Wie man gestern bei “Gasprom” mitteilte, steigt der Gaspreis für die Ukraine im IV. Quartal auf 205-210$ pro tausend Kubikmeter. Das sind 32$ mehr, als Anfang des Jahres bei der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) “Naftogas Ukrainy” geplant wurde. Die Verluste des Unternehmens aufgrund des unerwarteten Preisanstieges betragen 450 Mio. $, was zu Verlusten bei der Jahresendabrechnung führt. In der entstandenen Situation könnte das Ministerkabinett die einzukaufende Gasmenge in Russland bedeutend reduzieren, doch dafür müsste die Regierung “Gasprom” bei einer Reihe anderer Fragen entgegenkommen, betonen Experten.
Gestern erklärte der Leiter der Verwaltung der Arbeit mit den Ländern des nahen Auslands bei “Gasprom, der Direktor des Unternehmens “Gasprom Sbyt Ukraina”, Anatolij Podmyschalkskij, dass sich im IV. Quartal das Gas für die Ukraine auf 205-210$ je tausend Kubikmeter verteuert. Bei “Gasprom” erinnerte man daran, dass die im Januar diesen Jahres für einen Zeitraum bis 2019 unterzeichneten Gasverträge den Gaspreis und den Preis des Transits nach einer Formel festlegen, in der als Hauptvariablen die Preise für Erdöl und Erdölprodukte der vorhergehenden neun Monate auftreten. Seit Anfang des Jahres hatte sich der Preis für Erdöl infolge der Weltwirtschaftskrise bedeutend verringert. Zum Januar diesen Jahres betrug er 40$ pro Barrel. Jedoch danach begann er wieder zu steigen und in der letzten Zeit hält er sich auf dem Weltmarkt beständig bei einem Niveau von etwa 70$ pro Barrel. Dies gibt “Gasprom” die Grundlage von einem möglichen Gaspreis von 205-210$ pro tausend Kubikmeter zu reden, erklärte man beim Unternehmen.
Der Basispreis für Gas ist in der Formel auf einem Niveau von 450$ pro tausend Kubikmeter festgelegt. Unter Berücksichtigung der von “Gasprom” für “Naftogas” eingeräumten Nachlässe für das Jahr 2009 in Höhe von 20%, kostete das russische Erdgas für die Ukraine im I. Quartal 360$ pro tausend Kubikmeter. Nach der Unterzeichnung der Verträge prognostizierte man bei “Naftogas”, dass im II. Quartal das Gas 280$ je tausend Kubikmeter, im III. 202$ und im IV. bis zu 178$ pro tausend Kubikmeter kosten würde. Der mittlere gewichtete Preis sollte bei 228$ pro tausend Kubikmeter liegen. In der Praxis erwies sich der Preis im II. Quartal als niedriger als der prognostizierte – 270,95$ pro tausend Kubikmeter und im III. Quartal 198$ je tausend Kubikmeter.
Bei der NAK “Naftogas Ukrainy” beziechnete man gestern die Erklärung “Gasproms” als vorzeitig. “Bislang gibt es keinen endgültigen Preis. Wie viel es sein wird, ist es noch zu früh zu sagen. ‘Gasprom’ hat lediglich ihre Prognosen mitgeteilt”, erklärte der Pressesprecher der NAK, Walentin Semljanskij. Und ein Informant des “Kommersant-Ukraine“, der dem Unternehmen nahe steht, erläuterte, dass der Preisanstieg im IV. Quartal eine Reduzierung der eigenkauften Gasmengen in Russland nach sich ziehen könnte. “Auf den Gaskauf vollständig verzichten können wir aus technischen Gründen nicht. Doch 4-5 Mrd. Kubikmeter können wir vermeiden, wenn es dazu ein Einverständnis der russischen Seite gibt”, sagte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“.
Podmyschalskij erklärte, dass “Naftogas” bereits “Gasprom” den Plan im laufenden Jahr 32 Mrd. Kubikmeter Gas zu erwerben bestätigt hat. Dabei versprach man im Unternehmen, um die Verpflichtungen nach Plan zu erfüllen, im IV. Quartal 14 Mrd. Kubikmeter Gas zu kaufen. Maxim Schein, Leiter der Analyseabteilung beim Investmentunternehmen “BrokerKreditService”, betont, dass falls “Naftogas” seine Verpflichtungen vollständig erfüllt und alle 14 Mrd. Kubikmeter Gas aufkauft, dann werden die Verluste des Unternehmens in der Jahresendabrechnung (unter Berücksichtigung der Einsparungen beim Gaskauf im II. und III. Quartal) 448 Mio. $ betragen. “Im Ergebnis könnte sich das Szenario des letzten Jahres wiederholen, als das Unternehmen aufgrund von bedeutenden Ausgaben für den Gaskauf im IV. Quartal das Jahr mit Verlusten beendete”, sagt der Experte.
Michail Wolynez, Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, betont, dass Premierministerin Julia Timoschenko eine Verringerung der Gaseinkäufe im Jahr 2009 abmachen könnte. Er erinnert daran, dass die Premierin bereits eine Reduzierung der Brennstoffkäufe von 41,6 Mrd. auf 32 Mrd. Kubikmeter im Jahr 2010 erreichen konnte. “Falls das auch im IV. Quartal stattfindet, dann erhält ‘Gasprom’ wenigstens 1,8 Mrd. $ weniger. Niemand macht solche Geschenke einfach so. Die Bezahlung ‘Gasproms’ könnte ein Minitarif für den Transit, wie auch die Einbeziehung ‘Gasproms’ bei der Modernisierung des ukrainischen Gastransportsystems mit nachfolgender Gründung eines Gastransportkonsortiums auf der Basis des ukrainischen Gastransportsystems”, stimmt Sergej Tulub, ebenfalls Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, zu.
Oleg Gawrisch, Natalja Grib
Quelle: Kommersant-Ukraine


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