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Die Rede der ukrainischen Vertreterin vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag: Volltext

Ukrainische Delegation beim Internationalen GerichtshofMitglieder der Delegation der Ukraine am zweiten Tag der Anhörung Copyright: UN Photo/ICJ-CIJ/Frank van Beek. Courtesy of the ICJ. All rights reserved.

Olena Serkal, die stellvertretende Außenministerin, trat am Montag als Vertreterin der Ukraine (als „agent of ukraine“ in der Terminologie des IGH) vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag auf.

Neben Serkal vertreten in Den Haag noch der amerikanische Professor Harol Hongji Koh sowie Marney Cheek und Jonathan Gimbeltt, Partner der Anwaltskanzel Covington, die als bevollmächtigte Rechtsvertretung die Interessen der Ukraine vor Internationalen Gerichten vertritt, die ukrainische Position.

Die „Jewropejska Prawda“ bietet Ihnen eine Übersetzung der ziemlich emotionalen Rede von Olena Serkal, die die historische Anhörung in Den Haag in der Sache „Die Ukraine gegen Russland“ mit ihrer Rede eröffnete.

**************

„Sehr geehrter Präsident, sehr geehrte Mitglieder des Gerichts.

Es ist eine große Ehre und ein außergewöhnliches Privileg im Namen der Ukraine vor dem wichtigsten Gerichtsorgan der UN treten zu dürfen.

Die Ukraine hat sich zum Schutz der Grundrechte des ukrainischen Volkes an den Gerichtshof gewandt, da sich dieses mit Verletzungen des internationalen Rechts durch die Russische Föderation konfrontiert sieht.

Heute bitte ich den Gerichtshof darum, vorläufige Maßnahmen zu ergreifen, um diese Rechte während der Verhandlung dieses Falls vor einer irreparablen Zerstörung zu bewahren.

Tausende unschuldige ukrainische Zivilisten wurden bereits durch Angriffe getötet, Millionen befinden sich auch weiterhin in unmittelbarer Gefahr. Deren friedliches Leben, deren Alltag wurde zerstört, ihre fundamentalen Rechte wurden unverhohlen von einem ständigen Mitglied des UN-Sicherheitsrates verletzt – der Russischen Föderation.

Die Russische Föderation verletzt kontinuierlich internationales Recht und begeht Menschenrechtsverletzungen.

Die Russische Föderation unterstützt auch weiterhin illegal bewaffnete Gruppierungen in der Ukraine, die zahlreiche Terroranschläge begangen haben.

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Auf der besetzten Krim tritt die Russische Föderation die Menschenrechte mit Füßen und verfolgt eine Politik der Kulturausrottung und allgegenwärtigen Diskriminierung. Diese Taten sind für die internationale Gemeinschaft nicht hinzunehmen: Sie wurden von den Vereinten Nationen verurteilt.

Die Russische Föderation setzt ihre Außenpolitik ohne Rücksicht auf menschliches Leben um und verwendet jedes nur erdenkliche Mittel, um ihren Willen durchzusetzen.

Die Taktik der Russischen Föderation schließt auch die Unterstützung von Terrorismus, rassendiskriminierende Handlungen sowie Propaganda, Subversion, Einschüchterung, politische Korruption und Cyber-Attacken nicht aus. Das ist die Realität, mit der wir in der Ukraine konfrontiert werden. Die Russische Föderation verfolgt diese Strategie bereits seit drei Jahren und streitet dabei die eigenen mannigfaltigen und vielschichtigen Angriffe gegen die Ukraine ab.

Heute stehe ich vor diesem internationalen Gericht, um um den Schutz der grundlegenden Rechte des ukrainischen Volkes zu bitten. Wir fordern Gerechtigkeit und dass die Russische Föderation, die auch weiterhin ihre Missachtung gegenüber ihren Verpflichtungen aus internationalen Verträgen demonstriert, gemäß internationalem Recht haftbar gemacht wird. Infolge dieser Missachtung internationaler Verpflichtungen sieht sich das ukrainische Volk mit einer kontinuierlichen Kampagne des Terrors und der kulturellen Auslöschung konfrontiert. Die Situation ist wirklich schrecklich.

