Gestern wurde die ehemalige Ministerpräsidentin und Vorsitzende der Partei „Batkiwschtschyna“, Julia Timoschenko, 51 Jahre alt. Um ihr zum Geburtstag zu gratulieren, kamen etwa 4.000 Menschen zum Lukjanowkaer Untersuchungsgefängnis.
Die Versammlung beim Lukjanowkaer Untersuchungsgefängnis, wo die Ex-Ministerpräsidentin und Vorsitzende der Partei „Batkiwschtschyna/Vaterland“, Julia Timoschenko, festgehalten wird, war für 14.00 Uhr angesetzt, doch ihre Anhänger begannen sich bereits gegen 12.00 Uhr beim Eingang zum Untersuchungsfängnis zu versammeln. „Diese Dummköpfe haben die Straße umgebuddelt, begreifen sie denn wirklich nicht, dass sie uns damit nur helfen dieses zu besetzen?“, fragten sich die Teilnehmer der Aktion ratlos, dabei auf die Arbeiter schauend, die beharrlich ein Loch gruben.
Die Aktion „Schenk Julia Blumen!“, die dem Geburtstag von Timoschenko gewidmet war, wurde bereits am 22. November während der Versammlung beim Untersuchungsgefängnis am Tag der Freiheit angekündigt (siehe Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 23. November). Innerhalb der Tage vor Beginn der Veranstaltung tauchte in den Medien eine Information darüber auf, dass die Vertreter der Rechtsschutzorgane damit begannen in die dem Untersuchungsgefängnis anliegenden Gebiete nur Einwohner der dort befindlichen Häuser zu lassen. Und am Freitag versperrten Mitarbeiter der Stadt einen Teil der Degtjrewska-Straße bei der Metro-Station „Lukjanowskaja“. „Eine geplante Reparatur“, erläuterte einer der Arbeiter dem Korrespondenten des “Kommersant-Ukraine” phlegmatisch.
Ungeachtet dessen war gegen 13.00 Uhr der gesamte Platz vor dem Eingang des Untersuchungsgefängnisses mit den Leuten besetzt, die Julia Timoschenko zu ihrem Geburtstag persönlich gratulieren wollten. Neben einem der Häuser war eine Bühne mit Lautsprecheranlage aufgebaut und die Wände des Kontrollpunktes waren mit Pappherzen mit Glückwünschen beklebt. Zwischen den Timoschenko-Gratulanten, die größtenteils fortgeschrittenen Alters waren, strichen streunende Hunde durch. Die Versammlungsteilnehmer fütterten sie mit bei der Metro gekauftem Fladenbrot.
Das Geburtstagskonzert leitete der Parlamentsabgeordnete Oles Donij („Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung“). „Vor Ihnen steht die Gruppe ‘Lustige Biorythmen‘“, rief er freudig ins Mikrofon. „Wir wünschen unserer Julia, dass sie bald mit Janukowitsch die Plätze tauscht!“, verkündete der Frontman der Gruppe seinerseits über das Mikrofon.
Die Lieder „Emo-Mädchen“ und „Kleine Titten“ (sic!) singend, rief der Solist: „Wir sind hier für die Freiheit!“. Einige fassten das als Aufruf zur Handlung auf und begannen aus großen schwarzen Beuteln Sektflaschen zu holen und allen Interessierten einzuschenken. „Trinken wir auf Julia!“, riefen sie. Viele der Teilnehmer tranken den Sekt nicht aus und stellten die Becher auf den Boden. Diese wurden von den streunenden Hunden ausgelegt und einige von ihnen begannen nach einigen Minuten sich zu übergeben.
Auf die Bühne kamen nacheinander die Gruppe King Size, die das „Lied über Julia“ brachten, Alexander Ponomarjow, der die Hymne der Ukraine sang und Maria Burmaka mit dem Lied „Wir gehen!“. Doch wirklich konnte die Menge nur der Sänger Artjom Poleshaka mit der Gruppe „Barabass“ erwärmen, die den Versammelten die Lieder „Der Präsident meines Landes ist ein Schlägertyp“ und „Mach mir ein Impeachment“ vorstellten. „Hinweg mit der Bande!“, rief nach ihrem Auftritt „Oles Donij. „Freiheit für Julia!“, rief die Menge.
Obgleich die Organisatoren eine „unpolitische Feier des Geburtstages von Julia“ ankündigten, ging es während der Versammlung nicht ohne politische Erklärungen ab. „Heute sind auf der Bankowaja (Präsidentensitz) und der Gruschewskaja (Regierungssitz) wirkliche Banditen, die denken, dass sie ewig regieren können!“, rief der Erste Stellvertreter der Vorsitzenden der Partei „Batkiwschtschyna“, Alexander Turtschinow. „Ist es denn wirklich so?“ „Nein!“, rief ihm die Menge freudig zu. „Wir schwören, dass Julia bald in Freiheit kommt“, rief seinerseits der Vorsitzende der Partei „Reformen und Ordnung“, Sergej Sobolew. „Wenn die Regierung sie nicht bis zum 19. Dezember frei lässt, dann machen wir das!“
Am radikalsten erwies sich der Auftritt des sowjetischen Dissidenten Lewko Lukjanenko. „Bereits heute bereitet die Regierung die Fälschung der nächsten Parlamentswahlen vor, daher haben wir nur einen Weg: uns auf eine Revolution vorbereiten“, sagte er leise und setzte die Stimme erhöhend fort: „Die Regierung wird nicht von selbst gehen. Nur wir können Sie hinwegfegen!“ Die Versammlung endete um 19.00 Uhr mit einem Salut zu Ehren Julia Timoschenkos, die wahrscheinlich die Gratulationen an ihre Adresse nicht hörte, da sie am Vortag in eine Zelle verlegt wurde, die sich im Inneren des Untersuchungsgefängnisses befindet.
Walerij Kurtscherk
Quelle: Kommersant-Ukraine


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„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Nur Ihr BG wird gekürzt, wie viel weiß ich nicht. Erkundige Dich mal in diese Richtung.“