Trotz des verlangsamten Wachstumstempos der Produktion in den größten Sektoren, der Emittenten der Treibhausgase, im I. Quartal erhöhte sich das Verschmutzungsniveau der Atmosphäre mit Kohlendioxid um 9,6 Prozent. Dies steht in Verbindung damit, dass die Unternehmen in der Nachkrisenzeit ihre Produktion hauptsächlich auf Rechnung einer intensiveren Nutzung veralteter Technologien erhöhen, betonen Experten und prognostizieren einen Anstieg der Emissionen um weitere 5-7 Prozent.
Der staatliche Statistikdienst hat gestern mitgeteilt, dass die Emissionen an Kohlendioxid (CO2) sich im I. Quartal um 9,6 Prozent im Vergleich zum analogen Vorjahreszeitraum auf 53,02 Mio. t erhöht haben. Daneben stieg das Emissionsniveau an Schmutzstoffen (Verbindungen von Stickstoff, Schwefel und Methan) durch stationäre Quellen in die Atmosphäre um 5,5 Prozent auf 1,14 Mio. t. Der Löwenanteil der Gesamtemissionen an Treibhausgasen wurde vom Energiesektor, Unternehmen der Metallwirtschaft und der chemischen Industrie gebildet. Diese statistischen Daten sprechen von einer Beschleunigung des Emissionswachstums der Treibhausgase. Denn im gesamten Jahr 2010 stiegen die Gesamtemissionen von Kohlenstoffgasen um 7% und beliefen sich auf 198,2 Mio. t. Die Erhöhung der Emissionen fand vor dem Hintergrund des Sinkens des Produktionswachstums im Energie- und Industriebereich statt. Im letzten Jahr erhöhten die Unternehmen dieser Segmente ihre Produktion um 9,5 bzw. 11,2 Prozent. Jedoch von Januar bis März 2011 verringerte sich das Entwicklungstempo auf 4,4 bzw. 1,5 Prozent.
Gemäß den Normen des Kioto-Protokolls darf die Ukraine jährlich 920 Mio. t Kohlendioxidäquivalent (Niveau des Jahres 1990) emittieren, die Überschüsse können weiterverkauft werden. Die Ukraine hat 47 Mio. Assigned Amount Units verkauft (1 Assigned Amount Unit = 1 CO2).
Experten erklären den Emissionsanstieg mit der aktiven Nutzung von veralteter Produktionstechnologie. „Der Emissionsanstieg vor dem Hintergrund des Sinkens des Entwicklungstempos der Schlüsselbranchen der Wirtschaft steht damit in Verbindung, dass die Unternehmen in der Krisenzeit keine Möglichkeiten haben Mittel in energiesparende Projekte zu investieren und daher die veralteten Technologien aktiver nutzen“, meint der unabhängige Experte Taras Bebeschko. „Bislang können nur große private Unternehmen im Energie- und Metallbereich energieeffiziente Technologien einführen, daher sind die Projekte zur Verringerung der Emissionen winzig klein und haben keinen besonderen Einfluss auf die Gesamtemissionsmenge des Landes“, sagt Witalij Winnitschenko, Analyst beim wissenschaftlichen Forschungszentrum „Ukrbioenergija“.
Der Meinung des Direktors des Fonds „Carbon Investment Ukraina“, Witalij Fedortschenko, nach muss die Ukraine, ungeachtet dessen, dass sie eine große Treibhausgasquote hat, sich mit dem Übergang zu alternativen Energieformen beeilen. „Eine zweite Periode von Verpflichtungen nach dem Kioto-Protokoll könnte nicht zustande kommen und dementsprechend ändert sich auch das Basisjahr. Die Ukraine muss Mittel für eine scharfe Emissionsreduzierung finden, um den Bedingungen der weltweiten Klimavereinbarungen nachzukommen“, ist Fedortschenko überzeugt.
Analysten heben hervor, dass zum Ende des Jahres 2011 das Wachstumstempo der Industrie sich verringern wird, wie sich zu gleichen Zeit das Wachstumstempo der Emissionen von Treibhausgasen um 5-7 Prozent erhöhen könnte. „Die ökonomische Situation erlaubt es den ukrainischen Unternehmen nicht massenhaft auf die alten Ausrüstungen zu verzichten, daher können wir bis Ende des Jahres eine Erhöhung der Emissionen an Kohlendioxid um weitere 5-7 Prozent erwarten“, meint Winnitschenko. Den Worten des Analysten der Investmentgesellschaft Dragon Capital, Dennis Sakwy, nach wird sich die Entwicklung des Energiesektors verlangsamen, wenn sich die ökonomische Situation nicht ändert: „Die Produktionssteigerung von Elektroenergie verlangsamt sich im Jahresergebnis auf 5 Prozent, die der Wärmeproduktion auf 9 Prozent und die Atom- und Wasserenergiewirtschaft könnten ein Minus ausweisen“.
Maria Zaturjan
Quelle: Kommersant-Ukraine


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