Das Wachstumstempo der Jahresdurchschnittslöhne und —gehälter der Ukrainer überstieg im Juli fast um 5 Prozent die Inflation, die zum ersten Mal seit Anfang des Jahres im Rückgang begriffen ist. Jedoch sind spürbare Lohn- und Gehaltserhöhungen um 12-14 Prozent lediglich in Landwirtschaft und im Finanzsektor zu verzeichnen. Das Wachstumstempo der Arbeitslöhne und -gehälter in anderen Branchen erwies sich als niedriger und dessen Beschleunigung ist unwahrscheinlich, geben Experten zu.
Der Durchschnittslohn stieg im Juli um 41 Hrywnja auf 2.749 Hrywnja (ca. 239 Euro), teilte das Statistikamt am Freitag mit. Derart gab es einen 1,5-prozentigen Anstieg der Nominallöhne der Ukrainer im Vergleich zum Juli, was über den Vergleichswerten des Jahres 2009 (Anstieg um 1,4 Prozent) und des letzten Jahres (Rückgang um 0,2 Prozent) liegt. Vor der Krise lag das Tempo doppelt so hoch: im Juli 2007 stieg der Durchschnittslohn um 3,9 Prozent und im Juli 2008 um 2,5 Prozent. Die Erhöhung der Arbeitsentlohnung ist charakteristisch für den Sommer und erklärt sich mit der Auszahlung des Urlaubsgeldes. Dabei ist die Inflation in den Sommermonat traditionell gebremst. Beispielsweise gestattete die Julideflation von 1,3 Prozent – die spürbarste seit dem Jahr 2003 – eine Erhöhung des durchschnittlichen Reallohnes um 2,9 Prozent und auf Jahressicht um 4,8 Prozent.
Die Erhöhung des Durchschnittslohnes wurde in bedeutendem Maße dank dem Finanzsektor (+12,5 Prozent auf 5.750 Hrywnja – ca. 500 Euro) und der Landwirtschaft (+14,2 Prozent auf 2.023 Hrywnja – ca. 176 Euro) erreicht. „Im Finanzsektor gab es einen Effekt der Prämien, die im Sommer ausgezahlt werden. In den letzten Jahren fing bereits man an diese zu vergessen, doch gerade kehrt diese Praxis zurück“, erläuterte der Präsident des Ukrainischen Analysezentrums, Alexnadr Ochrimenko. Ein überdurchschnittlicher Anstieg der Löhne wurde beim Bau (+4,2 Prozent), in der Industrie (+2,6 Prozent) und beim Handel (+2 Prozent) verzeichnet. Eine Senkung der Einnahmen verspürten die Angestellten der Hotels und Restaurants (-1,5 Prozent) und ebenfalls in der Bildung (-8,4 Prozent) und dem Gesundheitswesen (-1,8 Prozent). Als einziger Staatssektor mit einem starken Gehaltsanstieg erwies sich der Bereich der Verwaltung mit einem Anstieg um 5,1 Prozent.
„Zur Besonderheit des Julis wurde, dass der allgemeine Lohnanstieg nur über einige Branchen sichergestellt wird. Berücksichtigend, dass die Situation auf den Auslandsmärkten instabil ist, gibt es keinen Grund zu erwarten, dass die Tendenz des Lohnanstiegs sich auch in anderen Sektoren fortsetzt. Das heißt, beginnend vom August an, wird sich das Wachstum der Löhne verlangsamen“, betont der Leiter der Analyseabteilung des Investmentunternehmens „TASK“, Andrej Schewtschischin. Sogar im Staatsbereich ist kein spürbarer Anstieg der Gehälter im laufenden oder im nächsten Jahr geplant. „Die einzige Ausnahme ist die Verwaltung. Offensichtlich hat die Regierung in Beziehung zu den Beamten auf das Prinzip der Haushaltseinsparung verzichtet und der Anstieg der Gehälter wird fortgesetzt“, meint der Direktor der ökonomischen Programme des Rasumkow-Zentrums, Wassilij Jurtschischin.
Jurij Pantschenko
Anstieg der Nominallöhne und -gehälter im Jahr 2011, in Prozent zum Vormonat
| - | Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Insgesamt | -12,6 | 1,8 | 8,3 | 0 | 1,6 | 5,2 | 1,5 |
| Industrie | -8,2 | 0,1 | 12,6 | -3 | 1,8 | 1,4 | 2,6 |
| Finanzsektor | -11,6 | 4,9 | 4,4 | -1 | 2,8 | -5 | 12,5 |
| Staatliche Verwaltung | -26,9 | 3,8 | 4,6 | 3,5 | 4,6 | 9,8 | 5,1 |
Quelle: Kommersant-Ukraine


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„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Nur Ihr BG wird gekürzt, wie viel weiß ich nicht. Erkundige Dich mal in diese Richtung.“