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Reformen auf ukrainische Art: Der Schlüssel zum Scheitern

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Ukrainische Reformen: Der Schlüssel zum Scheitern
Die Sommerferien kamen unserer Regierung offensichtlich zugute: Im September startete die Bildungsreform, in einem Monat – die Rentenreform, und bis Ende des Jahres kommt es vielleicht noch zur medizinischen (das Hauptgesetz der Gesundheitsreform wurde am Donnerstag verabschiedet, A.d.R.). Es scheint, dass die Nachfrage der Gesellschaft nach Reformen in der Ukraine noch nie so zufriedenstellend erfüllt wurde. Wobei nicht jede Reform zu Veränderungen, noch dazu positiven führt. Weil keine Reform richtig funktionieren wird, solange die wichtigsten systemischen Probleme des Landes nicht gelöst sind. In diesem Sinne erinnern die neuesten Reformmaßnahmen an den Ersatz von Lampen mit verrotteter Verkabelung: Wenn sie nicht sofort durchbrennen, leuchten sie besser, aber nur in den Pausen zwischen den Kurzschlüssen.

Die große Schulillusion

Stellen wir uns vor, dass die Bildungsreform ausgezeichnete Ergebnisse erzielt hat, und jetzt die Schulen intelligente Menschen mit modernen Kenntnissen und Fähigkeiten hervorbringen. Was sollten sie als Nächstes tun? Natürlich wird der vorwiegende Teil die Hochschulen stürmen, und an den Hochschulen wird der Augiasstall der „akademischen Untugend“ noch immer ausgemistet. Aber nehmen wir an, dass die Universitätsställe bereits funkeln und die Hochschulen, wenn nicht Elons Musks, dann Mark Zuckerbergs vorbereiten – hochgebildete, kreative, ehrgeizige und zielgerichtete Menschen. Sie schließen ihr Studium ab und … stoßen auf die ukrainische Realität. Denn die zeitgenössische ukrainische Wirtschaft braucht Dreher, Agronomen, Mähdrescherführer, Schlosser – egal wen, aber keine Zuckerbergs.

Und beleidigt sollen sich dann die Zuckerbergs nicht fühlen. Denn wenn sie wirklich so gebildet sind, wissen sie selbst, dass die Ukraine immer noch in der technologischen Ordnung des 19. und 20. Jahrhunderts lebt und sich kaum von der Modernisierung beeinflussen lässt. Theoretisch wäre es am einfachsten, die Tür für ausländische Investitionen zu öffnen, welchen dann Innovationen folgen werden. Aber von welchen Investitionen kann überhaupt die Rede sein, wenn wir in der Rangfolge der wirtschaftlichen Freiheiten auf dem gleichen Niveau wie Angola und Iran stehen und wenn es überhaupt besser wäre, Kosovo oder Botswana für ein Unternehmen wählen? So müssen unsere Zuckerbergs ihre Ambitionen auf „Fujikura“ (japanischer Automobilzulieferer im Gebiet Lwiw, A.d.R.) begrenzen oder nach einem besseren Schicksal im Ausland suchen.

Aber schon jetzt sind mehr als 30 Prozent der Ukrainer nicht dagegen, ihre Heimat zu wechseln, und dabei geht es ihnen mehr um eine attraktive Arbeit, und nicht um persönliche Freiheit und Sicherheit. Nehmen wir aber an, dass potenzielle Auswanderer einfach keine Ahnung davon haben, wie man eigene Start-ups gründet, und deshalb lieber in Polen Fliesen legen oder in Finnland Erdbeeren sammeln. Doch die Absolventen der reformierten Schulen und Universitäten wären in der Lage, kreative Industrien aufzubauen, die sowohl sie selbst, als auch die Ukraine retten würden – und zum Teufel dann mit diesem Finnland! Aber die gebildeten Zuckerbergs wissen ganz genau, dass eine kreative Wirtschaft niemanden rettet, noch dazu in ukrainischen Realitäten.

