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Desaströses I. Halbjahr für die ukrainische Industrie

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Den Ergebnissen des I. Halbjahres nach konnte keine einzige Industriebranche der Ukraine eine positive Entwicklung vorweisen. Im Juni wurde lediglich ein Wachstum in der Lebensmittelindustrie beobachtet. Wahrscheinlich wird sich diese Tendenz bis Ende des Jahres fortsetzen, vermuten Experten.

Die Situation der Industrie verbesserte sich im Juni etwas in der Ukraine. Der Rückgang der Produktionsmengen betrug insgesamt 27,5% (zum Juni 2008), wo er im April/Mai noch bei 31,8% lag. Die Produktionsausweitung in Bezug auf das Niveau des Mai diesen Jahres lag im vergangenen Monat bei 3,1%. Ein positive Entwicklung wurde insbesondere im Bereich der Herstellung von Elektroausrüstung (+6,9%), der Leichtindustrie (+14,2%) und des Maschinenbaus (+6,9%) festgestellt, eine negative bei der Produktion von Transportmitteln (Rückgang um 5,9%) und ebenfalls bei der Produktion von Koks und der Erdölverarbeitung (-2,6%).

Zum ersten Mal seit Anfang des Jahres gelang es einer der Industriebranchen ein Produktionswachstum in Bezug auf die analoge Periode des Vorjahres zu erreichen. Die Lebensmittelindustrie steigerte die Umsätz im Juni um 0,9%. Alexander Zelenda, Experte der Investmentfirma “Troika Dialog Ukraina”, denkt, dass dies von zwei Faktoren begünstigt wurde: die Produktion von Lebensmitteln wird nicht einmal während der Krise unterbrochen und die Abwertung der Hrywnja erlaubte es den ukrainischen Unternehmen die Herstellungsmengen auf Kosten des Imports zu erhöhen.

Doch die Statistik des I. Halbjahres erwies sich als weniger tröstlich. Die Industrieproduktion sank um 31,1% – nicht in einer Branche wurde eine positive Entwicklung gemessen. Der niedrigste Rückgang wurde in den Bereichen der Förderung von fossilen Bodenschätzen (-4,7%) und der Produktion von Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren (-5,8%) festgestellt. Alexander Paraschtschij, Analyst der Investmentfirma Galt & Taggart Securities, erklärt dies damit, dass im I. Halbjahr die Kohle fördernden Unternehmen ihre Förderung um 15% zur Befüllung der Kohlespeicher der Kraftwerke steigerten. Bis Ende des Jahres wird es ein solches Wachstum nicht mehr geben.

Der Direktor des Zentrum für Energieforschungen, Konstantin Borodin, fügt hinzu, dass kein bedeutender Rückgang in dieser Branche aufgrund der Steigerung der Gasförderung festgestellt wurde: “Das steht in Verbindung mit dem hohen Preis in der Ukraine – höher, als in jedem anderen europäischen Land, – 2.434 Hrywnja pro tausend Kubikmeter (ca. 227 €), was für die Förderunternehmen, sowohl die staatlichen, als auch die privaten, einen Anreiz darstellt mehr Gas zu fördern. Es liegt nicht an den Fördererfolgen, sondern am Wunsch schnellen Gewinn zu erzielen”. Eine ähnliche Situation wird im Bereich der Erdölförderung beobachtet, doch das ungünstige System der Zahlung von Festbeträgen gestattet es nicht, die Produktion zu erhöhen. “Der Anstieg, der beim Gas verzeichnet wurde, wird innerhalb von sechs bis neun Monaten ausgeglichen. In den Lagerstätten sinkt der Druck und indem wir die Gasförderung in diesem Jahr erhöhen, erhalten wir Ausfälle in den nächsten Perioden”, denkt Borodin.

Andere Branchen, bei denen ein geringerer Rückgang festgestellt wurde – die Produktion und Verteilung von Elektroenergie, Gas und Wasser (-17,4%), die Produktion von Koks und die Erdölverarbeitung (-13,4%) – rufen bei Experten keinen Optimismus hervor. “Der Erdölverarbeitung ist im Niedergang. 2008 war ein Verlustjahr, daher ist jeglicher Vergleich derzeit nichtssagend. Die Branche verlebt die letzten Jahre”, betont Gennadij Rjabzew, Stellvertreter des Direktors des “Psicheja” Zentrums. Und der Meinung von Alexander Paraschtschija nach, wird ein weiterer Produktionsanstieg bei der Elektroenergie von die Wiederbelebung der Industrie abhängen. “Der Verbrauch der Haushalte stieg auch weiter, doch ersetzt er nicht den Verbrauch der Unternehmen”, denkt er.

Die einzige Branche, die, der Meinung von Experten nach, bereits im Oktober in den Nullbereich gelangen kann, ist die Lebensmittelindustrie. Alexander Zelenda ist überzeugt, dass sich im II. Halbjahr die Importersetzung durch einheimische Produkte fortsetzt, was den Rückgang (der Gesamtindustrie) verlangsamt. Die niedrige Vergleichsbasis spielt auch eine Rolle. “Falls es Anzeichen einer Erweiterung der Binnennachfrage gibt, könnte das ebenfalls ein Anstoß für die Aktivierung der Produktion sein. Doch bisher gibt es diese nicht”, fügt er hinzu.

Natalja Neprjachina

Entwicklung der Produktion im I. Halbjahr 2009 in Bezug auf den analogen Zeitraum des Vorjahres, in %

Förderung von fossilen Bodenschätzen-4,7
Herstellung von Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren-5,8
Produktion von Koks und Erdölverarbeitung-13,4
Herstellung von Verteilung von Elektroenergie, Gas und Wasser-17,4
Zelluloseindustrie-22,8
Leichtindustrie-33,1
Chemie und Erdölchemie-34,2
Förderung anderer Bodenschätze-34,6
Holzverarbeitung-36,7
Metallwirtschaft-43
Baumaterialienherstellung-47,8
Maschinenbau-52,5

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 729

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