„Gasprom“ stellt der Ukraine Hilfe bei der Erschließung der Erdöl- und Erdgasvorkommen im Schwarzmeerschelf in Aussicht. Gestern informierte das Unternehmen über die Aktivierung der Gespräche mit „Naftogas“ bei der Untersuchung des Palace-Vorkommens, dessen Vorräte auf 120,7 Mrd. Kubikmeter Erdgas geschätzt werden. „Gasprom“ verfügt über die notwendige Erfahrung und die nötigen Mittel für die Realisierung des Projektes. Doch Experten sind erstaunt darüber, dass der Monopolist der Ukraine faktisch Hilfe bei der Diversifizierung der Gaslieferungen anbietet, was zur Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas führt.
Bei der russischen „Gasprom“ wurde gestern mitgeteilt, dass man mit der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“ eine Aktivierung der Zusammenarbeit beim Palace-Feld im Schwarzmeerschelf vereinbart hat. Die Vereinbarung wurde auf dem Treffen der Vertreter des Unternehmens in Moskau am 18. Januar erzielt. Im Februar trifft eine Delegation von „Gasprom“ in Kiew für das Studium der geologisch-technischen und finanziell-rechtlichen Dokumentation ein. Nächster Schritt soll die Gründung eines Joint-Ventures für die Realisierung des Projekts sein.
Ein Informant des “Kommersant-Ukraine” beim russischen Unternehmen bestätigt, dass „Gasprom“ darauf eingestellt ist, das Abkommen über die Erschließung der Lagerstätte in den nächsten Monaten zu unterzeichnen. Der russische Monopolist hat sogar ein Programm zur Erschließung der Kohlenwasserstoffressourcen im Schwarzmeerschelf bis 2030 verabschiedet. „Diesem entsprechend, wird das Palace-Feld als perspektivreichstes Objekt im Schelf angesehen“, teilte man bei „Gasprom“ mit. Die insgesamt förderbaren Ressourcen in diesem Objekt könnten 12,2 Mio. t Erdöl und 120,7 Mrd. Kubikmeter Erdgas ausmachen. Zu diesen Einschätzungen kam man bei „Naftogas“ nach der Durchführung von seismischen Erkundungsarbeiten in dem Gebiet.
Das Palace-Feld liegt im nordöstlichen Teil des Schwarzen Meeres an der Grenze der Ukraine zu Russland. Die gemeinsame Ausbeutung hatte der Minister für Energiewirtschaft und Kohleindustrie, Jurij Bojko, „Gasprom“ bereits im August 2010 angeboten. Ein Kooperationsabkommen zwischen der NAK und dem russischen Monopolisten wurde im Dezember des gleichen Jahres unterzeichnet. Dann sollten beide Seiten ein Joint-Venture gründen, doch bislang wurde nichts getan.
Das Angebot „Gasproms“ wird beim ukrainischen Energieministerium als attraktiv angesehen, erzählte man dem “Kommersant-Ukraine” bei der Behörde. „‘Gasprom’ hat Erfahrung bei der Erschließung des Schelfs von Sachalin und in der Barentssee. Und die Hauptsache ist, dass das Unternehmen über die notwendigen Mittel verfügt“, teilte der Gesprächspartner dem “Kommersant-Ukraine” mit. Seinen Worten nach sollen die Investitionen in die Erschließung der Lagerstätte und die Umgestaltung der Infrastruktur bei 1,5-2 Mrd. $ liegen. Im Joint-Venture werden, wie der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine” behauptet, mehr als 50% der Aktien „Naftogas“ gehören., was gemäß der existierenden Gesetzgebung dazu verpflichtet, das gesamte Gas auf dem Binnenmarkt zu verkaufen. „Derart wird das Joint-Venture für die Energiesicherheit des Landes arbeiten“, betont er.
Bei „Naftogas“ hat man im Unterschied zu „Gasprom“ derzeit einfach keine Mittel für die Erschließung des Palace-Feldes, sagt das Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, Alexander Gudyma. Er erinnert daran, dass dem Unternehmen derzeit die Mittel für die Begleichung der Rechnungen für geliefertes Gas bei „Gasprom“ nicht reichen. Buchstäblich gestern hat der Monopolist im „Boten staatlicher Einkäufe“ mitgeteilt, dass er am 18. und 19. Januar Abkommen über den Verkauf und anschließenden Rückkauf von Staatlichen Binnenanleihen in einer Gesamthöhe von 2,3 Mrd. Hrywnja (ca. 230 Mio. €) abgeschlossen hat. Alle Verkäufe fanden in einer konkurrenzlosen Prozedur mit nur einem Käufer statt, was sich mit dem „Defizit an Umlaufmitteln bei ‘Naftogas’, aufgrund des unbefriedigenden Zustands bei den Abrechnungen der Verbraucher und der Notwendigkeit Mittel für die Rechnungsbegleichung bei ‘Gasprom’ anzusparen, begründet“, heißt es in der Mitteilung.
Experten sind übrigens erstaunt über das Angebot von „Gasprom“. Wie der Direktor des Instituts für Energieforschungen, Dmitrij Marunitsch, feststellt, ist der russische Monopolist wahrscheinlich eher an der Verzögerung der Erschließung des Palace-Feldes interessiert, als an den Investitionen in der Erschließung. „Von der Sache her könnte die Ukraine über diese eine Lagerstätte für vier Jahre vollständig auf den Import russischen Gases verzichten. In Russland begreift man das und zu erwarten, dass ‘Gasprom’ mit seinen eigenen Händen eine Alternative für den eigenen Brennstoff schafft, ist einfach naiv“, meint er. Sergej Paschinskij, Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, schließt nicht aus, dass das Ziel von „Gasprom“ im Recht zur Erschließung der eigenen Lagerstätten im Schwarzmeerschelf liegt und befürchtet, dass der Monopolist unter dem Anschein der Beteiligung die Arbeiten verzögern wird. „Richtiger wäre es die Lagerstätte selbstständig zu erschließen“, fügte Paschinskij hinzu.
Oleg Gawrisch, Dmtrij Belikow
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“
Frank in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Kein Zoll. Du musst an sich nur sagen dass das privat ist und du nicht damit handeln willst. So lange das nicht Originalverpackt ist und ersichlich das nicht neu sollte es keine Probleme geben“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Anfrage. Ich möchte 4 Umzugskartons mit gebrauchter Straßen Kleidung bei der Einreise in die Ukraine mitnehmen. Es ist gebrauchte Kleidung...“
lev in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Wir sind mit unserem Wohnmobil, wie geplant am Montag 15.6. in Krakovets rüber. Sehr zeitig los gegen 5 Uhr in der Früh. Mit sehr sehr wenig Verkehr, super bis zur Grenze. Nur 8 PKW vor der Schranke....“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Gestern 6 Stunden warten vor der Grenze Richtung Polen in Krakowez mit dem Kleinbus. Abfertigung ging dann schnell da auch Passagiere mit EU-Pass dabei waren“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bin am Montag 15.6.26 um 8 Uhr in Urgyniw ausgereist, das erste Mal an einem Montagmorgen ca. 15 Fahrzeuge vor mir, bin sonst der Erste oder Zweite, egal, nach ca 20 Minuten wurde dann die nächste Welle...“