur Freihandelszone nicht abwartend. Bei der Europäischen Union bewertet man diese Perspektive skeptisch.

Über die Veränderungen im Verhandlungsprozess zwischen der Ukraine und der Europäischen Union in der Frage der Gründung einer Freihandelszone informierte Präsident Wiktor Juschtschenko im Verlaufe der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten Österreichs, Heinz Fischer, der gestern in der Ukraine zu einem offiziellen Besuch eintraf. Seinen Worten nach, wurde auf dem Treffen mit dem österreichischen Kollegen die Frage der Eurointegration Kiews diskutiert, darunter der Verlauf der Verhandlungen zur Freihandelszone.

Bleibt anzumerken, dass der Präsident vorher mehrfach versprach, dass diese Verhandlungen im Jahr 2009 abgeschlossen werden. “Innerhalb von etwa fünf Monaten unterschreibt die Ukraine ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union”, bekräftigte dies das Staatsoberhaupt in einem Interview mit dem “Kommersant-Ukraine“ (Ausgabe vom 15. April). Gestern erklärte Wiktor Juschtschenko, dass man im Dezember sich lediglich “der Unterzeichnung dieses Abkommens näher”. Wie der “Kommersant-Ukraine“ (Ausgabe vom 2. Juli) mitteilte, redete man bereits vor bei der Europäischen Kommission von Problemen im Verhandlungsprozess zur Freihandelszone – am 1. Juli hob der Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in der Ukraine Jose Manuel Pintu Teisheira hervor, dass sich die Verhandlungen hinziehen und wahrscheinlich nicht bis zum Gipfel abgeschlossen werden.

“Offensichtlich gibt es Probleme beim Thema der Freihandelszone”, gab Juschtschenko gestern zu, auf Bitte des “Kommersant-Ukraine“ die Worte des Leiters der Vertretung der Europäischen Kommission kommentierend. “Ich kann derzeit nicht bestätigen, dass das Abkommen zur Freihandelszone gleichzeitig mit dem Assoziierungsabkommen zur Unterzeichnung vorbereitet wird”.

Erinnern wir daran, dass der Vertrag über die Einrichtung einer Freihandelszone ein Bestandteil des Gesamtabkommens über die Assoziation zwischen der Ukraine und der EU ist. Das bedeutet, dass bis zum Abschluss der Verhandlungen zum ökonomischen Teil Kiew und Brüssel auch den politischen Teil nicht unterschreiben können.

Gestern erzählte das Staatsoberhaupt von der neuen Verhandlungstaktik Kiews. Bis Oktober ist geplant, die Vorbereitungen für ein “Übergangsdokument zur Freihandelszone” (dessen Inhalt ist bislang nicht abgestimmt) und die Verhandlungen zur Freihandelszone in einen gesonderten Verhandlungsprozess zu packen. Das erlaubt es, der Meinung von Juschtschenko nach, auf dem Dezembergipfel das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der EU ohne ökonomische Bestandteile zu unterzeichnen. Die Verhandlungen zur Bildung einer Freihandelszone werden, den Einschätzungen von Wiktor Juschtschenko nach, Ende 2010 abgeschlossen: “Offensichtlich geht die Rede von 9-12 Monaten, die (nach dem Gipfel) benötigt werden, um die Vorbereitung des Dokumentes abzuschließen”.

Derweil betonte Pintu Teisheira, dass das Mandat der Europäischen Kommission für Verhandlungen mit der Ukraine eine deutliche Forderung enthält: der politische Teil des Abkommens soll nur gleichzeitig mit dem ökonomischen unterzeichnet werden. “Der ökonomische Teil ist der Schlüsselteil im Assoziierungsabkommen. Die Europäische Union hat immer gesagt, dass es keinen Sinn macht ein Assoziierungsabkommen ohne Einigung über eine Freihandelszone zu unterzeichnen”, sagte vor dem “Kommersant-Ukraine“ der Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in der Ukraine.

Beim Präsidialamt hofft man die Position Brüssels zu verändern. Gestern teilte Wiktor Juschtschenko dem “Kommersant-Ukraine“ mit, dass er sich offiziell an das der EU vorsitzende Schweden mit der Bitte gewandt hat, eine Änderung in das Mandat der Europäischen Kommisssion einzubringen, welches es erlaubt die Idee Kiews zu realisieren.

“Ich habe dem Premierminister Schwedens vorgeschlagen einen Fünfmonatsplan auszuarbeiten, der es uns erlaubt zur Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens zu kommen”, sagte der Präsident.

Bei der Europäischen Kommission bewertet man die Möglichkeit, dass der Bitte der Ukraine nachgekommen wird, skeptisch. Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“ erinnern daran, dass Kiew im letzten Jahr bereits ein Trennung des Freihandelsabkommens vom Assoziierungsvertrag vorgeschlagen hatte, doch die EU dies verweigerte (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 27. Juni 2008). Außerdem betonen die Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“, dass Kiew viel zu wenig Zeit bliebt, um die EU von der Eintragung der Korrekturen in das Verhandlungsmandat zu überzeugen. “Wenn sich etwas ändert, dann geschieht das in den nächsten Wochen, sonst sind fast alle von der Europäischen Kommission bis September im Urlaub”, erklärte einer der Gesprächspartner der Zeitung.

Sergej Sidorenko

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 737

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)17 °C  Ushhorod16 °C  
Lwiw (Lemberg)14 °C  Iwano-Frankiwsk16 °C  
Rachiw12 °C  Jassinja13 °C  
Ternopil15 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)17 °C  
Luzk15 °C  Riwne14 °C  
Chmelnyzkyj16 °C  Winnyzja17 °C  
Schytomyr15 °C  Tschernihiw (Tschernigow)14 °C  
Tscherkassy15 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)17 °C  
Poltawa15 °C  Sumy14 °C  
Odessa18 °C  Mykolajiw (Nikolajew)17 °C  
Cherson18 °C  Charkiw (Charkow)14 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)16 °C  Saporischschja (Saporoschje)15 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)15 °C  Donezk15 °C  
Luhansk (Lugansk)16 °C  Simferopol20 °C  
Sewastopol18 °C  Jalta18 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“

„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


“

„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


“

„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


“

„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“