FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

"Gasprom" möchte sich an der Erschließung von Gasvorkommen im ukrainischen Schwarzmeerschelf beteiligen

0 Kommentare

„Gasprom“ stellt der Ukraine Hilfe bei der Erschließung der Erdöl- und Erdgasvorkommen im Schwarzmeerschelf in Aussicht. Gestern informierte das Unternehmen über die Aktivierung der Gespräche mit „Naftogas“ bei der Untersuchung des Palace-Vorkommens, dessen Vorräte auf 120,7 Mrd. Kubikmeter Erdgas geschätzt werden. „Gasprom“ verfügt über die notwendige Erfahrung und die nötigen Mittel für die Realisierung des Projektes. Doch Experten sind erstaunt darüber, dass der Monopolist der Ukraine faktisch Hilfe bei der Diversifizierung der Gaslieferungen anbietet, was zur Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas führt.

Bei der russischen „Gasprom“ wurde gestern mitgeteilt, dass man mit der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“ eine Aktivierung der Zusammenarbeit beim Palace-Feld im Schwarzmeerschelf vereinbart hat. Die Vereinbarung wurde auf dem Treffen der Vertreter des Unternehmens in Moskau am 18. Januar erzielt. Im Februar trifft eine Delegation von „Gasprom“ in Kiew für das Studium der geologisch-technischen und finanziell-rechtlichen Dokumentation ein. Nächster Schritt soll die Gründung eines Joint-Ventures für die Realisierung des Projekts sein.

Ein Informant des “Kommersant-Ukraine” beim russischen Unternehmen bestätigt, dass „Gasprom“ darauf eingestellt ist, das Abkommen über die Erschließung der Lagerstätte in den nächsten Monaten zu unterzeichnen. Der russische Monopolist hat sogar ein Programm zur Erschließung der Kohlenwasserstoffressourcen im Schwarzmeerschelf bis 2030 verabschiedet. „Diesem entsprechend, wird das Palace-Feld als perspektivreichstes Objekt im Schelf angesehen“, teilte man bei „Gasprom“ mit. Die insgesamt förderbaren Ressourcen in diesem Objekt könnten 12,2 Mio. t Erdöl und 120,7 Mrd. Kubikmeter Erdgas ausmachen. Zu diesen Einschätzungen kam man bei „Naftogas“ nach der Durchführung von seismischen Erkundungsarbeiten in dem Gebiet.

Das Palace-Feld liegt im nordöstlichen Teil des Schwarzen Meeres an der Grenze der Ukraine zu Russland. Die gemeinsame Ausbeutung hatte der Minister für Energiewirtschaft und Kohleindustrie, Jurij Bojko, „Gasprom“ bereits im August 2010 angeboten. Ein Kooperationsabkommen zwischen der NAK und dem russischen Monopolisten wurde im Dezember des gleichen Jahres unterzeichnet. Dann sollten beide Seiten ein Joint-Venture gründen, doch bislang wurde nichts getan.

Das Angebot „Gasproms“ wird beim ukrainischen Energieministerium als attraktiv angesehen, erzählte man dem “Kommersant-Ukraine” bei der Behörde. „‘Gasprom’ hat Erfahrung bei der Erschließung des Schelfs von Sachalin und in der Barentssee. Und die Hauptsache ist, dass das Unternehmen über die notwendigen Mittel verfügt“, teilte der Gesprächspartner dem “Kommersant-Ukraine” mit. Seinen Worten nach sollen die Investitionen in die Erschließung der Lagerstätte und die Umgestaltung der Infrastruktur bei 1,5-2 Mrd. $ liegen. Im Joint-Venture werden, wie der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine” behauptet, mehr als 50% der Aktien „Naftogas“ gehören., was gemäß der existierenden Gesetzgebung dazu verpflichtet, das gesamte Gas auf dem Binnenmarkt zu verkaufen. „Derart wird das Joint-Venture für die Energiesicherheit des Landes arbeiten“, betont er.

