Die Konkurrenz zwischen dem Präsidenten Wiktor Juschtschenko und der Premierministerin Julia Timoschenko ist zu einer offenen Konfrontation übergegangen. Wie dem “Kommersant-Ukraine“ bekannt wurde, hat die Staatliche Zollbehörde ein Strafverfahren aufgrund der Einfuhr von 5,515 Mrd. Kubikmeter Gas eingeleitet, damit faktisch das gegenüber der Regierung loyale Management der “Naftogas Ukrainy” beschuldigend. Diese Beschuldigungen sind vollständig berechtigt, sagen Experten. Doch die Tatsache, das sie erst zwei Monate nach der Lieferung erhoben wurden, kann davon zeugen, dass die Entscheidung einen politischen Hintergrund haben.
In die Hände des “Kommersant-Ukraine“ gelangte eine Anordnung des kommissarischen Leiters des regionalen Energiezollamts (sein Name ist in der Kopie ausgestrichen) über die Einleitung des Strafverfahrens #01/12400/08 aufgrund des Fakts des Schmuggels von Erdgas in die Ukraine durch unbekannte Personen, datiert vom 8. April. Im Dokument wird gezeigt, dass in der Zeit vom 1. Januar bis zum 5. April diesen Jahres auf das Territorium der Ukraine 5,515 Mrd. Kubikmeter Gas in der Summe von 4,999 Mrd. Hrywnja (ca. 641 Mio. €) ohne Zollabfertigung geliefert wurden. Diese Handlung kann als Verbrechen gewertet werden, vorgesehen im Teil 1, Artikel 201 des Strafgesetzbuches (“Schmuggel”), heißt es im Dokument. Als Sanktionen sieht der Artikel den Freiheitsentzug von drei bis sieben Jahren einschließlich der Konfiszierung des Schmuggelguts vor.
Eine Kopie der vorliegenden Anordnung wurde an den Staatsanwalt Kiews, Jewgenij Blashiwskij geschickt, der den Erhalt bestätigte. “Die Angelegenheit befindet sich in der Untersuchungsabteilung des Sicherheitsdienstes der Ukraine in der Stadt Kiew.”, teilte Blashiwskij mit. “Es werden gerade Nachforschungen angestellt. Es ist schwer zu prognostizieren, wann sie abgeschlossen sein werden. Es gab noch keine derartigen Fälle.” Von der Anordnung weiß auch der Leiter des Pressedienstes des Unternehmens “UkrGas-Energo” (UGE; Gashändler, gehört zur jeweils zur Hälfte “Naftogas Ukrainy” und RosUkrEnergo) Witalij Kisel. Kommentare von der Zollbehörde konnte man gestern nicht bekommen.
Die Staatliche Aktiengesellschaft “Naftogas Ukrainy” liefert seit November letzten Jahres Gas an die regionalen Energieversorger, ohne Verträge mit “UkrGas-Energo” und RosUkrEnergo für den Kauf zu besitzen, der Leiter der Gesellschaft, Oleg Dubina, gab dies bereits früher zu (”Kommersant-Ukraine“ vom 6. Februar). Von Anfang Januar an liefert “Naftogas” Gas an die Energieversorger, dabei Gas aus den unterirdischen Gasdepots entnehmend. Das Gas, welches von RosUkrEnergo in die Depots gepumpt wird, wurde von “Naftogas” nicht verzollt.
Von der Sache her, wurde weniger Gas verzollt, als aus den Depots entnommen wurde, sagte der leitende Partner der Kanzlei Astapov Lawyers Andrej Astapow.
“Der Fakt des Schmuggels ist gegeben und die Staatliche Zollbehörde war verpflichtet ein Strafverfahren einzuleiten. Mehr noch, wenn sie dies nicht getan hätten, dann hätte man die Zollbehörde selbst in der ungenauen Erfüllung der Dienstvollmachten beschuldigen können.”, denkte er. Doch das Energiezollamt überwacht den Gasmarkt online, merkt der Generaldirektor des Gashandelsunternehmens “Olgas-Invest”, Jurij Korowin, an. “Und eine solche Zollangelegenheit hätte wenn nicht sofort, dann wenigstens aufgrund der Januar/Februar eingeleitet werden sollen. Die Tatsache, dass dieses Strafverfahren erst im April auftaucht, verwundert.”, sagt Korowin. Seiner Meinung nach, ist dies Strafsache vor allem zu Ungunsten von “Naftogas Ukrainy”, “soweit das Unternehmen unverzolltes Gas entnommen hat”.
