Gestern hat Präsident Wiktor Janukowitsch mit der Verwaltungsreform in der Ukraine begonnen. Den Ergebnissen der Sitzung des Komitees für ökonomische Reformen nach wurde bekannt, dass das Staatsoberhaupt entschied die Zahl der Ministerien von 20 auf 16 zu verringern und die Zahl der anderen zentralen Organe der Macht fast zu halbieren. In nächster Zeit wird er in das Parlament eine Reihe von Gesetzentwürfen einbringen, welche die Verwaltungsreform umsetzen.
Zur Sitzung des Komitees für wirtschaftliche Reformen kamen die Teilnehmer, lediglich wissend, dass das Thema des Treffens die anstehende Verwaltungsreform ist. Entgegen dem Gewohnten bekamen die Staatsangestellten am Eingang des Sitzungssaals der Präsidialadministration nicht die Entwürfe der Dokumente ausgehändigt, die zur Diskussion vorgelegt wurden. „Ich weiß, dass es eine Reform geben wird, zu Kürzungen bin ich bereit. Doch wie groß die Kürzungen werden, möchte ich selbst erst einmal hören“, teilte den Journalisten der Minister für Landwirtschaft Nikolaj Prisjashnjuk mit.
Auch die einleitenden Worte Wiktor Janukowitschs klärten die Situation nicht. Der Präsident warnte die Anwesenden lediglich, dass die nächsten Schritte der Regierung zur Reformierung des Landes nicht einfach und unpopulär sein werden. „Manchmal schmerzt es mich die Entscheidung zu treffen. Doch einen anderen Weg gibt es nicht“, gab er zu. Bleibt anzumerken, dass sich die einleitenden Worte Janukowitschs als äußerst kurz erwiesen. „Mir wurde wie immer ein Vortrag vorbereitet. Ich habe ihn gelesen und korrigiert. Der Inhalt des Auftritts ist ein solcher … nun aus dem Leben“, teilte der Präsident mit, wonach er mitteilte, dass er entschieden hat ihn nicht zu verlesen und übergab das Wort der Ersten Stellvertreterin des Leiters der Präsidialadministration, Irina Akimowa.
Die vorhergehenden Sitzungen des Komitees waren offen, doch die gestrige Veranstaltung wurde zu einer Ausnahme – sofort nach dem Auftritt des Staatsoberhauptes wurden die Journalisten gebeten den Saal zu verlassen. „Das Thema ist zu schwierig, ein offenes Gespräch wird benötigt“, erläuterten dem “Kommersant-Ukraine” ein Vertreter der Präsidialadministration. Das Gespräch ohne Fernsehkameras zog sich etwa anderthalb Stunden.
„Den Entwurf des Präsidentenukas haben wir nicht gesehen“, gab Timofej Motrenko, Leiter der Hauptverwaltung des Staatsdienstes, der als einer der ersten die Präsidialadministration verließ, Journalisten gegenüber zu. „Doch der Präsident hat uns mitgeteilt, dass die allgemeine Zahl der Zentralorgane der Regierung fast halbiert wird – von 112 auf 63“.
Über die Änderungen der Zahl der Kabinettsmitglieder berichtete der Vizepremier für ökonomische Fragen, Sergej Tigipko, genauer. Seinen Worten nach sinkt die Zahl der Ministerien nach den Verwaltungsreformen auf 16 (derzeit 20). „Alle Vizepremierminister werden gleichzeitig Ministerien leiten“, betonte er. Konkretisieren, welche Ministerposten abgeschafft werden, weigerten sich die Teilnehmer der Sitzung, obgleich Wiktor Janukowitsch im Verlaufe der Sitzung seine Überlegungen zu dieser Frage mitteilte.
Der Leiter des Staatskomitees zu Fragen der Wissenschaften, Innovationen und der Informatisierung, Wladimir Seminoshenko, demonstrierte einige Listen mit handschriftlichen Anmerkungen. „Ich kann nur von Wirtschaftsblock reden. Es ist tatsächlich so, dass der Vizepremier, der für die Wirtschaft verantwortlich ist, das Wirtschaftsministerium leitet“, sagte er, die Aufzeichnungen kontrollierend.
Die Verwaltungsreform beschränkt sich nicht nur auf die Verringerung der Zahl der Ministerien und Behörden und die Zusammenlegung der Posten der Vizepremiers und der Minister. „Als ich das erste Mal in die Regierung kam (1997), gab es damals einen Personalbestand (des Kabinettsapparats ) von 600 Menschen. Derzeit zeigt es sich, dass er auf 1.200 Personen angewachsen ist“, erzählte Sergej Tigipko dem “Kommersant-Ukraine”. „Jetzt halbieren wir den Kabinettsapparat. Nikolaj Asarow hat diese Initiative unterstützt. Es wird auch Entlassungen in anderen Regierungsorganen geben“, vervollständigte ihn die Stellvertreterin des Präsidialamtsleiters, Anna German.
Germans Worten nach werden die Entscheidungen so allen Entlassungen im Rahmen der Personalkürzungen bis Ende des Jahres gefällt werden. „Ein bedeutender Teil dieser Leute geht in Rente. Doch natürlich nicht alle. Die Reform wird nicht einfach werden“, gab sie zu. „Und die nächste Etappe dieser schmerzhaften Reformen werden Kürzungen in den lokalen Verwaltungen“.
Als am Unerwartetsten erwies sich die Initiative des Staatsoberhauptes die Höchstzahl der Stellvertreter der Minister zu verringern. „Es wird keine acht Stellvertreter geben, nur noch jeweils zwei. Einer der Stellvertreter wird die Funktion der Apparatsleitung übernehmen“, teilte Anna German mit. „Und Ausnahmen von dieser Regel wird es nicht geben, sogar für große Ministerien“. Bleibt anzumerken, dass in der Präsidialadministration derzeit sieben Stellvertreter des Präsidialamtsleiters arbeiten. Über Pläne zu deren Reduzierung redete Wiktor Janukowitsch gestern nicht.
Gestern Abend begann der Pressedienst des Präsidenten Ukase zu veröffentlichen, die im Rahmen der Reformen unterzeichnet wurden. In den nächsten Tagen werden in die Rada eine Reihe von Gesetzentwürfen eingebracht „Über den Staatsdienst“, „Über die zentralen Organe der Exekutive“, „Über die nationalen Regulierer“ und ein Entwurf zu Änderungen im Gesetz „Über das Ministerkabinett“.
Sergej Sidorenko
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
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Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“