Premierministerin Julia Timoschenko gab Präsident Wiktor Juschtschenko und dem Führer des Blockes Litwin, Wladimir Litwin, vier Tage dafür, um eine endgültige Entscheidung zur Bildung einer demokratischen Koalition zu fällen. Falls dies nicht stattfindet, dann behält sich Timoschenko das Recht vor Verhandlungen über die Bildung einer parlamentarischen Mehrheit mit der Partei der Regionen zu führen. Beim Block Litwin und bei “Unserer Ukraine-Nationale Selbstverteidigung” (UUNS)
blieb dieses Ultimatum bislang unerhört. Mehr noch, ist man sich dort sicher, dass die Erklärung der Premierin einen Versuch der Vertuschung der Verhandlungen zwischen dem Block Julia Timoschenko (BJuT) und der Partei der Regionen darstellt.
Gestern stellte Premierministerin Julia Timoschenko Präsident Wiktor Juschtschenko und dem Führer des Blockes Litwin, Wladimir Litwin, ein Ultimatum. Auf der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung erklärte sie, dass eine Bedingung für die Überwindung der ökonomischen Krise nur eine abgestimmte Arbeit zwischen dem Ministerialkabinett und der Werchowna Rada sein kann. “Daher wende ich mich an den Präsidenten der Ukraine mit dem letzten Angebot die demokratische Koalition wiederzubeleben. Ich möchte den Präsidenten daran erinnern, dass wir den Menschen dienen und nicht den eigenen politischen Ambitionen”, sagte Julia Timoschenko. “Wenn bis Ende der Woche die demokratische Koalition nicht erneuert wurde und sich ein sehr schweres Szenario der finanzökonomischen Krise in der Welt und in der Ukraine entwickelt, dann werden wir andere Varianten und andere Möglichkeiten finden. Das Land in einem solch schweren Moment ohne arbeitsfähiges Parlament zu lassen, dazu haben wir kein Recht.”
Einen gesonderten Aufruf richtete die Regierungschefin an Wladimir Litwin, erklärend, dass “wir bereit sind alle Bedingungen zu akzeptieren, die der Block Litwin momentan stellt, um in gestärkter Form in die demokratische Koalition einzutreten”.
Beim Block Litwin erzählte man gestern dem “Kommersant-Ukraine“, dass für sie eine der Hauptbedingungen “die gleichberechtigte Partnerschaft” darstellt. “Wenn die rede von unserer möglichen Teilnahme an der Koalition geht, dann können wir an ihr als Mitgründer teilnehmen – gleichwertige Partner”, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ der Parlamentsabgeordnete Oleg Sarubinskij mit. Er fügte hinzu, dass “die Verhandlungen mit BJuT aufgrund irgendwelcher Personalpositionen in der Regierung von Seiten des Blockes Litwin nicht geführt wurden und zum heutigen Tag nicht geführt werden”.
Bleibt anzumerken, dass Timoschenko tatsächlich große Hoffnungen auf den Block Litwin legt. Eben die Stimmen der Mitglieder dieser Fraktion erscheinen für sie als Pfand für die Sicherung des Premiersessels. Davon zeugt eine der nichtöffentlichen Erklärungen Timoschenkos. Über den Inhalt erzählte dem “Kommersant-Ukraine“ einer der Teilnehmer des Gesprächs, der nicht genannt werden möchte. Dieses Gespräch fand danach statt, als die Premierin ihre Bereitschaft zum Rücktritt mitteilte (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 21. November).
Julia Timoschenko verkündete ihren Gesprächspartnern folgendes: “Ich rede von Rücktritt, da ich weiß, dass mir dies nicht droht. Alles ist in Ordnung. Eine Koalition formiert sich, doch die Regierung ist davon nicht bedroht”. Dabei ließ die Premierin zu, dass sie bereit ist für eine Umstellung der Regierung zugunsten des Blockes Litwin, doch “die Wirtschaft und den Brennstoff-Energiekomplex betrifft das nicht”. “Wir bereiten uns darauf vor, auf der Plenarsitzung (2. Dezember) mit einem Konsens aufzutreten. Wir haben gerade 42 Stimmen von UUNS plus die von BJuT und denen des Blockes Litwin. Hier hängt alles von Litwin ab. Wenn sich vor der Abstimmung die Koalition bestätigt – werden wir abstimmen. Wenn nicht – dann gibt es eine situative Mehrheit, wir werden Varianten suchen. Eventuell, übergeben wir den Parlamentssprecherposten der Opposition”, erklärte Julia Timoschenko.
