Die Regierung Julia Timoschenko ist bereit auf die Rechte am Besitz der strittigen 18,6% der Aktien des ukraino-tatarischen Ölunternehmens, der Geschlossenen Aktiengesellschaft “UkrTatNafta”, zu verzichten. Am Freitag, ungeachtet des gewonnen Verfahrens beim Schiedsgericht in Kiew, schlugen Vertreter des Ministerialkabinetts vor, mit der tatarischen Seite einen Vergleich abzuschließen. Letztere besteht darauf, dass verbindliche Bedingungen die Rückgabe der 18,6% der Aktien und die Schuldenzahlung in Höhe von 2,6 Mrd. Hrywnja (ca. 356 Mio. €) sind. Doch das Kabinett fordert die Ernennung eines ihm loyalen Managements und den Aufkauf des strittigen Aktienpakets, dessen Wert Experten mit 280-300 Mio. $ bewerten.
1998 gab “UkrTatNafta” 18,6% seiner Aktien gegen Wechsel von AmRuz und SeaGroup, im Wert von 60 Mio. $, heraus. Dabei betrug das Stammkapital beider Firmen weniger als 100.000 $ und die Wechsel wurden durch nichts gewährleistet und nicht getilgt. Ende Februar nannte Premierin Julia Timoschenko diese Operation eine “Affäre” und forderte von der Staatsgesellschaft “Naftogas Ukrainy” das Paket dem Staate zurückzugeben (”Kommersant-Ukraine“ vom 20. März).
Am Freitag verweigerte das Kiewer Wirtschaftsschiedsgericht den mit “TatNeft” verbundenen Unternehmen SeaGroup International Inc. und der AmRuz Trading AG die geforderte Anerkennung der Legalität des Kaufes der 18,6% der Aktien von “UkrTatNafta” durch die Unternehmen. Übrigens, wie dem “Kommersant-Ukraine“ die Anwältin “UkrTatNaftas”, Marina Scharala, erzählte, verkündeten die Vertreter des Justizministeriums im Laufe der Gerichtsverhandlung die Notwendigkeit die Verlegung der Untersuchung der Angelegenheit in Verbindung damit, dass an die Adresse der Behörde ein Vorschlag von “TatNeft” zur friedlichen Beilegung des Konfliktes geschickt wurde. Seinen Worten nach, wurde der Vorschlag des Justizministeriums vom Gericht abgelehnt.
Der stellvertretende Justizminister, Jewgenij Kornijtschuk, bestätigte dem “Kommersant-Ukraine“, dass das Kabinett der Minister vorschlägt einen Vergleich mit “TatNeft” abzuschließen. “Bis zum 17. August treffen wir uns mit den Vertretern des Unternehmens und versuchen uns zu einigen und einen Vergleich zu unterzeichnen, dabei alle Klagen zurückziehend.”, teilte Kornijtschuk mit, auf genauere Kommentare verzichtend. Der erste Vizepräsident von “TatNeft”, Nail Maganow, sagte, dass er einverstanden damit die Bedingungen für einen Vergleich zu diskutieren und erwartet Treffen mit den Vertretern des Justizministeriums in der nächsten Zeit.
Die größte Erdölfirma der Ukraine, die Geschlossene Aktiengesellschaft “UkrTatNafta”, belegt, den Angaben des Energieministeriums nach, 15% des ukrainischen Marktes bei Erdölprodukten. Das Marktvolumen beträgt 16 Mio. t im Jahr. Der Umsatz betrug 2007 700 Mio. $. 43% der Aktien des Unternehmens gehören dem Staat (sie befinden sich in Verwaltung von “Naftogas Ukrainy”), 28,8% dem Ministerium für Land- und Grundstücksbeziehungen Tatarstans, 8,6% der Offenen Aktiengesellschaft “TatNeft”, 1% der Gesellschaft mit beschränkter Haftung “Korsan” (“Privat” Gruppe). In Bezug auf weitere 18,6% der Aktien führen “Naftogas Ukrainy” und die tatarischen Aktionäre Gerichtsverhandlungen.
Den Worten des Parlamentsabgeordneten Sergej Paschinskij nach, dessen Kandidatur das Kabinett für den Posten des Vorstandsvorsitzenden von “UkrTatNafta” vorsieht, ist die ukrainische Seite bereit für bedeutende Zugeständnisse. Doch die tatarische Seite fordert 2,6 Mrd. Hrywnja für strittiges Öl, welches von “UkrTatNafta” 2007 durch Mittlerfirmen geliefert wurde (”Kommersant-Ukraine“ vom 30. Juli), als Schulden anzuerkennen und zu bezahlen.
Bei “Tatneft” fordert man zusätzlich noch auf die Ansprüche auf die 18,6% der Aktien des Unternehmens zu verzichten. “Wir sind bereit die Schulden zu bezahlen. Was die Rückgabe der Aktien betrifft, ist die Regierung, im Falle der Bezahlung für das Paket, bereit dazu. Die Summe der Bezahlung sollte im Laufe der Arbeit an den Bedingungen des Vergleichs definiert werden.”, erklärte Paschinskij. Hauptbedingung der ukrainischen Seite bleibt die Ernennung eines der Regierung loyalen Menschen zum Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens. Gegen die Rückkehr der Aktien in Staatseigentum trat vorher Präsident Wiktor Juschtschenko auf. Der Justizminister Nikolaj Onischtschuk wurde aufgrund der Präsidentenquote aus dem Block “Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung” ernannt. Jedoch, der Meinung des Mitgliedes des Energieausschusses der Werchowna Rada Oleg Sarubinskij nach, kann jetzt das Justizministerium zu einem Vergleich übergehen. “Solange der Justizminister Nikolaj Onischtschuk im Urlaub ist, Jewgenij Kornijtschuk dessen Pflichten wahrnimmt und die gesamte Macht zum Beschluss fassen besitzt, ist dies für Julia Timoschenko von Vorteil.”, sagt er.
Die Expertin der Investmentfirma “Renaissance Capital”, Jekatherina Malofejewa, bewertet die 18,6% der Aktien von “UkrTatNafta” mit 280-300 Mio. $. “Wenn ‘TatNeft’ nicht dem Staat dieses Geld zahlt, wird jede beliebige ukrainische Regierung, welche das Ministerialkabinett Julia Timoschenkos ablöst, versuchen zu der Frage der Rückgabe der 18,6% der Aktien zurückzukehren, wie dies 2005-2006 die Regierung Jurij Jechanurows tat und 2007 die Regierung Wiktor Janukowitschs.”, betont der Direktor des Forschungszentrums “Psicheja” Gennadij Rjabzew.
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“