FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Ergebnisse des Audits der Tätigkeit der Regierung Timoschenko veröffentlicht

0 Kommentare

Die internationale Überprüfung der von der Regierung Julia Timoschenko in den Jahren 2008-2010 genutzten Haushaltsmittel ist abgeschlossen. Das juristische Unternehmen Trout Cacheris informierte gestern über die Ergebnisse der Überprüfung von sechs merkwürdigen Geschäften. Als größte ungesetzlich verwendete Summe erwiesen sich 200 Mio. Euro aus dem Verkauf von Treibhausgasquoten, die 2009 für die Deckung des Defizits des Pensionsfonds verwendet wurden. Die übrigen Haushaltsausgaben sind durch den Kauf von Zucker, pharmazeutischen Erzeugnissen und Autos zu überhöhten Preisen verursacht worden. Juristen bezweifeln, dass die Amtsträger zur Verantwortung gezogen werden, da in einigen Schemen auch Staatsangestellte der Regierung Nikolaj Asarow involviert waren.

Fünf Monate benötigte das juristische Unternehmen Trout Cacheris (Washington, District Columbia) für den Abschluss der ersten Etappe der Prüfung der staatlichen Finanzen und Operationen mit Haushaltsmitteln durch die Regierung Julia Timoschenko in den Jahren 2008-2010. Die Ergebnisse der Prüfung, gemäß dem Vertrag zwischen dem Finanzministerium und der Kontroll- und Revisionsverwaltung, sollten bereits im August fertig sein, doch den Worten des Vertreters der Wirtschaftsprüfungsagentur Kroll (von Trout Cacheris beauftragt), Tommy Helsby, nach „leisteten die [Hauptfiguren der Prüfung] Widerstand und öffneten nicht immer die Türen“, was zu einer Verzögerung der Prüfung führte.

Für die Untersuchungen legte die Kontroll- und Revisionsverwaltung 28 merkwürdige Operationen fest, doch nach Beratungen mit dem Justizministerium verringerte sie diese auf sechs. Die Juristen überprüften Fakten zum Kauf von Autos, Medikamenten, Zucker und die Ausgabe von Zertifikaten über Grundstücke und die Nutzung von Mitteln aus dem Kyoto-Protokoll. Die allgemeine Summe aus den Verstößen nannten die Prüfer nicht. Diese Summe gibt es auch im 176-seitigen Bericht in englischer Sprache nicht. „Lesen Sie den Bericht und alles wird klar“, erklärte Plato Cacheris, Partner bei Trout Cacheris.

Als größten Ausgabeposten bezeichneten die Prüfer die nicht zweckgebundene Nutzung von 200 Mio. Euro von 320 Mio. Euro, die aus dem Verkauf von Treibhausgasquoten erhalten wurden (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 29. April). Auf Anweisung von Julia Timoschenko wurde mit diesen Mitteln im September 2009 das Defizit des Pensionsfonds gedeckt. Der Fonds erhielt im Juli 2009 ebenfalls 1,68 Mrd. Hrywnja, doch diese Mittel wurden aus dem Kredit des IWF vom Spezialkonto der Regierung gedeckt. Im Oktober 2009 wurden Mittel aus dem Kyoto-Protokoll – 90 Mio. Euro – auch für die NAK (Nationale Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“ verwendet (die Mittel wurden zurückgezahlt).

Im November 2009 verlor der Staatshaushalt aufgrund des Kaufs von 27 Rettungswagen vom Typ Renault Master durch das Zivilschutzministerium über die Firma „Lakschmi-Awto“ 15,04 Mio. Hrywnja. Das Zivilschutzministerium kaufte die Autos zu einem Preis von 799.000 Hrywnja (ausgegeben wurden 21,57 Mio. Hrywnja), wo sie in die Ukraine zwei Jahre vorher durch das Unternehmen „ISS-Ukraina“ zum Preis von 242.000 Hrywnja eingeführt wurden. „Die Details der Ausschreibung, die Herkunft der Autos und die Angaben über die Personen und die Unternehmen, die in die Lieferkette einbezogen wurden, zeugen davon, dass der Automobilkauf ein fiktives Schema für die Bereicherung dritter Personen war“, heißt es im Bericht von Trout Cacheris. Im Schema figuriert der Stellvertreter des Zivilschutzministers Wiktor Barantschuk und der Direktor der Abteilung für Material- und Technikversorgung des Zivilschutzministeriums, Igor Babunitsch. Beide wurden im Frühling 2010 von der neuen Regierung entlassen.

Das Gesundheitsministerium hat ebenfalls fiktive Verträge mit ausländischen Lieferunternehmen abgeschlossen. Die Verträge über die Lieferung von Pharmaprodukten unterzeichneten der Stellvertreter des Ministers Sinowij Mytnyk, der jetzt das Ministerium leitet und Alexander Kusnezow, der weiter „UkrVakzina“ vorsteht. Wie der “Kommersant-Ukraine“ früher mitteilte, hatte „UkrVakzina“ die Verluste aus den unterzeichneten Verträgen mit 26 Mio. $ bewertet und den Lieferanten Olden Group in Portland verklagt (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 27. September). Außerdem nahm das Gesundheitsministerium für den Kauf von 1.000 Autos einen Kredit über 101 Mio. Euro auf. Die Prüfer berechneten, dass die Ausgaben für dessen Bedienung im Juli 2010 44,2 Mio. Euro betrugen. Gestern reagierte Kusnezow nicht auf die Anrufe vom “Kommersant-Ukraine“ und beim Pressedienst des Gesundheitsministeriums ignorierte man die Anfrage des “Kommersant-Ukraine“. Machenschaften wurden von den amerikanischen Juristen auch beim Kauf von Zucker durch die Staatsreserve aufgedeckt. Für 22.150 t wurden 243 Mio. Hrywnja ausgegeben, doch bis zum August 2010 wurden lediglich 5.000 t geliefert. Nicht geliefert wurden Waren über 188 Mio. Hrywnja.