Bei „Naftogas“ hat man im Unterschied zu „Gasprom“ derzeit einfach keine Mittel für die Erschließung des Palace-Feldes, sagt das Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, Alexander Gudyma. Er erinnert daran, dass dem Unternehmen derzeit die Mittel für die Begleichung der Rechnungen für geliefertes Gas bei „Gasprom“ nicht reichen. Buchstäblich gestern hat der Monopolist im „Boten staatlicher Einkäufe“ mitgeteilt, dass er am 18. und 19. Januar Abkommen über den Verkauf und anschließenden Rückkauf von Staatlichen Binnenanleihen in einer Gesamthöhe von 2,3 Mrd. Hrywnja (ca. 230 Mio. €) abgeschlossen hat. Alle Verkäufe fanden in einer konkurrenzlosen Prozedur mit nur einem Käufer statt, was sich mit dem „Defizit an Umlaufmitteln bei ‘Naftogas’, aufgrund des unbefriedigenden Zustands bei den Abrechnungen der Verbraucher und der Notwendigkeit Mittel für die Rechnungsbegleichung bei ‘Gasprom’ anzusparen, begründet“, heißt es in der Mitteilung.

Experten sind übrigens erstaunt über das Angebot von „Gasprom“. Wie der Direktor des Instituts für Energieforschungen, Dmitrij Marunitsch, feststellt, ist der russische Monopolist wahrscheinlich eher an der Verzögerung der Erschließung des Palace-Feldes interessiert, als an den Investitionen in der Erschließung. „Von der Sache her könnte die Ukraine über diese eine Lagerstätte für vier Jahre vollständig auf den Import russischen Gases verzichten. In Russland begreift man das und zu erwarten, dass ‘Gasprom’ mit seinen eigenen Händen eine Alternative für den eigenen Brennstoff schafft, ist einfach naiv“, meint er. Sergej Paschinskij, Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, schließt nicht aus, dass das Ziel von „Gasprom“ im Recht zur Erschließung der eigenen Lagerstätten im Schwarzmeerschelf liegt und befürchtet, dass der Monopolist unter dem Anschein der Beteiligung die Arbeiten verzögern wird. „Richtiger wäre es die Lagerstätte selbstständig zu erschließen“, fügte Paschinskij hinzu.

Oleg Gawrisch, Dmtrij Belikow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 739

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)10 °C  Ushhorod13 °C  
Lwiw (Lemberg)11 °C  Iwano-Frankiwsk11 °C  
Rachiw9 °C  Jassinja9 °C  
Ternopil9 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)10 °C  
Luzk10 °C  Riwne9 °C  
Chmelnyzkyj9 °C  Winnyzja9 °C  
Schytomyr9 °C  Tschernihiw (Tschernigow)9 °C  
Tscherkassy9 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)10 °C  
Poltawa9 °C  Sumy8 °C  
Odessa11 °C  Mykolajiw (Nikolajew)12 °C  
Cherson12 °C  Charkiw (Charkow)8 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)11 °C  Saporischschja (Saporoschje)12 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)10 °C  Donezk11 °C  
Luhansk (Lugansk)11 °C  Simferopol9 °C  
Sewastopol10 °C  Jalta11 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Falls dann da eine Erweiterung der APP kommt oder was neues, werde ich natürlich ausprobieren und dann berichten. Hab mir jetzt mal die APP geholt, derzeit funktionieren ja nur Busse und LKW, im Grunde...“

„Ich vermute Geldmacherei! Immerhin kostet die bescheuerte Karte über 1000 Hrivnas+ Krankenversicherung für 2000 Hrivnas und ungefähr 300 Euro Absicherung beim Ernstfall, die aber kein Arzt der Ukraine...“

„Bekannte (UA) ist gestern gegen 17 Uhr wieder in Korczowa eingereist - ca. 1h“

„Bin gestern Nachmittag um 15.00 Uhr Kiewzeit am Grenzübergang Zosin / Ustiluh eingereist. 12 PKW in der Schlange nach ca. 20 Minuten war ich im Grenzbereich, da erstmals die EU Spur nur EU Kennzeichen,...“

