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"Naftogas Ukrainy" fehlt das Geld zur Bezahlung des Importgases

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Nur einen Monat nach der Unterzeichnung des langfristigen Vertrages zwischen der OAO (Offenen Aktiengesellschaft) “Gasprom” und der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) “Naftogas Ukrainy” tauchten erneut Probleme bei der Abrechnung für das gelieferte Gas auf. Dem ukrainischen Monopolisten reichen aufgrund der nicht rechtzeitigen Zahlungen der Verbraucher die Mittel einfach nicht aus. Wenn zum 7. März “Naftogas” nicht die notwendigen Mittel überweist, dann wird die Gesellschaft zu hundertprozentigen Vorzahlungen verpflichtet werden. Dies kann “Naftogas” sich nicht erlauben und daher braucht das Unternehmen neue Geldquellen, betonen Experten.

“Die NAK ‘Naftogas Ukrainy’ verkündet die mögliche Verschlechterung der Situation bei den Abrechnungen mit der OAO ‘Gasprom’ im Ergebnis des katastrophalen Anstiegs der Rückstände der kommunalen Wärmeenergieversorgungsunternehmen”, heißt es in der gestrigen Presseerklärung des Unternehmens. Den Angaben von “Naftogas” nach, überstieg die Gesamtsumme der Schulden der kommunalen Wärmeenergieversorgungsunternehmen 4,567 Mrd. Hrywnja (ca. 435 Mio. €) und “wächst weiter”.

Die Komplikationen in den Abrechnungen ergeben sich den Verpflichtungen die “Naftogas”, die in dem Gasabkommen festgelegt wurden, welches Anfangs des Jahres unterzeichnet wurde. Insbesondere geht die Rede davon, dass “Naftogas” sich verpflichtet hatte, die Gaslieferungen nicht später als zum 7. des Monats zu bezahlen, der dem Liefermonat folgt. Nach der ersten Nichtzahlung sollen die Vertragsseiten, gemäß dem Vertrag, zu einem System der Vorauszahlung übergehen. Den Angaben von Informanten des “Kommersant-Ukraine“ beim Energieministerium nach, wird der Import von Gas im Februar mit 1-1,25 Mrd. Kubikmeter beziffert, für die, ausgehend von dessen Preis von 360$ pro tausend Kubikmeter, 360-450 Mio. $ gezahlt werden müssen.

Informanten des “Kommersant-Ukraine“ beim Energieministerium und bei “Naftogas” teilten mit, dass beim ukrainischen Monopolisten nicht nur die Unternehmen der kommunalen Energieversorgung nicht abrechnen. Die Gesamtschuld der Konsumenten überstieg seit Anfang 2009 bereits 6,102 Mrd. Hrywnja (ca. 581 Mio. €). “So eine katastrophale Situation gab es in der Ukraine lange nicht mehr, das Niveau der Zahlungen der Industrieunternehmen beträgt 62%, das der Bevölkerung 33,7% und das vor dem Hintergrund, dass die Industrie das Gas im voraus bezahlt und die Abrechnungen der Bevölkerung in den letzten Jahren fast auf 100% kletterten”, sagt der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“.

Der Pressesprecher von “Naftogas”, Walentin Semljanskij, sagt, dass der sich zum heutigen eingestellte Zahlungsverzug der Bevölkerung eine Standardsituation für den Anfang des Jahres ist. “Die Verzögerungen bei der Bezahlung von Gas bei der Industrie sind ausschließlich von technischen Momenten hervorgerufen, da der Vertrag mit ‘Gasprom’ erst am 19. Januar unterzeichnet wurde”, betont Semljanskij.

Bei “Gasprom” zieht man es vor die Erklärungen der ukrainischen Seite nicht zu kommentieren. “Dies ist die Sache von ‘Naftogas’. Wir erwarten pünktliche Zahlungen”, sagt man bei “Gasprom”. Derweil erklären Informanten des “Kommersant-Ukraine“ beim Unternehmen, dass eine Wiederholung der Praxis der letzten Jahre, als “Naftogas” für das Gas mit einer Überfälligkeit von mehreren Monaten zahlte, “zu dem nächsten internationalen Skandal führen könnte”.

Der Generaldirektor der Investmentfirma Concorde Capital, Igor Masepa, geht davon aus, dass unter den Bedingungen der weltweiten Liquiditätskrise der Übergang “Naftogas” zu einer hundertprozentigen Vorauszahlung sich negativ auf die Tätigkeit des Unternehmens auswirken wird. “Dies spült die Hauptmittel des Unternehmens heraus, die dieses derzeit so nötig hat”, betont er.

Bei “Naftogas” erklärt man, dass man nicht wünscht zu Vorauszahlungen für das Gas überzugehen und daher erarbeitet man gemeinsam mit der Regierung ein Maßnahmensystem aus, welches die Arbeit bei der Eintreibung der Schulden von den Versorgungsunternehmen erleichtert. Insbesondere begann “Naftogas” bereits zu außerordentlichen Maßnahmen überzugehen, welche die Lieferung von Gas an Unternehmen mit Schulden auf ein Minimum beschränkt und diese dazu zwingt zu alternativen Energieträgern überzugehen – Masut/Schweröl und Kohle. Erinnern wir daran, dass am Anfang der Woche allen Wohnhäusern und Behördengebäuden in Dnepropetrowsk und ebenfalls einem Teil von Lugansk die Heizung abgestellt wurde.

Die Effektivität der harten Maßnahmen “Naftogases” ruft übrigens Zweifel hervor. Der Direktor des Lugansker Wärmeversorgungsunternehmens, Alexej Russakow, sagt, dass das Gesetz zur Wärmeversorgung es verbietet Unternehmen in der Heizsaison abzuschalten. Und daher werden sich die Wärmeversorger an die Gerichte wenden. Der leitende Partner der Anwaltskanzlei Astapov Lwayers, Andrej Astapow, geht davon aus, dass die Kläger hohe Chance auf einen Sieg haben. “Da die Wärmeversorger direkt vom Staatsbudget abhängen, welches die Differenz zwischen dem teuren Importgas und den billigen Lieferungen an die Wärmeversorger abdeckt, liegt die Schuld bei den örtlichen Behörden”, sagt er. Der Vertreter des “Psicheja” Zentrums, Gennadij Rjabzew, sagt, dass “Naftogas” nur übrig bleibt zusätzliche Mittel aufzutreiben: “Falls es ‘Naftogas’ im Februar gelingen sollte das Geld zusammenzukratzen, dann müssen bereits im März zusätzliche Finanzierungen gesucht werden”.

Alexander Tschernowalow, Natalja Grib

Quelle: Kommersant-Ukraine

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Die “Financial Times Deutschland“ zum gleichen Thema.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 820

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