FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

ECE Projektmanagement wendet sich vom ukrainischen Markt ab

0 Kommentare

Ein weiterer westlicher Investor ist vom ukrainischen Immobilienmarkt enttäuscht worden. Wie dem “Kommersant-Ukraine“ bekannt wurde, hat der in Europa größte Projektentwickler und Betreiber von Handelszentren, die deutsche ECE Projektmanagement, die Pläne zur Entwicklung von Projekten in der Ukraine aufgeschoben und hat praktisch das gesamte Personal seiner Vertretung “ECE-Ukraina” entlassen. Das Unternehmen, welches versprach in die Ukraine etwa 300-400 Mio. € zu investieren, erklärt dies mit der Angst vor Investitionen in einem Land mit einem ungünstigen Investitionsklima. Vorher hatte aus dem gleichen Grund die österreichische Sparkassen Immobilien, die zur Erste Group gehört, ihre Projekte eingefroren.

Über die Massenentlassung der Mitarbeiter des ukrainischen Büros der ECE Projektmanagement informierten den “Kommersant-Ukraine“ einige Beratungsfirmen. Bei der “ECE-Ukraina” bestätigte man diese Information, doch die Details zu nennen weigerte man sich. Der Pressesprecher der Muttergesellschaft Robert Hägelen sagte, dass die “ECE-Ukraina” nicht liquidiert wird, doch das Unternehmen friert alle Verhandlungen zu ukrainischen Projekten ein und entlässt das Personal (etwa 30-40 Menschen). Das Büro wird im Dezember geschlossen, dabei bleiben in der Ukraine zwei/drei Mitarbeiter der ECE, welche die Situation auf dem Markt verfolgen. “Wir werden die Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation in der Welt abwarten. In der Ukraine ist ein ungünstiges Investitionsklima gebildet worden und die dritten Parlamentswahlen innerhalb von drei Jahren sprechen von der Instabilität im Inneren des Landes.”, erläuterte Hägelen die Gründe für den Austritt des Unternehmens aus dem Markt.

Die Einkaufs-Center-Entwicklung Projektmanagement GmbH&Co. KG wurde 1965 in Deutschland von Werner Otto gegründet. Ist die größte Projektentwicklungsgesellschaft für den gesamten Zyklus in Europa, in ihrer Verwaltung befinden sich 97 Einkaufszentren mit einer allgemeinen Verkaufsfläche von 3 Mio. m² und weitere 25 befinden sich im Bau. Verwaltet ebenfalls 54 Büroobjekte mit einer Fläche von 1,02 Mio. m², weitere 25 werden gebaut. Der Jahresumsatz der Einkaufszentren beträgt 12 Mrd. €.

Das Unternehmen kam Ende 2006 in die Ukraine. Es war geplant, dass in den nächsten fünf Jahren etwa fünf Shoppingcenter mit einer Fläche von 50-80.000 m² in den großen Städten der Ukraine gebaut werden (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 13. März 2007). Für die Umsetzung der Projekte in der Ukraine und ebenfalls in Russland registrierte der Chef der ECE, Alexander Otto, mit Mitgliedern seiner Familie einen privaten Investitionsfonds mit einem Volumen von mehr als 1 Mrd. € (davon sollten etwas weniger als die Hälfte in die Ukraine fließen). Später wurde bekannt, dass die ECE beabsichtigte gemeinsam mit der amerikanischen Developers Diversified Realty Corp. (verwaltet und besitzt 740 Handelskomplexe in den USA, Puerto-Rico, Brasilien und Kanada). Die Partner gründeten ein Joint Venture.

Jedoch erwarb ECE in der Zeit kein einziges Projekt. “Sie hatten sehr harte Anforderungen an die Grundstücke: diese sollten nicht teuer, mit guter Lage und nur mit Eigentumsrecht sein. Doch solche Grundstücke in der Ukraine zu finden ist schwer – faktisch alle werden vermietet/verpachtet oder der Preis ist überhöht. Dies stellte das Unternehmen nicht zufrieden.”, erzählte ein Topmanager aus einer Beratungsfirma, die anonym bleiben wollte. Seinen Worten nach, versuchte die ECE das erste Jahr eigenständig Grundstücke z suche, wonach sie sich auf die Suche nach einem Partner zu Gründung eines Joint Ventures begab, doch dies brachte auch kein Resultat. “Keine Projekte in der Ukraine besitzend, gab es für das Unternehmen unter den Umständen der Krise keinen Grund hier zu bleiben.”, denkt die Stellvertreterin des Generaldirektors der FIM Consulting Plus, Julia Ljaschenko.

Die ECE hat sich auch in Russland langsam entwickelt. Ein Tochterunternehmen war bereits in 2004 eröffnet worden, doch hat die ECE in Russland bislang zwei Projekte (in Jaroslawl und Togliatti). “Mit dem Eintritt der ECE in Russland erwarteten alle ihre schnelle Entwicklung. Sie führten Gespräche über die Teilnahme an großen Projekten, doch stiegen sie danach aus.”, teilte man dem “Kommersant-Ukraine“ bei Colliers International mit.

Ende September verkündete noch ein weiterer großer Investor den Stopp seiner Entwicklung in der Ukraine – der österreichische Investmentfonds für Immobilien Sparkassen Immobilien (gehört zur Erste Group). Der Fonds plante in den ukrainischen Markt etwa 500 Mio. € zu investieren, doch stieg er aus, nicht ein einziges Projekt kaufend (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 26. September). Der Meinung von Ljaschenko nach, kann der Ausstieg dieser Unternehmen die Entscheidung anderer Investoren beeinflussen, welche Investitionen im Land planten: “Solche konservative Unternehmen, wie die ECE und die Sparkassen Immobilien, werden in den nächsten ein bis zwei Jahren kaum zurückkommen. Doch für die Ukraine interessieren sich trotzdem noch Risikoinvestoren, die bereit sind Geld im Lande anzulegen.”

Bei der ECE hofft man ebenfalls auf eine Rückkehr. “Wir sehen in der Ukraine ein großes Potential. Wir behalten hier unsere Partner und einige Mitarbeiter. Sobald diese sagen, dass das Investitionsklima sich verbessert hat, kehren wir sofort zurück und werden eine aktive Entwicklung betreiben.”, versprach Hägelen.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 813

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)25 °C  Ushhorod27 °C  
Lwiw (Lemberg)23 °C  Iwano-Frankiwsk27 °C  
Rachiw26 °C  Jassinja26 °C  
Ternopil25 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)28 °C  
Luzk23 °C  Riwne24 °C  
Chmelnyzkyj26 °C  Winnyzja27 °C  
Schytomyr25 °C  Tschernihiw (Tschernigow)23 °C  
Tscherkassy27 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)28 °C  
Poltawa27 °C  Sumy24 °C  
Odessa25 °C  Mykolajiw (Nikolajew)28 °C  
Cherson29 °C  Charkiw (Charkow)25 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)28 °C  Saporischschja (Saporoschje)28 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)28 °C  Donezk27 °C  
Luhansk (Lugansk)27 °C  Simferopol28 °C  
Sewastopol26 °C  Jalta25 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“