Gestern kommentierte man bei “Naftogas” die Anordnung des regionalen Energiezollamtes nicht offiziell: “Von dieser Sache habe ich von Ihnen erfahren. Daher kann ich dies bislang nicht kommentieren.”, erklärte der Pressesekretär “Naftogases” Walentin Semljanskij. Doch später rief den Korrespondenten des “Kommersant-Ukraine“ der Mitarbeiter des Pressedienstes der “Naftogas” Ilja Sawwin an und warnte inoffiziell davor, dass diese Anordnung nicht existiert: “Dieses Dokument ist eine Fälschung. Ich habe persönlichen Kontakt zu Walerij Choroschkowskij.” Kommentare wurde auch vom Pressesekretär RosUkrEnergos, Andrej Knutow, verweigert. “Es ist logisch anzunehmen, dass früher oder später jemand dem Lieferschema für Gas in die Ukraine Aufmerksamkeit schenkt, nur kommt die Frage auf, warum dies erst jetzt geschieht?”, zeigt sich Witalij Kisel von “UkrGas-Energo” erstaunt.
Diesen Fakt, dass die Untersuchung des Gaslieferschemas in die Ukraine erst jetzt begann, kann auch politisch entworfen sein. Der Vorstandsvorsitzende des Zentrums für angewandte Politikforschung “Penta”, Wladimir Fesenko, sagt, dass die Zollbehörde nicht anders vorgehen konnte. “Vielleicht, hat sich Walerij Choroschkowskij (der Leiter der Zollbehörde) damit ein Lob von Präsident Wiktor Juschtschenko verdient.”, erörtert der Experte. “Tatsächlich ist diese Entscheidung nicht zum Nutzen der Juli Timoschenko gegenüber loyalen Leitung von ‘Naftogas Ukrainy’. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man Choroschkowskij immer öfter neben Jurij Jechanurow als Premierministerkandidaten nennt.” Letzten Dienstag auf der Sitzung der Rechtsschutzorgane der Ukraine – dem Kampf mit der Korruption gewidmet – versah Präsident Wiktor Juschtschenko, unerwartet für alle, Walerij Choroschkowskij mit einem Lob. “Ich würde gern Walerij Iwanowitsch Choroschkowskij dafür danken, dass er ein Beispiel für eine ausgezeichnete Arbeit lieferte. Vielleicht ist zum ersten Mal ein nicht persönlich engagierter Mensch aufgetaucht.”, erklärte damals das Staatsoberhaupt unerwartet.
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
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„Heute 10:30 Einreise in Urgyniw, waren bis Ende 40 Minuten, also sehr stabil, Montag, diese Uhrzeit...das läuft. Heute wurde ich nach der polnischen "Endkontrolle" zur weiteren Kontrolle in die Garage...“
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„Einreise als Flüchtling, bedeutet......., nicht als Deine zukünftige Frau, bist dann erst einmal ihr Vermieter, mehr Hilfestellung gibt es jetzt aber nicht mehr.“
Bernd D-UA in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Gehe auf das Ausländeramt Deiner Gemeinde und erkundige Dich, kann ja sein ich irre mich, derzeit können Ukrainer als Flüchtlinge einreisen und unterliegen dem Paragraphen 24, aufgtund dessen läuft...“
Bernd D-UA in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Grundsätzlich könnte ich die Sachen mit in die Ukraine nehmen, bis Luzk, ABER Der Zoll und die Einfuhr muss geklärt sein und die Kosten und daran wird es wohl scheitern!“
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„Jetzt lief gestern um 23:30 Uhr alles wie geschmiert in Ustyluh/Zosin, Einreise UA in ca. 50 Minuten. Dieses Mal die Polen schnell 3 PKW, bei den Ukrainern länger, 2 Busse und sonst ein paar Fahrzeuge,...“
cxmorph in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
„Hallo, die Heirat an sich ist nicht sonderlich aufwändig und Bürokratisch, wenn man in der Ukraine heiratet. Bei Anreise Montag oder Dienstag, kann die heirat am Donnerstag oder Freitag derselben Woche...“
aust72 in Anzeigen • Re: UAid Direct Hilfstransporte
„Guten Tag, ich habe Kontakt zu einem Unfallchirurgen aus Sumy, der zur Zeit in einem Fronthospital arbeitet. Durch meinen Beruf habe ich aus Kliniken 10 Kisten (130kg) chirurgische Instrumente und Implantate...“
Ahrens in Recht, Visa und Dokumente • Re: Ich (Deutscher) und meine Freundin (Ukrainerin) zusammenleben = Welche Möglichkeiten?
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Gestern Freitagnacht auf Samstag, 2 Uhr Kiewzeit, habe ich bei Zosin/Ustyluh ins Klo gegriffen, ca. 12 bis 15 PKW und pro Einlas nur 5 PKW..., der weitere Ablauf bei den Polen, unerträglich langsam, das...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Meine derzeitige Ein- und Ausreisestrategie sieht wie folgt aus, Einreise am Grenzübergang in Ustyluh, zuletzt beide Grenzen in 18 Minuten passiert, Lichtgeschwindigkeit. 1 Uhr in der Nacht (Kiewzeit)...“