Kurz gesagt, egal, wie man das Bildungssystem reformiert, müssen sich seine Absolventen an die Realitäten der ukrainischen Wirtschaft, der Politik und der Bürokratie anpassen. Vielleicht werden unsere Zuckerbergs der „Gärstoff“ für soziale Veränderungen, aber bis dahin wird sich mehr als eine Generation von Gebildeten, Ehrgeizigen und Kreativen im umliegenden Sumpf auflösen. Dieser Sumpf wird auch das Bildungssystem verschlingen, weil ein separater reformierter Zweig in der nicht reformierten Umgebung nicht existieren kann. Denn die Korruption wird nicht von den Schulen und Universitäten verschwinden, solange das Regierungssystem im Land von ihr noch immer angesteckt ist, solange das Gerichtssystem nicht reformiert ist und so weiter der Liste nach.

Jonglieren mit den Renten

Das gleiche gilt für die Rentenreform. Nehmen wir an, die Regierung hat alles richtig berechnet, und die Reform wird nicht entgleisen. Aber ihre Ankunft vom Punkt „A“ in der hellen Zukunft steht in großem Zweifel. Weil die Grundlage der Reformberechnungen eine gefälschte (oder besser gesagt – betrügerische) Zahl ist. Natürlich geht es um das Existenzminimum, das für Rentner 1.452 Hrywnja pro Monat (gerade etwas mehr als 46 Euro, A.d.R.) beträgt. Es wäre nicht notwendig zu erklären, dass man mit diesem Geld nicht leben, sondern nur einige Zeit hungern kann, und auch nicht ohne Folgen für die Gesundheit. Und das gilt nicht nur für Rentner: Unser Existenzminimum wird für alle Bevölkerungsgruppen schamlos unterschätzt.

Warum es dazu gekommen ist, ist schwer zu sagen. Vermutlich wird diese Manipulation benötigt, um die Armut zu legitimieren, welche wiederum durch die schockierende Korruption und durch die nicht weniger schockierende Ineffizienz der ukrainischen Wirtschaft entsteht. Es mag einige andere Gründe geben, aber jetzt geht es nicht darum. Die durchschnittliche Rente in der Ukraine beträgt etwa 2.000 Hrywnja, also nicht viel mehr als unser unterbewertete Existenzminimum. Und obwohl die Regierung verspricht, soziale Standards zu erhöhen, verbessert sich die Situation nicht wirklich. Denn wenn die Berechnungen der Regierung auf einer falschen Zahl basieren, sind keine korrekten Ergebnisse zu erwarten. Ein paar Hundert Hrywnja werden den Rentnern „hingeworfen“, aber das holt keinen aus der Armut heraus.

Braucht man wirklich eine Erhöhung des Rentenalters? Vielleicht wäre das richtig. Aber wenn die Hälfte der Wirtschaft des Landes sich weit weg im „Schatten“ befindet, sind Hunderttausende Ukrainer nicht in der Lage, die benötigte Beitragszeit von 25 Jahren zu schaffen, über die am Ende der Reform nötigen 35 Jahre bräuchte man gar nicht zu sprechen. Theoretisch wird es den Armen erlaubt, die benötigte Anzahl von Beitragsjahren zu „kaufen“, indem sie Beiträge nachzahlen. In der Praxis werden sich solche „Einkäufe“ nur wirklich wohlhabende Menschen leisten können. Und die ganzen Armen, die einen Teil ihres Lebens illegal gearbeitet haben, werden massenhaft auf die hungrige Altersration herabfallen, deren Umfang mit dem Existenzminimum übereinstimmen wird. Man verspricht allerdings den Ukrainern, eine Alternative in Form einer kapitalgedeckten Rente (irgendwann) zu geben. Aber dabei gibt es mehr Fragen als Antworten.

Etwas Ähnliches wird auch mit der medizinischen Reform und mit allen anderen passieren: Die geplanten Ergebnisse der Reformen werden durch den Faktor der systemischen Probleme in der Ukraine dividiert: Korruption, Missbrauch, Oligarchie, Konservierung der wirtschaftlichen Rückständigkeit usw. Das wird in Kyjiw gut verstanden, aber systemische Probleme stehen als letzte an der Reihe (wenn diese überhaupt an die Reihe kommen). Denn das System der oligarchischen Macht ist um die Ausbeutung dieser systemischen Probleme errichtet worden. Daher wird sich die Ukraine in die helle Zukunft, die die Regierung verspricht, mit dem Wagen vor dem Pferd bewegen, das heißt lange, langsam und durch Umwege von Fehlern und Enttäuschungen.

5. Oktober 2017 // Oleksandr Fomenko

Quelle: Zaxid.net

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Übersetzerin:   Roksoliana Stasenko — Wörter: 1045

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„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“