Im Laufe einer gewaltsamen Übernahme erhielt am Freitag die “Privat” Holding die Kontrolle über einen der größten Energielieferanten des Landes, das Unternehmen “Dneprooblenergo”. Vorstandsvorsitzender wurde Andrej Martynjuk und der vorhergehende Chef Eduard Sokolowskij wandte sich bereits an die Staatsanwaltschaft und das Gericht. Am Vorabend der Einführung einer strafrechtlichen Verantwortung für Raiderstwo werden sich die Übernahmen ukrainischer Unternehmen häufen, denken Experten.
Am Freitag gegen 8:00 Uhr drangen einige Dutzend Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma “B.O.G” (gehört zur “Privat” Gruppe) auf das Territorium der “Dneproblenergo” vor, erzählte man dem “Kommersant-Ukraine“ im Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit bei der Verwaltung des Innenministeriums in der Denpropetrowsker Oblast. Die Tore aufschneidend, neutralisierten sie die Wache, schlugen die Türen ein und führten den Generaldirektor des Unternehmens Eduard Sokolowskij mit Gewalt aus dem Gebäude. Den ankommenden Milizionären zeigten sie die Anordnung des Showtener Kreisgerichts in Depropetrowsk vom 25. Juli zur Anerkennung der Legalität der Ernennung Andrej Martynjuks zum kommissarischen Generaldirektor der “Denproblenergo”.
Gestern gelang es nicht sich mit Martynjuk in Verbindung zu setzen. Doch früher hatte er erklärt, dass er zum kommissarischen Generaldirektor der “Dneprooblenergo” auf der Aktionärsversammlung vom 30. April gewählt wurde. Damals hatte die Investmentfirma “Business-Invest” (gehört zur “Privat”-Gruppe), die drei Aktien des Unternehmens besitzt, eine Aktionärsversammlung der “Dneproblenergo” in den Mauern des Dnepropetrowsker Kulturpalastes durchgeführt. Doch die Staatliche Kommission für Wertpapiere und Wertpapiermärkte erkannte diese Versammlung nicht an.
Die Offene Aktiengesellschaft “Energosnabshajuschtschaja Kompanija ‘Dneproblenergo’” versorgt fast 24.000 Unternehmen mit Elektroenergie. 75% der Aktien gehören der “Energetitscheskaja Kompanija Ukrainy” (EKU), 15,9% dem Unternehmen Larva Investments Limited (Zypern), 9,1% Minderheitsaktionären.
Bei der EKU unterstützte man den Wechsel der Leitung von “Dneproblenergo”. Der Präsident des Unternehmens, Wladimir Sinewitsch, erklärte die Notwendigkeit der Ernennung eines neuen Managements mit der unbefriedigenden finanziellen Lage des Unternehmens.
Derweil ist sich Eduard Sokolowskij sicher, dass der Managementwechsel bei “Dneproblenergo” illegal erfolgte. Sich auf Daten des Energieministeriums berufend, betonte er, dass der Reingewinn des Unternehmens in der ersten Jahreshälfte 2008 um das 7,5 fache stieg – auf 96,826 Mio. Hrywnja (ca. 12,74 Mio. €) und die Hauptausgaben für die Sanierung des Energienetzes um das Dreifache. “Die Anordnung des Showtener Kreisgerichts aus Dnepropetrows, welche die Angreifer präsentierten, wurde unter Verletzung von Gesetzen beschlossen und ist bereits angefochten worden.”, teilte Sokolowskij mit. Seinen Worten nach, nahmen an dem Sturm Mitarbeiter der ausführenden Organe Saporoshjes teil, obgleich die Entscheidung von einem Dnepropetrowsker Gericht getroffen wurde. Und das Schewtschenkoer Kreisgericht von Saporoshje verbot vorher jeglichen Wechsel der Leitung des Unternehmens. Eduard Sokolowskij wandte sich bereits an die Staatsanwaltschaft der Oblast und die überbehördliche Kommission beim Kabinett für Fragen der Gegenmaßnahmen bei unrechtmäßigen Fusionen und Übernahmen von Unternehmen mit der Forderung sich in den Konflikt einzumischen.
Beim Pressedienst des Ersten Vizepremiers, Alexander Turtschinow, der diese Kommission leitet, teilte man mit, dass die Situation von “Dneprooblenergo” auf der Sitzung in dieser Woche untersucht wird. “Wir unternehmen Anstrengungen, um Raiderattacken von Seiten der ‘Privat’-Holding zu stoppen.”, werden die Worte Turtschinows in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung des Blockes Julia Timoschenko zitiert.
Der Direktor des Internationalen Institutes für Privatisierung, Eigentum und Investitionen, Alexander Rjabtschenko, geht davon aus, dass an der Schwelle der Untersuchung der Gesetzesprojekte in der Werchowna Rada zur Einführung einer strafrechtlichen Verantwortung für Raiderattacken sich Übernahmen häufen werden. “Die gleiche ‘Privat’ Gruppe zeigte Interesse an ‘Dneproenergo’ und den ‘Krymskije Generirujuschtschije Systemy’, wo die nächsten Stürme vor sich gehen können.”, sagte der Analyst der Investmentfirma Millenium Capital Jurij Ryshkow. Die Gruppe zeigte ebenfalls Interesse an “Luganskteplowos” und dem Dnepropetrowsker Ölpresswerk (TM “Olejna”), erinnert Rjabtschenko.
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“