„Gestern ist ein Bekannter (Ukrainer) über Krakowez mit dem Auto ausgereist. 1h vor der Grenze und 0,5h im Grenzbereich“

„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Womöglich keine gute Idee. Unser Sozialamt z. B. wollte die Nebenkosten in einer ähnlichen Situation detailliert...“

„Weshalb wollt ihr zusammenziehen, wenn Deine Rente nicht reicht? Du kannst diese Frau nicht ernähren? Dann ist sie doch bisher besser dran, hat ihr Bürgergeld und Wohnraum etc., Krankenversicherung hat...“

„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Nur Ihr BG wird gekürzt, wie viel weiß ich nicht. Erkundige Dich mal in diese Richtung.“

„Wenn die Ukrainer/innen schon einen Flüchtlingsstatus haben, ist ein weiterer Status als Flüchtling in Europa nicht mehr möglich. Es zählt das Erstaufnahmeland. In Deutschland wird sie dann nicht mehr...“

„Was soll der Quatsch wieder? Der Krieg noch voll im Gange, aber schon wird wieder an solchem Zeug raumgemacht. Haben die keine anderen Probleme?“

„Mittlerweile sind wieder Blockposten bei Korczowa bzw. Krakovez. Am letzten Dienstag jedenfalls wurde ich angehalten im Wald kurz vor der Grenzkontrolle. Wahrscheinlich brauchen sie wieder Männer an deren...“

„ Heute 10:30 Einreise in Urgyniw, waren bis Ende 40 Minuten, also sehr stabil, Montag, diese Uhrzeit...das läuft.
Heute wurde ich nach der polnischen "Endkontrolle" zur weiteren Kontrolle in die Garage eingeladen, hat mich mit Wartezeit, andere waren vor mir dran, genau eine 1h gekostet. Seit happens! Zu früh über die 40 Minuten gefreut.

Vielleicht mal noch eine Info, man fährt in d3n Zollbereich ein, es liegen dann 5 bis 6 Spuren vor einem, offensichtlich ist dann die Spur wo "alle" stehen, die ist ca. In der Mitte. Die EU Spur ist links davon, es gibt ein Leuchtzeichen (Leuchtreklame) über der Spur, die ist nur kaputt und man gerade noch das EU Symbol etc. erkennen. Dann passt das. Der PKW ist entscheidend, es dürfen dann auch Ukrainer im PKW sitzen.


„Einreise als Flüchtling, bedeutet......., nicht als Deine zukünftige Frau, bist dann erst einmal ihr Vermieter, mehr Hilfestellung gibt es jetzt aber nicht mehr.“

„Gehe auf das Ausländeramt Deiner Gemeinde und erkundige Dich, kann ja sein ich irre mich, derzeit können Ukrainer als Flüchtlinge einreisen und unterliegen dem Paragraphen 24, aufgtund dessen läuft...“

„Grundsätzlich könnte ich die Sachen mit in die Ukraine nehmen, bis Luzk, ABER Der Zoll und die Einfuhr muss geklärt sein und die Kosten und daran wird es wohl scheitern!“

„Jetzt lief gestern um 23:30 Uhr alles wie geschmiert in Ustyluh/Zosin, Einreise UA in ca. 50 Minuten. Dieses Mal die Polen schnell 3 PKW, bei den Ukrainern länger, 2 Busse und sonst ein paar Fahrzeuge,...“

Newsletter jeden Morgen

Sie möchten täglich über Neuigkeiten auf der Seite benachrichtigt werden? Dann ist vielleicht ein Kurzüberblick mit den wichtigsten Beiträgen der vergangenen 24 Stunden für Sie interessant. Der Versand erfolgt jeden Tag 6.00 Uhr morgens.




Nach dem Eintrag Ihrer E-Mailadresse erhalten Sie eine E-Mail zum Bestätigen Ihrer Adresse und können dann die Eintragung abschließen (so genanntes "Double Opt-In-Verfahren"). Ihre E-Mailadresse wird dabei nur auf unserem Server in Deutschland gespeichert und nicht an Dritte übermittelt.