Der Wettbewerb für den Verkauf des größten Festnetzbetreibers im Lande – der „UkrTelekom“ – könnte bereits für den August angesetzt werden. Wo der Fonds für Staatseigentum früher plante zwischen 68% und 80% der Aktien des Unternehmens zu verkaufen, wurde gestern der Beschluss bekannt das gesamte Staatspaket von 92,79% zu privatisieren. Der Meinung von Experten nach, übersteigt das Interesse von Investoren das Angebot, was es dem Staat erlaubt den Verkaufspreis zu erhöhen.
Der Wettbewerb zum Verkauf der Aktien der „UkrTelekom“ wird bereits für den August angesetzt werden, ist dem Zeitplan der zur Privatisierung stehenden Objekte, der gestern in der Zeitung „Wedomosti Priwatisazii“ veröffentlicht wurde, zu entnehmen. Dabei, wenn vorher der Vorsitzende des Fonds für Staatseigentum, Alexander Rjabtschenko, vom Verkauf von 67,79% und später von 75-80% der Aktien des Betreibers sprach, so ist in dem gestern veröffentlichten Dokument das gesamte Staatspaket angegeben – 92,79%. „Beim Fonds für Staatseigentum rechnete man damit zum Anfang etwa 10% in den Freihandel zu geben, um den Wert von ‘UkrTelekom’ zu bestimmen und danach die restlichen Aktien einem strategischen Investor zu verkaufen“, erinnert Jegor Samussenko von Concorde Capital. „Offensichtlich ist, dass man beim Fonds verstanden hat, dass der Verkauf eines solch großen Pakets an der ukrainischen Börse unrealistisch ist“.
Indem das zur Privatisierung angebotene Paket erhöht wird, erhält der Staat mehr Mittel und vereinfacht den Prozess der Unternehmenslenkung bei der „UkrTelekom“, erläuterte dem “Kommersant-Ukraine“ ein Informant beim Fonds für Staatseigentum. „Die Existenz eines Blocks von Aktien des Unternehmens beim Staat senkt die Investitionsattraktivität des Aktivs spürbar“, betonte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“. „Die Tätigkeit des Unternehmens ist auch so reguliert, was die Möglichkeit der weiteren Entwicklung einschränkt“. Der Meinung des Direktors der Investmentbankingabteilung von Dragon Capital, Maxim Nefodow, nach, behält der Staat die indirekte Kontrolle über die „UkrTelekom“ dank der Regulierung – Antimonopolkomitee und Nationale Kommission für Regulierungsfragen bei der Kommunikation – bei. „Für den Staat wäre es schwer zukünftig ein Aktienpaket an irgendjemanden zu verkaufen, außer den Haupteigentümer“, sagt er. „Zumal der neue Eigentümer wahrscheinlich Zusatzemissionen für die Entwicklung des Unternehmens durchführen wird und der Anteil des Staates verwäscht sich dadurch“.
Falls 92,79% zum Verkauf gestellt werden, zahlt der Käufer, neben dem erhöhten Wert des Pakets, eine Prämie für die Kontrolle über das Unternehmen, welche 10% der Kapitalisierung der „UkrTelekom“ erreichen könnte, meint der Analyst der Investmentfirma BG Capital, Alexander Paraschij. Maxim Nefodow schätzt die Prämienhöhe auf nicht mehr als 5%. Gestern fiel der Wert der Aktien des Unternehmens um mehr als 9% und im Ergebnis des Handels an der „Ukrainischen Börse“ betrug der Wert der 92,79% der „UkrTelekom“ 9,5 Mrd. Hrywnja (derzeit etwas mehr als 1 Mrd. €), betonte Jegor Samussenko.
Gleichzeitig glauben Experten nicht, dass die Privatisierung in der angekündigten Zeit stattfindet. „Der Zeitplan wurde niemals eingehalten“, erinnert Alexander Paraschij. Darüber, dass die Privatisierungsfristen sich verschieben könnten, informierte am Dienstag auf dem Ukrainischen Investitionsgipfel in London auch Alexander Rjabtschenko. „Doch innerhalb der nächsten anderthalb Jahre müssen wir das Unternehmen verkaufen, in zwei Jahren will es bereits niemand mehr kaufen“, wird der Leiter des Fonds für Staatseigentum von der Agentur Bloomberg zitiert.
Als Hauptanwärter auf das Aktiv bezeichnen Investmentanalysten Telefonanbieter mit russischem Kapital. „’ UkrTelekom’ könnte für ‘Rostelekom’, MTS, ‘Vimpelcom’, die ‘Alfa Group’, ‘Megafon’ und die AFK ‘Sistema’ interessant sein“, vermutet der Senior-Analyst der Investmentfirma „Troika Dialog“ Peter Keller. „In geringerem Ausmaße könnten westliche Betreiber interessiert sein, beispielsweise Vodafone oder die Deutsche Telekom, die vor der Krise Interesse an der Privatisierung zeigten, doch jetzt ihre Prioritäten geändert haben könnten“. Nefedows Meinung nach, könnten ebenfalls Betreiber aus Japan, China oder Südkorea um das Aktiv kämpfen. „Auf ihren Konten sind Milliarden Dollar und sie streben den Eintritt auf Auslandsmärkten an“, sagt er. „Doch sie werden nicht von allein kommen, die Regierung muss mit der Arbeit der Anwerbung von ausländischen Unternehmen für die Teilnahme am Wettbewerb beginnen“. Bei der Deutschen Telekom, Vodafone, France Telecom (Orange), Nomura, der „AFK – Sistema“ und bei System Capital Management verzichtete man darauf, die Möglichkeit einer Beteiligung am Wettbewerb zu kommentieren.
Roman Sudolskij, Alexander Tschernowalow, Bogdan Kissil
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“