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Ukrainische Reallöhne sinken im August stärker als üblich

Das Staatliche Statistikamt hat im August einen scharfen Fall der Reallöhne festgestellt – um 2,8% im Vergleich zum Juli. Die größten Verringerungen wurde in der Industrie, im Finanzsektor und im Immobilienbereich festgestellt. Das sind die ersten Folgen der Finanzkrise, sind sich Experten einig. Jetzt erwarten sie eine Verschlechterung der Situation. Im Übrigen kann die Einführung der dritten Etappe eines einheitlichen Tarifnetzes schon ab dem 1. September eine Verringerung der Nominallöhne bremsen.

Gestern teilte das Statistikamt mit, dass im August eine unüblich hohe Verringerung sowohl der nominalen, als auch der realen mittleren Arbeitslöhne festgestellt wurde. Wenn im Juli die mittlere Entlohnung der Ukraine 1.930 Hrywnja (ca. 275 €)betrug, dann lag sie im August um 58 Hrywnja (ca. 8,3 €), oder um 3%, niedriger – 1.872 Hrywnja (ca. 267 €). Ein Absinken der Löhne im August ist üblich, verbunden mit dem massenhaften Urlaub, doch in diesem Jahr erwies sich zum ersten Mal in den letzten Jahren der letzte Sommermonat sogar als niedriger als der Juni (1883 Hrywnja, ca. 269 €). So etwas gab es seit 2002 nicht mehr, als das Staatliche Statistikamt damit begann monatliche Daten über den Durchschnittslohn zu veröffentlichen. Außerdem erwies sich die Verringerung der realen Durchschnittslöhne als größte seit 2002 – 2,8% unter Einbeziehung der Verbraucherpreise (im August fielen sie um 0,1%). In den letzten Jahren schwankte die Verringerung der Reallöhne im August von 0,4% 2003 bis 2,2% 2007.

Die größte Absenkung des mittleren nominalen Arbeitslohnes wurde in der Industrie festgestellt: in der Metallurgie fielen die Löhne um 97 Hrywnja (ca. 13,9 €), oder 3,85%, im Chemiebereich um 55 Hrywnja (ca. 7,9 €), oder um 2,59%, im Maschinenbau um 29 Hrywnja (4,1 €), oder 1,53%. Eine spürbare Verringerung der durchschnittlichen Löhne fand ebenfalls im Immobilienbereich statt (um 25 Hrywnja (ca. 3,6 €), oder 1,18%) und bei finanziellen Tätigkeiten (um 83 Hrywnja (ca. 11,9 €), oder 2,15%). Daher sind sich die Experten einig in der Bewertung der Hauptgründe für die Verringerung der Löhne, dabei die Liquiditätskrise und den Fall der Industrieproduktion (fiel im August um 0,5%; Ausgabe des „Kommersant-Ukraine“ vom 11. September) nennend. „Neben der üblichen Absenkung der Löhne im August nach dem Urlaub im Juli, verschlechterte in diesem Jahr der Fall der Menge der Industrieproduktion, der den Ergebnissen des Augusts nach festgestellt wurde, die Situation.“, ist sich Wassilij Jurtschischin, der Direktor des Wirtschaftsprogrammes des Rasumkowzentrums sicher.

„Dass, die Folgen der Krise in den offiziellen Daten angekommen sind, zeigt besser als alles andere die Maßstäbe der Krise.“, denkt Jurij Prosorow, der Präsident der Ukrainischen Assoziation der Finanzanalytiker. „Es ist kein Geheimnis, dass die Löhne im Finanzbereich und ebenfalls im Immobilienbereich ohne Grundlage schnell anstiegen. Das war nur unter der Bedingung eines schnellen Marktwachstums möglich. Doch jetzt denken die Unternehmen über Entlassungen oder Lohnsenkungen nach; und das ist erst der Anfang.“ Im Baubereich gab es einen kleinen Anstieg der Löhne um 14 Hrywnja, oder 0,69%.

Ungeachtet dieser negativen Resultate, erwarten die Experten bereits für September einen Anstieg der Nominallöhne. „Die gute Ernte erhöht die Einkünfte der Landwirtschaft und damit verbunden, die der Lebensmittelindustrie.“, prognostiziert Jewgenija Achtyrko, Analystin des Forschungsunternehmens Gainsfort Research. Bereits im August, den Angaben des Statistikamtes nach, wurde ein Anstieg der Löhne in der Landwirtschaft (um 25 Hrywnja (ca. 3,6 €), oder 2,01%) und der Nahrungsmittelindustrie (um 25 Hrywnja, oder 1,45%) festgestellt.

Einen Anstieg der Nominallöhne kann auch die Verschiebung der Einführung der dritten Etappe des Einheitstarifs vom 1. November auf den 1. September stützen, wofür 1,14 Mrd. Hrywnja (ca. 163 Mio. €) aufgewendet werden. „Ungeachtet dessen, dass sich die Situation in den Problembereichen nicht verbessert, führt die Einführung der dritten Etappe des einheitlichen Tarifnetzes zu einer Revision aller Sozialtransfers, was positiv auf die allgemeine Dynamik der Lohnsteigerungen wirkt.“, denkt Jurtschischin.

Dynamik der Reallöhne im August (im Vergleich zum Juli) in den Jahren 2002 – 2008, in %

2002200320042005200620072008
-1,9-0,4-0,5-0,8-0,5-2,2-2,8

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 667

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