FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

PromInvestBank wird von der ukrainischen Zentralbank mit fünf Milliarden Hrywnja gestützt

0 Kommentare

Die Zentralbank informierte über die Zuteilung einer Rekordsumme – fünf Mrd. Hrywnja (ca. 714 Mio. €) zur Unterstützung der PromInvestBank (PIB), wo Anleger ihre Einlagen seit Ende letzter Woche massenhaft abziehen. Bei der Bank teilte man dem “Kommersant-Ukraine“ mit, dass die konfliktbehaftete Kapitalerhöhung bereits abgesagt wurde und man beabsichtigt das Geld nicht nur für die Rückgabe der Einlagen, sondern auch für die Fortsetzung der Kreditvergabe zu verwenden. Banker sind sich sicher, dass die Zentralbank (NBU) es der PIB nicht gestatten wird ihre Aktiva auf Staatskosten zu erweitern, was die PIB dem Verkauf näher bringt.

Gestern gab die Zentralbank der Ukraine ihre erste offizielle Erklärung bezüglich der Situation um die PromInvestBank ab. “Die Raiderattacke auf die Bank rief eine panische Stimmung bei den Anlegern hervor und ein vorzeitiges Abziehen der Einlagen der Bevölkerung, was zur Ursache für Zahlungsschwierigkeiten wurde.”, heißt es in der Presseerklärung der NBU. “In Verbindung damit hat die Leitung der NBU, aufmerksam die Situation studierend, den Beschluss gefasst die Liquidität der Bank mit fünf Mrd. Hrywnja (ca. 714 Mio. €) sicherzustellen.” Dabei rief die NBU “die Anleger bei der Bank [dazu auf] sich nicht künstlichen, spekulativen Provokationen hinzugeben und von einem vorzeitigen Abzug der Einlagen Abstand zu nehmen”. “Alle gut funktionierenden Banken können ebenfalls auf die Unterstützung der Zentralbank zählen.”, versprach man bei der NBU. Die Summe von fünf Mrd. Hrywnja stellt fast 50% der Einlagen von physischen Personen dar.

Der ausführende Direktor der NBU bei der Bankaufsicht, Alexander Kirejew, erzählte dem “Kommersant-Ukraine“, dass am 29. September der Bank bereits 1 Mrd. Hrywnja überwiesen wurden und das restliche Geld wird in mehreren Tranchen überwiesen. Er betonte, dass am Morgen des 30. September sich bei der NBU die Leiter der größten Banken versammelten und auf die Frage des Zentralbankpräsidenten Wladimir Stelmach, wer von ihnen die Verbindungen zur PIB abgebrochen hat und die Limits der Bank schloss, antwortete niemand bestätigend. Übrigens, die Schließung der Limits für die PIB bestätigten dem “Kommersant-Ukraine“ Leiter von zwei Banken aus den TOP-10.

Wie der “Kommersant-Ukraine“ mitteilte, erklärte man am Montag bei der PIB, dass vom 26. September an die Anleger bei der Bank mehr als 300 Mio. Hrywnja abgezogen haben, darunter in Donezk 30 Mio. Hrywnja. Die Aufregung von Seiten der PIB Kunden erklärte man damals mit Gerüchten über einen möglichen Bankrott der Bank. “Wir verkünden, dass die finanzielle Situation der PromInvestBank stabil ist.”, erklärte man bei der PIB am 27. September.

Grund für diesen Konflikt um die PIB wurde, der Meinung von Kirejew nach, die harten gegenseitigen Beziehungen der Leitung der Bank zu den Minderheitsaktionären. “Der Hauptaktionär – der Vorstandsvorsitzende (Wladimir Matwijenko) – besitzt 0,1% der Aktien der Bank.”, erklärte er dem “Kommersant-Ukraine“. “Die Mitarbeiter der Bank sind ebenfalls Aktienbesitzer. Sie unterschrieben in ihrem Arbeitsvertrag, dass sie bei Entlassung verpflichtet sind die Aktien zum Nominalwert zu verkaufen. Und das ist das Hauptproblem.”

Den Angaben der Zentralbank nach, nahm die PromInvestBank unter den 178 Banken zum 1. Juli 2008 den 6. Platz bei den Aktiva (27,539 Mrd. Hrywnja, ca. 3,9 Mrd. €) bei einem Stammkapital von 200,175 Mio. Hrywnja (ca. 28,6 Mio. €), Eigenmitteln 2,8 Mrd. Hrywnja (ca. 400 Mio. €), Zahlungsverpflichtungen von 21,876 Mrd. Hrywnja (ca. 3,13 Mrd. €) ein. Dabei betrugen die Einlagen von physischen Personen 11,989 Mrd. Hrywnja (4. Platz, ca. 1,71 Mrd. €) und von juristischen Personen 10,564 Mrd. Hrywnja (3. Platz, ca. 1,51 Mrd. €).

Einige Male in den letzten Monaten führte die PIB eine Aktionärsversammlung durch, auf der sie versuchte eine Zusatzemission von Aktien in Höhe von 430 Mio. Hrywnja (ca. 61,43 Mio. €) durchzuführen. Auf der Versammlung waren nicht alle Aktionäre anwesend, die danach die Kapitalerhöhung vor Gericht anfochten. “Sicherheitsleute, mich erblickend, sagten, dass man dort nicht auf mich wartet und drängten mich höflich vom Eingang des Saales weg, wo die Versammlung stattfand.”, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ ein Aktionär, der ehemalige Mitarbeiter der PIB Nikolaj Bibik. “Nachdem ich versuchte den realen Wert der Aktien herauszufinden, stellte die Leitung der Bank Strafanzeige gegen mich und per Vorladung zum Ermittler versuchte man mich bereits zur vorigen Aktionärsversammlung nicht vorzulassen.” Für die Probleme der PIB interessierten sich Parlamentsabgeordnete und der Erste Vizepremier Alexander Turtschinow, die Anfragen an die Generalstaatsanwaltschaft mit der Bitte um Klärung schickten. Ein Informant bei der Staatsanwaltschaft bestätigte die Existenz von Anfragen: “Wir klären das, doch die Situation werden wir nicht kommentieren.”

