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Katerintschuk möchte ebenfalls Bürgermeister von Kiew werden

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Gestern verletzte der Vorsitzende der Europäischen Partei der Ukraine, Nikolaj Katerintschuk, als erster die nichtöffentliche Absprache der demokratischen Kräfte über die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten bei den Bürgermeisterwahlen in Kiew verletzt. Gestern reichte er seine Kandidatur bei der Kiewer Wahlkommission ein. Ihre eigenständige Teilnahme erklärte auch die Ukrainische Volkspartei, welche mit zum Block “Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung” gehört. Darin, dass es keinen gemeinsamen Kandidaten gibt, herrscht weder bei Experten noch bei der Opposition noch bei den Vertretern der Koalition Zweifel.

Nikolaj Katerintschuk wartete nicht das Ende der Verhandlungen zwischen den Mitgliedern der demokratischen Koalition über die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten ab, auf dessen Festlegung der Präsident Wiktor Juschtschenko gleichfalls besteht. “Ich stelle mich selbst auf.”, erklärte gestern Katerintschuk den Journalisten, der Vorsitzende der Europäischen Partei der Ukraine, welche zum Block “Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung” (UUNS) gehört, seinen Antrag auf Kandidatur bei den Wahlen zum Bürgermeister der Hauptstadt bei der Wahlkommission einreichend.

Er erwies sich nicht als der einzige, welcher es leid war die Festlegung eines Einzelkandidaten abzuwarten. Die Ukrainische Volkspartei (UVP) erklärte gestern auch offiziell ihre Absicht selbstständig an den Wahlen zum Kiewer Stadtrat teilzunehmen und in Position des Einheitskandidaten für den Posten des Stadtoberhaupts von den demokratischen Kräften schlug sie vor “die Kandidatur des stellvertretenden Parteivorsitzenden, Alexander Slobodjan, in Betracht zu ziehen”.

“Ein Einheitskandidat – das ist ein Mythos. Heute kann man es absolut genau sagen: Es wird ihn nicht geben.”, ist sich der Vorstandsvorsitzende der Leitung des Zentrums politischer Forschung “Penta”, Wladimir Fesenko, sicher. “Für die Mehrzahl der Teilnehmer sind die Wahlen zum Bürgermeister selbst nicht so interessant, notwendiger ist es in den Kiewer Stadtrat zu gelangen – was sofort ihre Kapitalisierung erhöht.” Darin, dass es einen Einheitskandidaten für den Bürgermeisterkandidaten in Kiew geben wird, zweifeln auch die Vertreter von UUNS. “Als Realpolitiker, glaube ich nicht daran, dass es einen Einheitskandidaten geben wird.”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ der Vorsitzende der UVP, der Parlamentsabgeordnete Jurij Kostenko.

Nichtsdestotrotz bekräftigt der Abgeordnete des Kiewer Stadtrates, Witalij Klitschko, der sich selbst als wahrscheinlichsten Einheitskandidaten der demokratischen Kräfte sieht, dass noch Chancen für die Aufstellung eines Einheitskandidaten bestehen. “Ich nehme an den Verhandlungen mit Leuten teil, die Schlüsselentscheidungen treffen und ich kann nicht sagen, dass diese bereits beendet wurden.”, erklärte gestern Witalij Klitschko dem “Kommersant-Ukraine“.

Die Vertreter der Opposition bekräftigen, dass das Fehlen einer abgestimmten Kandidatur für sie nicht unerwartet kam. “Von den ersten Tagen der Kampagne habe ich gesagt, dass der so genannte Einheitskandidat der Blöcke ‘Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung’ und BJuT (Block Julia Timoschenko) nicht aufgestellt wird.”, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ der Vorsitzende der Kiewer Stadtorganisation der Partei der Regionen, Wassilij Gorbal. “Das, Nikolaj Katerintschuk für den Bürgermeisterposten kandidiert, war erwartbar – er kam zur Unterstützung Leonid Tschernowezkijs zur Sitzung des Kiewer Stadtrates. Auf diese Weise, provoziert (попиарится) selbst in Kiew und hilft dem Freund.” Der Meinung von Wassilij Gorbal nach, wird die Aufstellung neuer Kandidaten für den Bürgermeister von den Koalitionskräften deren Rating im Ganzen verringern. Genauso denkt auch der Abgeordnete der Fraktion des Blockes Leonid Tschernowezkij im Kiewer Stadtrat Sergej Beresenko. “Es wird schwer für alle Kandidaten mit dem jetzigen Bürgermeister zu konkurrieren und das Fehlen einer abgestimmten Position in der Koalition wird dazu führen, dass mit hunderprozentiger Wahrscheinlichkeit der gültige Bürgermeister Stadtoberhaupt bleiben wird.”, denkt Beresenko.

Bemerkenswert ist, dass in dieser Frage die Positionen der politischen Gegner übereinstimmen. Witalij Klitschko ist sich ebenfalls sicher, dass die Chancen Leonid Tschernowezkijs auf einen wiederholten Sieg direkt von der Zahl der registrierten Kandidaten abhängen – je mehr teilnehmen, um so größer die Chancen beim gültigen Bürgermeister zu siegen. “Ich denke, dass jedem, derjenigen die ihre Kandidatur aufstellen, dies bewusst ist und dies vorsätzlich tun: entweder auf vorhergehender Absprache mit Tschernowezkij, oder ihre eigenen Ambitionen befriedigend.”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ Klitschko. Im Übrigen, seinen Worten nach, sogar bei Abwesenheit eines Einheitskandidaten der demokratischen Kräfte sind noch Chancen für einen Wechsel an der Macht in der Hauptstadt existent. “Wenn ein Gesetz über die Bürgermeisterwahl in zwei Runden angenommen wird, dann wird der Kampf sogar bei Fehlen eines Einzelkandidaten fortgesetzt.”, unterstrich Witalij Klitschko.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 715

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