Das ukrainische Ministerkabinett bietet dem Unternehmen Vanco Prykerchenska Ltd. (Britische Jungferninseln) einen gütlichen Vergleich an, wie Justizminister Alexander Lawrinowitsch Journalisten am 12. Mai mitteilte. “Uns wurden bereits entsprechende Angebote vorgelegt. Sie werden von beiden Seiten geprüft.”, zitiert die Agentur “Interfax Ukraine” den Minister.
Auf die Frage, ob das Ministerkabinett gewillt sei nur mit Vanco einen gütlichen Vergleich anzustreben, sagte er, das Unternehmen stelle “einen der Vorschläge dar”.
Erinnern wir uns, dass die ukrainische Regierung im Dezember 2005 die Berechtigung zum Abschluss eines Produktionsteilungsabkommens (Production Sharing Agreement, PSA) ausschrieb, welches sich auf die Fördermenge bezieht, die im Festlandsockel des Schwarzen Meeres, in den Öl-und Gasvorkommen des Prikertschensker Abschnitts, gewonnen werden wird. Als Gewinnerin der Ausschreibung ging Vanco International hervor, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Vanco Energy Company (USA). Der Vertragsprozess des Projektes PSA zog sich eineinhalb Jahre hin. Unterschrieben wurde das Abkommen erst am 19. Oktober 2007.
Vanco International wiederum übertrug im Oktober 2007 die Rechte und Pflichten des PSAs der Gesellschaft Vanco Prykerchenska, die im August desselben Jahres gegründet wurde.
Eigentümer von Vanco Prykerchenska mit gleichen Anteilen werden Vanco International, die DTEK Holdings Limited des ukrainischen Geschäftsmanns Rinat Achmetow, die Shadowlight Investments Limited des russischen Unternehmers Jewgenij Novizkij, sowie die Firma Integrum Technologies Limited.
Das Umweltministerium, damals mit Wassilij Dsharty an der Spitze, erteilte am 5.Dezember 2007 Vanco Prykerchenska die Lizenz zu geologischen Untersuchungen und zur explorativen und industriellen Öl-, Gas- und Methanhydratgewinnung in den Grenzen des Prikertschensker Areals.
Die Regierung Julia Timoschenkos, vertreten durch Georgij Filiptschuk, dem Leiter des Umweltministeriums, unterzog die Entscheidung zur Vergabe des Erschließungsrechts an Vanco Prykerchenska für die gesamte Fläche von fast 13.000 km² mehrmals der Kritik. Insbesondere zeigte das Umweltministerium eine Reihe von Verstößen gegen die ukrainische Gesetzgebung auf, welche im Verlauf der Ausschreibung auf das Recht zum Abschluss des PSAs und während des Prozesses der Lizenzerteilung an Vanco Prykerchenska zugelassen worden waren, sowie die Tatsache, dass Vanco International einige Bestimmungen des PSAs verletzte.
Mit einer Anordnung vom 25. April 2008 erklärte das Umweltministerium die Lizenz, die Vanco International erhalten hatte, für ungültig. Auch das Ministerkabinett entschied, aus dem Vertrag mit Vanco International auszuscheiden. Mit der Regierungsverordnung Nr. 740-r vom 21. Mai 2008 wurde dieser Entscheid rechtskräftig, der insbesondere die andere Verfügung zur Zustimmung des PSA-Projektes aufhob.
Dabei hatte der damalige Präsident der Ukraine, Wiktor Juschtschenko, von der Regierung gefordert, die Entscheidung zum Lizenzentzug aufzuschieben und die Verhandlungen mit dem Investor fortzusetzen, aber das Ministerkabinett nahm seinen Rat nicht an.
Im Gegenzug wandte Vanco sich an ein internationales Schiedsgericht und machte der Regierung gleichzeitig Vorschläge zur Wiederaufnahme der Zusammenarbeit im Rahmen des PSAs. Insbesondere legte das Unternehmen im Oktober 2009 der Regierung offiziell einen Durchführungsplan und ein Budget von 57 Mio. Dollar vor, bestimmt für die Realisierung der ersten Abbauetappe im Inneren des Prikertschensker Kontinentalschelfs im Schwarzen Meer für das Jahr 2010, wie es mit dem Vertrag vorgesehen war. Das entsprechende Konzept legte das Unternehmen im Jahre 2008 vor, doch die Regierung J. Timoschenkos ignorierte diesen Vorschlag.
Die Gesamtfläche des Pritschersker Gebiets mit Öl-und Gasvorkommen umfasst 12.960 km². Die Meerestiefe beträgt in diesem Abschnitt zwischen 70m und mehr als 2 km. Die Größe der Kohlenwasserstoffressourcen beläuft sich nach vorläufigen ukrainischen Einschätzungen auf 30.000 Tonnen vermuteten Brennstoffes pro Quadratkilometer, das Gesamtvolumen wird auf 10,8 Milliarden km² geschätzt. Eine Bohrung wurde auf dem Territorium nicht durchgeführt.
Allerdings erhielt Vanco Prykerchenska noch kein offizielles Angebot zur Unterschrift einer einvernehmlichen Regelung von der Regierung. Darüber sprach der juristische Partner des Unternehmens, Oleg Aljoschin, mit “RBK-Ukraina”.
“Die Anhörungen haben schon stattgefunden. Die letzte Runde der Dokumentenübergabe findet in diesem Monat statt. Wenn der Streit mit einem gütlichen Vergleich nicht beendet sein wird, so könnte die Entscheidung im Herbst, ungefähr im Oktober, November fallen. Wir haben immer Bereitschaft zur Beilegung des Konfliktes gezeigt, aber bis jetzt haben wir keinen Vorschlag erhalten”, erklärte O. Aljoschin. Seinen Worten nach existiert “eine breite Palette von Fragen”, die einer Lösung bedürfen.
Quelle: Serkalo Nedeli 15. Mai 2010


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“