„Gasprom“ hat der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“ 1,8 Mrd. $ für den Gastransit über das Territorium des Landes im Voraus überwiesen, heißt es im Finanzbericht der NAK. Diese Mittel, die „Naftogas“ bereits im letzten Jahr erhalten hatte, soll das Unternehmen dem russischen Monopolisten über den Transit im Verlaufe von fünf Jahren erstatten. Doch bereits jetzt ist man sich im Energieministerium sicher, dass man gezwungen sein wird den Kredit zu verlängern. Die Ukraine verliert einen Teil des Transits aufgrund der Inbetriebnahme von Nord Stream. In diesem Fall wird es für die NAK schwieriger Kredite internationaler Banken zu bekommen, meinen Experten.
Die russische „Gasprom“ hatte im Dezember 2010 „Naftogas“ eine Vorauszahlung für den Gastransit in Höhe von 14,16 Mrd. Hrywnja (ca. 1,8 Mrd. $) gewährt, wurde im am Donnerstag veröffentlichten geprüften Rechenschaftsbericht der NAK berichtet. Diese Gelder waren für das Unternehmen notwendig, um die Lücke zu schließen, die sich nach der Rückgabe der 12,1 Mrd. Kubikmeter Gas an RosUkrEnergo (siehe Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 7. Dezember 2010) ergeben hatte. Die NAK sollte diesen Kredit im Verlauf von fünf Jahren durch die Erhöhung des Gastransits über das Territorium der Ukraine im Vergleich zum Jahr 2010 (95 Mrd. Kubikmeter) begleichen. Wenn eine Erhöhung des Transits nicht in der notwendigen Höhe stattfindet, dann verlängert sich der Kredit automatisch. Der Zinssatz beträgt 4%. Die erste Zahlung soll die NAK den Ergebnissen des Transits für 2011 nach Anfang des nächsten Jahres machen.
Bereits jetzt ist man beim Ministerium für Energiewirtschaft und Kohleindustrie überzeugt, dass es nicht gelingen wird, die Mittel innerhalb der Frist zu erstatten. „Bei dem derzeitigen Transit könnten für die Zahlung nicht fünf, sondern acht bis neun Jahre vergehen“, sagt ein hochgestellter Informant aus der Abteilung für Erdöl-, Erdgas- und Erdölverarbeitungsindustrie dem “Kommersant-Ukraine”. Beim Pressedienst der Behörde führte man aus, dass sich in diesem Jahr der Gastransit über das Territorium der Ukraine um 8 Mrd. Kubikmeter auf 103 Mrd. Kubikmeter erhöhen wird. Im Bericht der NAK wird gesagt, dass der Preis für den Transit 2,86 Mrd. $ pro tausend Kubikmeter auf 100 km betragen wird. Unter Berücksichtigung der Transportstrecke bezahlt „Gasprom“ derzeit für den Transit von Gas bis zur Grenze der Europäischen Union 31,4$ pro tausend Kubikmeter. Derart liegen die Einnahmen von „Naftogas“ für den Transit bei etwa 250 Mio. $ im Jahr. Im nächsten Jahr wird die Transitmenge auf dem gleichen Niveau bleiben, ist man sich im Ministerium sicher. „Nach der Inbetriebnahme von Nord Stream wird ein Teil des Gases die Ukraine umgehen. Das niveliert den Transitanstieg, auf den wir in Verbindung mit der Erhöhung des Verbrauches in den Ländern der Europäischen Union gerechnet haben“, sagt ein Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine”. Beim Pressedienst der NAK kommentierte man den Finanzbericht nicht.
Die erwartete Verlängerung des Kredits verbessert die finanzielle Berichterstattung von „Naftogas“, meint der Direktor des Instituts für Energieforschungen Dmitrij Marunitsch. „Von der Sache her geht die Rede über eine Restrukturierung der Schuld. Das wirkt sich positiv auf den Finanzbericht aus“, hebt er hervor. Doch die Verlängerung des Kredits macht die NAK weniger attraktiv für internationale Banken, fügt der Hauptinvestitionsstratege von „BrokerCreditService“, Maxim Schein, hinzu. „In diesem Jahr haben bereits die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und die Europäische Investitionsbank darauf verzichtet, dem Unternehmen einen Kredit zu geben. Einer der Gründe sind die hohen Kreditverbindlichkeiten und die langen Tilgungsfristen“, sagt Schein. Im September hatte man bei der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung mitgeteilt, dass man der NAK einen Kredit über 300 Mio. $ für die Modernisierung des Gastransportsystems zur Verfügung stellt. Jedoch da die Ukraine die Verpflichtungen zur Reform des Gasmarktes nicht erfüllt hat, wurde der Kredit nicht gewährt, erläuterte der Presseattache der Vertretung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Kredit in der Ukraine, Anton Ussow. „Bei der Gewährung des Kredits haben wir die Schulden von ‘Naftogas’ und die Tilgungsfristen berücksichtigt“, unterstrich er. Maxim Schein betont, dass das Verhältnis von Schulden zu reinen Aktiva bei „Naftogas“ derzeit 8,2 beträgt, wobei 3-4 für annehmbar angesehen werden.
Das Vorliegen von bedeutenden Schulden gegenüber „Gasprom“ könnte sich auch negativ auf einen geplanten Börsengang von „Naftogas“ auswirken, meint der Experte. Seiner Meinung nach würden nur wenige Investoren Aktien eines Unternehmens erwerben wollen, das beim russischen Monopolisten Schulden hat. „In dieser Beziehung gewinnt ‘Gasprom’ sogar durch die Verlängerung der Zahlung“, sagt das Mitglied des Energieausschusses, Alexander Gudyma. Er erinnerte daran, dass als „Naftogas“ im März die Vorbereitung zum Börsengang verkündete, dies bei „Gasprom“ Empörung hervorrief. „Gasprom“ stellte der NAK daraufhin folgendes Ultimatum: eine Senkung des Gaspreises für die Ukraine ist nur möglich, wenn die NAK auf den Börsengang verzichtet (siehe Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 11. April).
Oleg Gawrisch
Quelle: Kommersant-Ukraine


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