Selbst in den letzten Wochen hat sich die Situation zugespitzt. Von Russland unterstützte, bewaffnete Gruppierungen haben ihre Angriffe erneut verstärkt und das Ausmaß der Einschüchterung der Zivilbevölkerung erhöht. In Awdijiwka wurden allein in der Woche zwischen dem 29. Januar und dem 5. Februar 2017 mindestens acht tote und 30 verletzte Zivilisten von OSZE-Beobachtern bestätigt. Aufgrund von wahllosem Artilleriebeschuss wurden in der Stadt Wohnhäuser und wichtige Infrastrukturen zu einem erheblichen Maß zerstört, wodurch die dortige Bevölkerung ohne Elektrizität, Wasserversorgung und Wärme bei Temperaturen weit unter null zurückgeblieben ist.

Seit Beginn 2017, innerhalb von nur zwei Monaten, wurden in Awdijiwka schätzungsweise 15.000 Granaten verschossen.

Diese Menge entspricht 14 Eisenbahnwaggons voll mit Munition. Unterdessen drückte der offizielle Sprecher des russischen Präsidenten die Hoffnung aus, dass den von Russland unterstützen Gruppierungen nicht die Munition ausgehen wird.

Kann es da wirklich irgendwelche Zweifel daran geben, woher diese ganze Munition kommt? Nein. Sie kommt von der Russischen Föderation.

Die Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung sind die logische Folge der russischen Unterstützung von terroristisch agierenden Gruppierungen.

Die Zerstörung des Flugzeugs des Flugs MH17 mit einem russischen Buk-System hat Russland nicht davon abgehalten, auch weiterhin den Terrorismus finanziell zu unterstützen. Durch diese russische Unterstützung wurde der Angriff auf einen Bus in Wolnowacha möglich. Und nur zwei Wochen später wurde Mariupol beschossen, Kramatorsk vier Wochen danach. In Charkiw wurde die Zivilbevölkerung durch eine Reihe von Bombenanschlägen in Angst und Schrecken versetzt.

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Das sind keine isolierten, unabhängigen Vorfälle, sondern das Ergebnis der Unterstützung des Terrorismus durch die Russische Föderation.

Während im Osten der Ukraine weiterhin Zivilisten wahllosen Angriffen ausgesetzt sind, implementiert die Russische Föderation auf der okkupierten Krim auch weiterhin eine Art sowjetische Herangehensweise und Interpretation der Menschenrechte und unterdrückt Gruppen, die es als Feinde identifiziert hat. Erst vor Kurzem wurden elf Krimtataren gewaltsam festgenommen, weil sie friedlich gegen willkürliche Durchsuchungen protestierten. Dies ist lediglich ein weiteres Beispiel dafür, wie das russische Regime diejenigen zum Schweigen bringt, die es missbilligt.

Die Ukraine verlangt Entschädigung für die kontinuierliche Verletzung zweier internationaler Abkommen seitens Russlands: dem Internationalen Abkommen zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung und dem Internationalen Abkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung. Die Anwälte der Ukraine werden detailliert unsere Ansprüche begründen und erläutern, warum vorläufige Maßnahmen derartig dringend sind. Im Vorfeld möchte ich kurz den historischen Kontext zeichnen, um zu zeigen, dass die jetzigen Ereignisse nicht isoliert betrachtet werden dürfen.

Seit der (Neu-)Gründung des modernen ukrainischen Staates nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion strebten die Menschen in der Ukraine danach, die demokratischen Werte umzusetzen und zum Leben zu erwecken und ließen das menschliche Leben und die Würde des Menschen zur höchsten Priorität sowohl der Regierung als auch der Gesellschaft werden. Anders als in vielen anderen postkommunistischen Staaten gab es in der Ukraine nie ethnische Spannungen. Durch die ukrainische Verfassung und die korrespondierende Gesetzgebung wurde ein Rechtssystem etabliert, das den Schutz der Rechte ethnischer Gruppierungen sicherstellt, was auch von UN- und EU-Beobachtern bestätigt wurde.

Die schrecklichen Nachrichten über den Terror gegen die Zivilbevölkerung waren etwas, das nur weit weg von uns zu geschehen schien.

