Gestern fanden in Kiew Protestaktionen mit der Forderung zur Aufhebung des Abkommens zwischen Russland und der Ukraine zur Verlängerung der Stationierungsfrist der Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation auf der Krim bis 2042 statt. Die Versammlungen waren dem Jahrestag der Ratifizierung gewidmet. Teilnehmer der Aktion riefen sich gegenseitig zur Einigung auf und drohten den Machthabern mit einer neuen Revolution.
Die Protestaktionen, die dem Jahrestag der Ratifizierung der „Charkower Abkommen“ zwischen Russland und der Ukraine über die Verlängerung der Frist für die Stationierung der Schwarzmeerflotte auf der Krim bis 2042 gewidmet waren, fanden gestern in Kiew vom frühen Morgen an statt. Zur Erinnerung: am 27. April 2010 wurde die Ratifizierung der „Charkower Abkommen“ durch die Werchowna Rada von Massenprotesten auf den Straßen und einem Handgemenge im Parlament begleitet (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 28. April 2010).
Gestern fanden keine Massenunruhen statt. Die Streitereien zwischen den Teilnehmern der Aktion entfalteten sich im Internet. Gestern Morgen platzierte die Führerin der Partei „Batkiwschtschyna/Vaterland“, Julia Timoschenko, auf ihrer Seite ein Schreiben, welches an die „ politischen Parteien des patriotischen Flügels“ adressiert war, mit der Forderung „alle Maßnahmen dafür zu ergreifen, damit der 27. April 2017 der letzte Tag des Aufenthalts der russischen Flotte auf ukrainischer Erde werde“. Das Schreiben wurde von Timoschenko persönlich unterzeichnet. Dies rief den Protest des Führers der Partei „Bürgerposition“, des Parlamentsabgeordneten Anatolij Grizenko („Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung“, NUNS), hervor. Er betonte auf seiner Website, dass Julia Timoschenko dieses Schreiben in ihrem Namen unterzeichnet hat, obgleich an den Aktionen 14 Organisationen teilnehmen sollten. Am Tag verschwand das Schreiben von Timoschenko von ihrer Seite.
Zur Tagesmitte versammelten sich beim Gebäude der Werchowna Rada etwa 400 Vertreter der Organisationen „Otpor/Stütze“, UNA-UNSO (Ukrainische Nationalversammlung-Ukrainische Nationale Selbstverteidigung), „Trisub/Dreizack namens Stepan Bandera“ und sparten nicht an scharfen und sogar radikalen Äußerungen. Beispielsweise erklärte der Leiter der Kiewer Organisation von UNA-UNSO, Igor Masur, dass die nationalistischen Parteien die Jugend so erziehen sollen, dass „ihre Hände sich an die Kühle der Waffen gewöhnen, da möglicherweise im Herbst der Staat verteidigt werden muss“.
Die Hauptaktion fand am Abend neben dem Taras Schewtschenko Denkmal statt. Dort versammelten sich etwa 5.000 Menschen. Ein großer Teil der Versammlungsteilnehmer bestand aus Anhängern der Allukrainischen Vereinigung „Swoboda/Freiheit“, der Partei „Nascha Ukrajina/Unsere Ukraine“, „Sa Ukrajinu!/Für die Ukraine!“, „Batkiwschtschyna/Vaterland“, des Kongresses Ukrainischer Nationalisten, der Ukrainischen Volkspartei und der Ukrainischen Republikanischen Partei „Sobor/Versammlung“. Einige brachten Transparente mit der Aufschrift „Moskau – die Mutter Tschernobyls und des Patriarchen Kirill“ mit und vor dem Beginn der Versammlung wurde auf den Rasen vor dem Denkmal ein Schlauchboot mit dem daran befestigten Plakat „Putin, nimm deine Flotte und die Marionette Janukowitsch“ gebracht.
An die morgendliche Erklärung Julia Timoschenkos erinnerte niemand mehr. Punkt 17.00 Uhr eröffnete der Vorsitzende der Ukrainischen Republikanischen Partei „Sobor“, Anatolij Matwijenko, die Versammlung, der den Auftritten sofort einen harten Ton verlieh: „Jetzt ist die Osterwoche, doch keine festlichen Ereignisse haben uns sich hier versammeln lassen. Wir sind gekommen, um gegen die Regierung zu demonstrieren, die für ein Stück faulige Wurst ihre Bürger verraten und gegen die Verfassung verstoßen hat, indem sie die ‘Charkower Abkommen’ unterzeichnet hat“.
Noch radikaler drückte sich der Vorsitzende der Partei „Reformen und Ordnung“, der Parlamentsabgeordnete Sergej Sobolew („BJuT-Batkiwschtschyna“) aus. Praktisch zum Schreien übergehend, verkündete er: „‘Die Charkower Abkommen’ sind eine unmögliche Schande. Wer hat diese angenommen? Janukowitsch, der in der Zone saß und die gesamte Ukraine in eine Zone verwandeln möchte und Litwin, der jeden Morgen aufwacht und zittert, befürchtend, dass gegen ihn ein Verfahren wegen der Ermordung Gongadses eröffnet wird!“
Die übrigen Versammlungsteilnehmer waren zurückhaltender. So schlug der Vorsitzende der Partei „Sa Ukrajinu!“, der Parlamentsabgeordnete Wjatscheslaw Kirilenko (NUNS), vor sich an das Verfassungsgericht mit der Bitte zur Prüfung der Gesetzmäßigkeit der „Charkower Abkommen“ zu wenden und rief die Anwesenden dazu auf sich zu vereinigen: „Es stehen Wahlen an, lasst uns wenigstens in den Wahlkreisen uns nicht gegenseitig behindern und zusammenarbeiten“. Der Vorsitzende von „Swoboda“, Oleg Tjagnybok, erklärte, dass „der Kampf mit dem Regime einen permanenten Charakter an allen Fronten tragen soll“. Am Ende der Versammlung verlas der Poet Dmitro Pawlytschko eine Resolution, deren Hauptforderung die Aufkündigung der „Charkower Abkommen“ ist.
„Doch ist das nicht alles. Ich möchte hinzufügen, dass wir bei der derzeitigen Regierung niemals mithilfe von Wahlen an die Macht kommen. Man muss auf die Straßen gehen. Ehre dem neuen Maidan! Ehre der Ukraine!“, rief Pawlytschko unter zustimmenden Ausrufen aus, wonach die Versammlungsteilnehmer auseinandergingen.
Artjom Skoropadskij
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“