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Liberalisierung des Strommarktes angestrebt

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Gestern bestätigte das Ministerialkabinett einen radikalen Reformplan für den ukrainischen Elektronergiemarkt. Dessen Realisierung erlaubt es bereits bis 2014 das momentane Modell eines “einzigen Käufers” in ein liberales zu wandeln, wobei die Hersteller von Elektroenergie ihre Produkte in direkten Absprachen, als auch an einer Börse verkaufen können. Experten gehen davon aus, dass die Reform in die Branche zwischen 24 – und 30 Mrd. $ anzieht.

Das aktuelle System des Elektroenergiehandels gilt seit 1996. Es ist nach dem Prinzip eines “einzigen Käufers” organisiert – alle im Lande hergestellte Elektroenergie wird von der Staatsfirma “Energorynok” gekauft, welche diese an die Gebietsenergieunternehmen abgibt. Die letzteren stellen diese dann den Endverbrauchern zur Verfügung. “Diese Art des Systems war in Europa in den 60er – 70er Jahren üblich. Dieses ist jedoch nicht fähig die Konkurrenz zwischen den Herstellern zu entwickeln. Daher gingen bereits am Anfang der 80er Jahre alle Länder der Europäischen Union zu einer Versteigerung der Elektroenergie über.”, teilte man dem Kommersant-Ukraine im Pressedienst der ungarischen Firma System Consulting.

Die gestrige Anordnung des Ministerialkabinetts “Über die Zustimmung zum Plan der Durchführung der Realisierung des vorgelegten Konzepts der Tätigkeit und Entwicklung des Großhandelsmarktes für elektrische Energie der Ukraine” (dessen Kopie dem “Kommersant-Ukraine“ vorliegt) bestätigt den Übergang zum neuen Modell. An der Bildung der Konzeption arbeitete seit März diesen Jahres eine Gruppe internationaler Beratungsfirmen unter der Führung der holländischen KEMA. Den Worten eines der Autoren des Konzepts, dem Abgeordneten Sergej Titenko (leitete bis Anfang November diesen Jahres die staatliche Kommission zur Regulierung des Elektroenergiemarktes), nach, erlaubt die Reform den Herstellern Elektroenergie in direkten Absprachen, als auch über die Börse, zu verkaufen. “‘Energorynok’ ändert entweder seine funktionale Bestimmung oder wird liquidiert.”, versichert er. Dies soll die Branche für Investitionen attraktiver machen und gleichzeitig die Preise auf Rechnung der großen Konkurrenz senken.

Der Plan des Vorhaben sieht vor, dass von 2008 – 2009 die Gesetze “Über die staatliche Regulierung der Tätigkeit der Subjekte des natürlichen Energiemonopols”, “Über den Elektroenergiemarkt der Ukraine”“ angenommen wird. Außerdem, soll die Regulierungskommission die Regeln der Tätigkeit des Marktes, der Registrierung und der Kontrolle der zweiseitigen Verträge, der Ausbalancierung der Elektroenergiemengen, die Sicherstellung der vereinbarten Garantien und die kommerzielle Abrechnung der Elektroenergie bestätigen. Geplant ist ebenfalls die Annahme des Codex für die Stromnetze der Ukraine. Den Worten des leitenden Partners der Kanzlei “Astapov Lawyers” Andrej Astapow, kann sich die Zustimmung zu dieser Initiative zwei – drei Jahre hinziehen.

In dem gestern angenommenen Dokument heißt es, dass die ersten direkten Verträge bereits in 2009 abgeschlossen werden können. In 2011 wird eine Strombörse gegründet. In 2014 soll der Markt vollständig zum neuen Modell übergehen. “Ungarn benötigte nicht mehr als zwei Jahre, um zu diesem Modell überzugehen – so ist der Übergang innerhalb von sechs Jahren vollständig realistisch.”, denkt der Generaldirektor der ungarischen Handelsfirma Magyar RT Janosch Petöfi.

Titenko ist sicher, dass die Reform noch der Lösung einiger technischer Probleme bedarf. “Es muss ein System geschaffen werden, welches innerhalb zulässt in Echtzeit jede Lieferung einer Kilowattstunde in der Ukraine nachzuvollziehen.”, erklärte er. Momentan werden alle halbe Stunde Überspannungen festgestellt. Dabei können bislang nur bedeutende Unterschiede in der Energienutzung festgestellt werden, was nicht den internationalen Standards entspricht.

Die Reform soll den Markt attraktiver für Investoren machen. “Ich denke, dass sich für den Markt die französische Electricite de France, die spanische Endesa und die deutsche E.ON interessieren können – Unternehmen, welche aktiv expandieren in Osteuropa.”, sagt der Analyst von Investmentfirma Concorde Capital Alexander Paraschtschij. “Einen aktiven Eintritt der Investoren in den Markt kann man bereits im nächsten Jahr erwarten. Das Potential der ukrainischen Energie erlaubt es von den europäischen Firmen 12 – 15 Mrd. $ zu erhalten. Nochmal soviel können von einheimischen Investoren kommen.”, bestätigt die Analystin von Renaissance Capital Jekaterina Malofejewa.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 646

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