google+FacebookVKontakteTwitterMail

Der Krieg um die Ukraine

Es ist jetzt offensichtlich, dass Putins Ziel in der Ukraine nicht die Krim, sondern Kyjiw ist. Er bezweckt die Zerstörung der ukrainischen Souveränität. Nach der Logik des Kremls sollten alle entscheidende Beschlüsse erst in Moskau genehmigt werden. So ist die erste taktische Aufgabe Russlands, die für den 25. Mai geplanten vorgezogenen Präsidentschaftswahlen zu verhindern. Wenn nicht in der gesamten Ukraine, so sollte dies doch in mehreren Gebieten der Süd- und Ostukraine der Fall sein. Nach einem in russischen Medien bekannt gegebenen Plan wäre es ideal, wenn schon vor den Präsidentschaftswahlen und Wahlen für das Parlament eine neue Verfassung verabschiedet würde. Durch die Föderalisierungsmechanismen sollte dies die Kyjiwer Regierung an der Durchführung einer konsolidierten Politik in allen Gebieten der Ukraine hindern.

Es gibt in der Ukraine keine Regionen mit Ausnahme der Krim, in denen die Mehrheit der Bevölkerung sich als Russen versteht und die Ukraine nicht als eigenen Staat empfindet. Momentan ist es sehr wichtig, kontinuierlich und überzeugend zu erklären (insbesondere den westlichen Politikern und Journalisten), dass in der Ukraine „Russisch sprechen“ auf keinen Fall mit „sich als Russe zu verstehen“ und noch weniger mit dem Verlangen nach „einer Vereinigung mit Russland“ identisch ist.

Im derzeit stattfindenden Krieg um die Souveränität der Ukraine sind die Medien zu einem der wichtigsten Kriegsfelder geworden. Berichte der Kremlpropaganda über „Faschisten in der Regierung“ und über „die Ukraine erobernden Bandera-Nachfolger“ sind auch außerhalb von Russland sehr wirksam. Ein Großteil der Medien, insbesondere in Deutschland, ist dieser Propaganda erlegen. Eine grundlegende Ursache dafür ist die Einbindung der leicht erkennbaren Stereotypen seitens der russische Propaganda (zum Beispiel solcher wie „ukrainischer Antisemitismus“, „massenhafte Kollaboration mit den Nazis“) und unzweifelhafte Kulturreflexe („Faschismus ist bösartig in allen seinen Erscheinungen“).

Unter der Berücksichtigung einer sehr schweren ökonomischen Lage im Lande ist es verständlich, dass die heutige Regierung der Ukraine auf eine finanzielle und politische Unterstützung des Westens angewiesen ist. Der Westen versteht die Ernsthaftigkeit der politischen Herausforderung Putins, scheint aber nicht zu einer schnellen und entschlossenen Reaktion auf die Aktionen Russlands bereit zu sein. Putin versteht vermutlich die Eigenschaften insbesondere der deutschen politischen Kultur mit ihrer Vorsicht in der Außenpolitik und Verbundenheit mit der Logik der (vor allem militärischen) Nichteinmischung.

Das aggressive Vorgehen Russlands gegen die Ukraine betrifft nicht nur diese beiden Länder, und nicht ausschließlich den postsowjetischen oder osteuropäischen Raum. Nach unterschiedlichen Quellen versprach der Kreml den USA und der EU, auf dem ukrainischen Festland „noch“ keine Militäraktion zu unternehmen. Es bleibt offensichtlich, dass die begonnene Logik des Kriegs um die Ukraine sehr schwer zu stoppen ist, auch wenn ein solcher Wunsch wirklich vorhanden ist. Die Hauptfragen bleiben die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine sowie die Entschlossenheit der Weltgemeinschaft, der Herausforderung Putins zu begegnen.

25. März 2014 // Andrij Portnow

Quelle: Zaxid.net

Übersetzerin: Natalena Proskurivna

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Artikel bewerten:

Rating: 6.3/7 (bei 3 abgegebenen Bewertungen)

Kommentare

Kommentar schreiben

Neueste Beiträge

Aktuelle Umfrage

Ist das Einreiseverbot für die russische ESC-Kandidatin Julia Samoilowa richtig?
Interview

zum Ergebnis
Frühere Umfragen

Karikaturen

Andrij Makarenko: PrivatBank

Wetterbericht

Kyjiw (Kiew)8 °C  Ushhorod6 °C  
Lwiw (Lemberg)8 °C  Iwano-Frankiwsk10 °C  
Rachiw8 °C  Ternopil4 °C  
Tscherniwzi (Czernowitz)8 °C  Luzk9 °C  
Riwne9 °C  Chmelnyzkyj4 °C  
Winnyzja4 °C  Schytomyr4 °C  
Tschernihiw (Tschernigow)5 °C  Tscherkassy4 °C  
Kropywnyzkyj (Kirowograd)2 °C  Poltawa2 °C  
Sumy3 °C  Odessa7 °C  
Mykolajiw (Nikolajew)7 °C  Cherson8 °C  
Charkiw (Charkow)2 °C  Saporischschja (Saporoschje)6 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)4 °C  Donezk8 °C  
Luhansk (Lugansk)3 °C  Simferopol3 °C  
Sewastopol7 °C  Jalta8 °C  
Daten von World Weather Online

Leserkommentare

«In Ihrem Bericht fehlt, wie Herr Achmetow zu seinem Reichtum kam und es fehlt auch wie er es täglich vermehrtß?!! Mit welchen...»

Alex Alexandrewitsch in Die Krim im Tausch gegen alles

«Haha ich glaube meine bildung in sachen Wirtschaft übersteigt ihren Hauptschulabschluss»

Alex Alexandrewitsch in Die Krim im Tausch gegen alles

«Das ich den Kapitalismus nicht verstehe, halte ich für ein gerücht. Wenn sie wüssten hahahhaaha»

Alex Alexandrewitsch in Die Krim im Tausch gegen alles

«Ja nordkorea ist riesig, es ist so riesig, gigantisch, ich habe noch nie so ein riesenland gesehen. Bald wird Russland zum...»

«Einer der Hauptabnehmer dürfte Storaenso sein und das Holz über Tschechien (bahn) nach Österreich - Waldhausen bei Zwettl,...»

«Das ist leider ein "Friedensplan", der keine Chance zur Verwirklichung hat. Und das liegt vor allem an Punkt oder Schritt...»

«Richtig, normaler ukr. Bürger ist Spielball u. Opfer geostrategischer Spielchen der EU-USA !»

KOLLEGGA mit 131 Kommentaren

Alex Alexandrewitsch mit 55 Kommentaren

Torsten Lange mit 24 Kommentaren

Wolfgang Krause mit 23 Kommentaren

Christos Papaioannou mit 20 Kommentaren

Anatole mit 17 Kommentaren

Jusstice For All mit 17 Kommentaren

franzmaurer mit 16 Kommentaren

E Siemon mit 16 Kommentaren

stefan 75 mit 15 Kommentaren