Die Zusatzemission sollte den Anteil der Minderheitsaktionäre verwässern und das Paket der Bankleitung erhöhen. “Die Staatliche Komission für Wertpapiere und Wertpapiermärkte registrierte die zusätzliche Aktienausgabe der PIB.”, heißt es im Brief der Bank an den stellvertretenden Leiter der NBU Wladimir Krotjuk vom 12. September (eine Kopie liegt dem “Kommersant-Ukraine“ vor). “Ich bitte um Erlaubnis für die Erweiterung des existierenden Anteils von Matwijenko W. P. an der Prominvestbank.”

Bei der PIB erklärte man dem “Kommersant-Ukraine“, dass gestern der Aufsichtsrat des Institutes sich dazu entschieden hat die Zusatzemission abzusagen und der von der NBU erhaltene Stabilisierungskredit wird nicht nur für die Tilgung der Forderung der Anleger verwendet. “Das ist eine Kreditlinie, die von der Zentralbank gewährt wurde.”, sagte die Pressesprecherin der PIB Swetlana Kuschnir. “Doch das bedeutet nicht, dass wir die ganze Summe nutzen werden. Wenn wir es nutzen, dann nicht unbedingt für den Ersatz der Einlagen. Wir nutzen es für die Befriedigung der Kreditbedürfnisse unserer Kunden.”

Den Angaben eines Informanten des “Kommersant-Ukraine“, der mit den Bedingungen der Refinanzierung der PIB vertraut ist, ist dieser Kredit unter Vergabe von Bankbesitz als Sicherheit zustande gekommen. Ein Teil der Filialen der PIB wurde vorher an die Tochterbank “Nationalnyj Kredit” übergeben. Zum 1. Juli betrug der direkte Anteil der PIB 34,7481%, der indirekte 10,9996%. Einen solchen Anteil besitzt der Sohn Wladimir Matwijenkos.

Banker sind sich sicher, dass die PIB den Kredit der NBU nicht anderweitig verwenden kann. “Dies zerstört das Vertrauen zwischen der Zentralbank und der PIB.”, denkt der Vorstandsvorsitzende der Oschtschadbank, Anatloj Guljej. “Die NBU erlaubt der Bank nicht auf ihre (der Zentralbank) Kosten Kredite auszugeben.” Er geht davon aus, dass der von der NBU erhalten Kredit es der PIB erlaubt eine normale Liquidität über sieben bis acht Monate aufrecht zu erhalten. “Gestern wurden im Laufe einer halben Stunde aus der PIB von den Anlegern 300 Mio. Hrywnja (aus dem von der NBU erhaltenen Kredit) abgezogen.”, erzählte dem “Kommersant-Ukraine“ der Leiter einer der Banken. Ein anderer Informant betonte gegenüber dem “Kommersant-Ukraine“, dass er, sogar nach diesem Schritt der NBU, nicht entschieden hat die Limits für die PIB zu öffnen.

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

Banker gehen davon aus, dass der Konflikt der Leitung der PIB mit den Minderheitsaktionären nicht zufällig ist. “Das begann bereits vor einem Jahr und es gibt einige Käufergruppen.”, betonte Anatolij Guljej. “Ich denke, dass die Käufer ihre Sache erreichen und die Bank kaufen werden.”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Industrialbank, Leonid Grebinskij. “Wenn von der Bank ein Erklärung abgeht, dass sie nicht verkauft wird, dann bedeutet das, dass bereits Verhandlungen geführt werden.(am 27. September verbreitete die PIB eine Erklärung davon, dass ‘die Bank nicht verkauft wird’)” Dabei sind sich Banker sicher, dass unter Einbeziehung des Verzichts auf die Zusatzemission und dem Erhalt des Kredits von der NBU die Käufer den Aktionären der PIB einen sehr niedrigen Preis vorschlagen werden. “Die Bank hat ein sehr gutes Netz, Spezialisten, Klienten, doch in der aktuellen Situation wird sie weniger als das Kapital kosten.”, denkt Anatolij Guljej.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 1292

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)12 °C  Ushhorod13 °C  
Lwiw (Lemberg)10 °C  Iwano-Frankiwsk11 °C  
Rachiw8 °C  Jassinja8 °C  
Ternopil10 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)12 °C  
Luzk10 °C  Riwne10 °C  
Chmelnyzkyj10 °C  Winnyzja9 °C  
Schytomyr10 °C  Tschernihiw (Tschernigow)9 °C  
Tscherkassy12 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)12 °C  
Poltawa11 °C  Sumy10 °C  
Odessa15 °C  Mykolajiw (Nikolajew)14 °C  
Cherson14 °C  Charkiw (Charkow)11 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)13 °C  Saporischschja (Saporoschje)13 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)12 °C  Donezk11 °C  
Luhansk (Lugansk)13 °C  Simferopol14 °C  
Sewastopol15 °C  Jalta11 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“

„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


“

„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


“

„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


“

„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“