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Interview mit German Gref über die Sberbank in der Ukraine

Die Sberbank hat die volle Kontrolle über die von ihr am Ende des letzten Jahres erworbene NRB Bank hergestellt. Auf der gestrigen Aktionärsversammlung der NRB saß dem Aufsichtsrat der Präsident der Sberbank Russlands, German Gref, vor. Im Interview mit dem Spezialkorrespondenten des “Kommersant-Ukraine“, Ruslan Tschernij, erzählte er, dass die Bank nicht auf die Idee verzichtet die Marke “Sberbank” in der Ukraine zu verwenden und gleichzeitig plant Konsumentenkredite zu vergeben, sowie im Bereichen der kommunalen Wohnungswirtschaft aktiv zu werden.

“Sie haben die Entscheidung Aufsichtsratsvorsitzender zu werden nach den Verhandlungen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Zentralbank, Wladimir Stelmach, getroffen. Sind diese zwei Ereignisse miteinander verbunden?”

“Nein. Die Entscheidung ist der Wichtigkeit des ukrainischen Marktes und dessen Perspektiven für uns geschuldet. Wir müssen eine hohe Entwicklungsdynamik erreichen, eine Vielzahl von Fragen lösen, in erster Linie in Verbindung mit der Zusammenarbeit mit den Organen der Staatsmacht der Ukraine und gleichzeitig mit der Sberbank Russland. Auf der Sitzung der Leitung (Sberbank Russlands) haben wir entschieden, dass dies besser ich machen soll.”

“Haben Sie in der Bank Manager ernannt, die sich den Großkunden- und dem Konsumentengeschäft zuwenden?”

“Bislang nicht. Wahrscheinlich wird dies im April geschehen.”

“Sind alle Vertreter der ‘Nationalnaja Reserwnaja Korporatsia’ aus dem Bestand des Aufsichtsrates entfernt worden?”

“Ja. Der Aufsichtsrat besteht jetzt aus fünf Vertretern der Sberbank.”

“Gibt es in den Bedingungen für das Geschäft des Kaufes der NRB ein Moratorium für den Übergang des Managements in die ‘Energobank’?”

“Dies ist eine Frage der Verhandlungen mit dem Management und der Einrichtung von komfortablen Arbeitsbedingungen. Zum heutigen Tag diskutieren wir die Möglichkeiten der Beibehaltung der unterdrückten Mehrheit der Mitarbeiter in der NRB.”

“Das heißt, Sie haben keine konkreten Ansprüche an die Leitung der Bank unter der Führung von Wladislaw Krawez?”

“Keine Ansprüche. Wir werden die Qualität ihrer Arbeit am Ende des Jahres 2008 bewerten.”

“Warum hat sich der Abschluss des Kaufs der Bank zwei Jahre hingezogen?”

“Er konnte nicht beendet werden, aufgrund von langen Abstimmungen mit den Staatsorganen. In dieser Angelegenheit gab es verschiedene Varianten. Momentan haben wir sehr gute Beziehungen zu den Regulierungsorganen eingerichtet.”

“Gibt es politische Risiken für die Sberbank in der Ukraine, in Verbindung mit dem Problem der Rückgabe der Einlagen der Sberbank der UdSSR?”

“Wir spüren diese nicht. Nach allen Verhandlungen fühlen wir, dass die Regierung der Ukraine sich positiv gegenüber unseren Eintritt auf den ukrainischen Markt verhält. Dies war nicht unwichtig für die Annahme der Entscheidung über die Kapitalumwandlung der Bank.”

“Sie trafen sich mit Wladimir Stelmach und der Premierministerin Julia Timoschenko. Welche Garantien der Investitionssicherheit haben diese Ihnen gegeben?”

“Ich möchte die Details der Verhandlungen nicht berühren, doch die Hauptsache ist, dass unsere Investitionspläne in der Ukraine positiv aufgenommen wurden. Uns wurde eine ebensolche Behandlung garantiert, wie allen anderen Marktteilnehmern und gleiche Konkurrenzbedingungen. Um mehr bitten wir nicht.”

“Fühlen Sie Konkurrenz von Seiten der Oschtschadbank? Sind Sie nicht dagegen, dass sie in der russischen Transkription sich ‘Sberbank’ nennt?”

“Wir hoffen in Russland die Marke auf ‘Sberbank’ zu verkürzen und hoffen diese auf den ukrainischen Markt zu bringen, wir werden dies mit der Zentralbank diskutieren und denken diese Frage innerhalb von anderthalb Monaten zu lösen. Konkurrenz von Seiten der Oschtschadbank fürchten wir nicht und zählen momentan alle Banken, die in der Ukraine arbeiten, zu unseren Konkurrenten.”

“Plant die Sberbank auf dem ukrainischen Markt der Konsumentenkredite aktiv zu werden und im Bereich der kommunalen Wohnungswirtschaft zu arbeiten?”

“Ja. Wir arbeiten gerade spezielle Kartenprogramm für die Konsumentenkreditierung in der Ukraine aus. Jetzt bereiten wir das Programm der kommunalen Wohnungswirtschaft für den russischen Markt vor und im Maße seiner Meisterung werden wir dieses in der Ukraine anbieten.”

“Wann wird dies vor sich gehen?”

“Es ist schwer für mich über Fristen zu reden. Eventuell am Ende des Jahres. Jetzt steht vor uns die Aufgabe dieses Projekt in einer der Regionen zu realisieren. Und erst danach wird die Erfahrung in andere Oblaste übertragen. Es ist wichtig das Pilotprojekt zu starten und in 2009 werden wir weitersehen.”

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 711

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Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

KOLLEGGA mit 150 Kommentaren

Alex Alexandrewitsch mit 60 Kommentaren

Wolfgang Krause mit 29 Kommentaren

Christos Papaioannou mit 29 Kommentaren

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