Beim Block Litwin selbst, ungeachtet der Aufmerksamkeit für ihn von Seiten der Premierin, glaubt man nicht an die Bildung einer Koalition mit BJuT, UUNS und dem Block Litwin im Bestand. “Offensichtlich ist, dass der Präsident auf das Ultimatum von Julia Timoschenko nicht eingeht. Die Verhandlungen von BJuT und der Partei der Regionen gehen ausreichend erfolgreich vor sich. Timoschenko schlägt derzeit zwei Fliegen mit einer Klappe. Ersten redet sie davon, dass wir eine Koalition vorgeschlagen haben, das heißt sehen sie uns nach, wenn wir unsere Verhandlungen mit den ‘Regionalen’ zum Abschluss bringen. Und zweitens sind diese Erklärungen in Richtung der Juschtschenkowähler gerichtet, die, ungeachtet der Enttäuschung, bereit sind diejenigen zu unterstützen, die mit dem ‘Maidan’ assoziiert werden”, betonte Sarubinskij.
An die Aufrichtigkeit von Timoschenko glaubt man auch in “Unserer Ukraine” nicht. “Die Erklärung von Julia Timoschenko zur Bereitschaft eine Koalition mit beliebigen Parlamentsfraktionen zu bilden, zeugt von ihrer Absicht eine Koalition mit Wiktor Janukowitsch (Vorsitzender der Partei der Regionen) und den Kommunisten einzugehen”, erklärte gestern der Fraktionsvorsitzende von UUNS, Wjatscheslaw Kirilenko.
Bei inoffiziellen Gesprächen betonen Vertreter von BJuT, dass, indem sie ein solches Ultimatum stellte, Julia Timoschenko faktisch vor ihrer Absicht warnte eine Koalition mit der Partei der Regionen einzugehen. Dies offen zuzugeben entschloss man sich bei der Fraktion nicht, befürchtend, Vereinbarungen zu brechen. Doch folgt daraus, dass sowohl bei BJuT, als auch bei der Partei der Regionen Gruppen gibt, die ihre Zustimmung für die Bildung einer Koalition nicht geben werden. Anhänger der Vereinigung mit BJuT bestätigen, dass sobald, wie sich eine Koalition bildet, ein Parlamentssprecher gewählt wird und danach findet eine Abstimmung zur Verfassungsreform statt. Dabei glaubt man bei BJuT, dass in der neuen Regierung Julia Timoschenko den Posten des Premiers behält.
Bei der Partei der Regionen kommentiert man bislang die Verhandlungen mit BJuT nicht. “Ich kann ihnen erst in der nächsten Woche helfen. Derzeit kann ich nicht einmal Andeutungen machen, da ich mich direkt mit diesen Sachen beschäftige”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ der Erste Vizesprecher, Alexander Lawrinowitsch. “Ich bin überzeugt davon, dass es keine Koalition mit BJuT geben wird. Timoschenko erschreckt Juschtschenko, damit er auf ‘Unsere Ukraine’ einwirkt und diese in den Bestand der Koalition zurückkehrt. Für sie ist das der ungefährlichste Weg. Falls bei BJuT wenigstens eine Entscheidung in den Händen läge, dann würde die Premierin nicht davon reden”, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ der Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden der Partei der Regionen Sergej Ljowotschkin.
Jedoch könnten alle Abmachungen und Ultimaten ergebnislos enden – dafür ist eine Entscheidung des Präsidenten, Wiktor Juschtschenkos, ausreichend, der alle gesetzlichen Grundlagen dafür hat, um die Geltung seines Ukases zur Auflösung der Werchowna Rada zu erneuern und eine neues Datum für Parlamentswahlen anzusetzen.
Ljudmila Dolgopolowa, Jelena Geda
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“