Die ukrainische Transformation und die Verstärkung der Beziehungen zur Europäischen Union trugen zunehmend zur Verärgerung der Russischen Föderation bei. Die Russische Föderation drohte, die ukrainische Wirtschaft durch pönalisierende, einseitige Handelsbeschränkungen zu zerstören, versuchte, das ukrainische Volk während einer rauen Wintersaison erfrieren zu lassen, indem es die Gaslieferungen einstellte, und stellte zudem immer wieder die territoriale Integrität der Ukraine infrage.

In der letzten Dekade haben die russischen Einmischungen in ukrainische Angelegenheiten kontinuierlich zugenommen.

Diese Einmischungen haben 2014 ein gefährliches neues Ausmaß angenommen. Russland hat beschlossen, in der Ukraine militärisch zu intervenieren, illegale Gruppierungen, die auf ukrainischem Boden Terroranschläge verüben, zu finanzieren und die Menschenrechte von Millionen Ukrainern zu verletzen – einschließlich das Recht auf Leben von viel zu vielen Menschen.

Dieses Vorgehen spiegelt lediglich das breitere Verhaltensmuster Russlands wider, das wir alle leider nur all zu gut kennen.

Als Vizeaußenministerin habe ich mich mit all diesen Fragen befasst. Aber heute stehe ich als Vertreterin der Ukraine vor Ihnen und als solche interessiert mich zuvorderst das Recht und nicht die Politik.

Drei Jahre lang habe ich persönlich die Verhandlungen mit der Russischen Föderation zu diesen Rechtsstreitigkeiten geführt. Ich gebe zu, dass dies sehr schwierig war. Wieder und wieder hat Russland die ukrainischen Proteste zu Vertragsverletzungen abgelehnt. Unsere Einwände wurden nicht ernst genommen und uns wurde immer wieder gesagt, dass es keinen wirklichen Konflikt gäbe. Und nach solchen Gesprächen bin ich nach Hause gefahren und habe mit eigenen Augen gesehen, wie Russland seine Kampagne gegen das ukrainische Volk fortsetzt.

Nach vielen vergeblichen Bemühungen war es schließlich an der Zeit zu sagen: Genug ist genug!

Was uns schließlich hier vor den Internationalen Gerichtshof gebracht hat. In dieser schwierigen Zeit legen wir unser Vertrauen in die Institutionen des internationalen Rechts und ersuchen um Schutz. Dieser Fall wird der Öffentlichkeit zeigen, ob sich die internationale Rechtsordnung auch gegenüber mächtigen Ländern, die das Gesetz außer Acht lassen und die Menschenrechte nicht respektieren, behaupten kann.

Gleichzeitig ist unsere heutige Bitte sehr bescheiden.

Alles, was wir ersuchen, sind Stabilität und Ruhe in einer unberechenbaren und gefährlichen Situation. Herr Präsident, Mitglieder des Gerichtshofs, angesichts der unmittelbar drohenden Gefahr, der sich das ukrainische Volk gegenübersieht, fordere ich Sie auf, vorläufige Maßnahmen anzuordnen. Der Anwalt der Ukraine wird erläutern, warum der Gerichtshof uns diesen Schutz gewähren sollte.

Zunächst wird Professor Harold Hongju Koh die ukrainischen Forderungen und unser Gesuch um vorläufige Maßnahmen allgemein vorstellen.

Anschließend wird Frau Marney Cheek die Notwendigkeit für vorläufige Maßnahmen in Bezug auf das Abkommen zur Terrorismusfinanzierung erläutern und aufzeigen, dass alle Kriterien für vorläufige Maßnahmen erfüllt sind.

Danach wird Herr Jonathan Gimblett die Notwendigkeit für vorläufige Maßnahmen in Bezug auf den Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung (CERD)erläutern und aufzeigen, dass die Kriterien für vorläufige Maßnahmen auch gemäß dieser Vereinbarung erfüllt sind.

Vielen Dank, Herr Präsident und ehrenwerte Mitglieder des Gerichtshofs.“

Quelle: Jewropejska Prawda

Übersetzerin:    — Wörter: 1412

Jahrgang 1978. Yvonne Ott hat Slavistik und Wirtschaftswissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg studiert. Seit 2010 arbeitet sie als freie .

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„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

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„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
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„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“