Die Untersuchung, die mit der Umsetzung des Programmes für die Ausgabe von Eigentumsrechten an Grundstücken verbunden war, zeigte, dass von 507,8 Mio. Hrywnja, die im Stabilisierungsfonds vorgesehen waren (anfänglich 5,954 Mrd. Hrywnja), 298 Mio. Hrywnja verwendet wurden (60 Prozent der Mittel). Diese reichten nur für die Ausgabe der Zertifikate für insgesamt 620.000 Bürger, wo das 6,4 Mio. Akte sein sollten.

Der Partner der Kanzlei Akin Gump Strauss Hauer & Feld (ebenfalls zur Prüfung herangezogen) Mark MacDougall betonte, dass Gerichte in Großbritannien und den USA sich mit dem Studium dieser Materialien beschäftigen. „Ich denke, dass dies einige Monate in Anspruch nehmen wird, denn das ist keine schnelle Angelegenheit. Man muss auch den Beklagten die Gelegenheit geben die Beweisbasis vorzubereiten“, sagte MacDougall. Bereits jetzt sind Klagen wegen der Machenschaften mit Impfmitteln und dem Autokauf für das Zivilschutzministerium eingereicht worden.

„Das ist keine Hexenjagd, sondern eine tiefe Analyse und das Ziel der Prüfung ist es Prozessen der Transparenz und der Gesetzesbefolgung dienlich zu sein“, erklärte Plato Cacheris. Mark MacDougall nach wird die Regierung der Ukraine sich noch darauf festlegen, ob die Budgetmittel, die ins Ausland gelangten, zurückgeholt werden und ob Generalstaatsanwaltschaft und Justizministerium Strafverfahren deswegen einleiten werden. Und bei der Opposition reagierte man auf die Ergebnisse der Prüfung mit Erklärungen über politische PR der Regierung und ihre Versuche Julia Timoschenko vor den Wahlen für die kommunalen Räte am 31. Oktober zu diskreditieren.

Juristen sagen, dass aufgrund der vorgestellten Fakten die festgestellten Beteiligten an den Schemen wegen Überschreitens der Dienstvollmachten, Fahrlässigkeit, und Verschwendung von Budgetmitteln strafrechtlich belangt werden können, was mit Freiheitsentzug zwischen zwei und zehn Jahren bestraft werden kann. „Doch soweit der vorliegende Bericht als Prüfung qualifiziert ist, müssen alle Fakten in ihm noch bewiesen werden und das wird problematisch. Unsere Ermittler können keine Analyse wie Trout Cacheris durchführen“, betont der Berater des Leiters für Praktiken zur Beilegung von Streitigkeiten vor internationalen Schiedsgerichten der Kanzlei Integrites, Pawel Nurshinskij. Der Meinung des Partners der Kanzlei Astapov Lawyers, Oleg Malskij, nach, ist in dieser Frage politische Einflussnahme unvermeidbar. „Wenn es ein Kommando von oben gibt, wird dieses Thema in Schwung gebracht, falls nicht, wird auf die Bremsen getreten“, sagt der leitende Partner von Amond & Smith, Denis Kusnezow. Der Meinung von Nurshinskij nach wurde in der Geschichte der Ukraine nicht ein Staatsangestellter hohen Ranges bestraft, einzige Ausnahme ist Pawel Lasarenko und das nur, weil sein Fall in den USA geprüft wurde.

Natalja Neprjachina, Bogdan Kissil

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 1107

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)15 °C  Ushhorod18 °C  
Lwiw (Lemberg)13 °C  Iwano-Frankiwsk15 °C  
Rachiw12 °C  Jassinja12 °C  
Ternopil14 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)16 °C  
Luzk15 °C  Riwne17 °C  
Chmelnyzkyj14 °C  Winnyzja12 °C  
Schytomyr12 °C  Tschernihiw (Tschernigow)13 °C  
Tscherkassy15 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)16 °C  
Poltawa19 °C  Sumy19 °C  
Odessa21 °C  Mykolajiw (Nikolajew)21 °C  
Cherson20 °C  Charkiw (Charkow)26 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)21 °C  Saporischschja (Saporoschje)24 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)24 °C  Donezk25 °C  
Luhansk (Lugansk)23 °C  Simferopol18 °C  
Sewastopol21 °C  Jalta21 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“

„Kein Zoll. Du musst an sich nur sagen dass das privat ist und du nicht damit handeln willst. So lange das nicht Originalverpackt ist und ersichlich das nicht neu sollte es keine Probleme geben“

„Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Anfrage. Ich möchte 4 Umzugskartons mit gebrauchter Straßen Kleidung bei der Einreise in die Ukraine mitnehmen. Es ist gebrauchte Kleidung...“

„Wir sind mit unserem Wohnmobil, wie geplant am Montag 15.6. in Krakovets rüber. Sehr zeitig los gegen 5 Uhr in der Früh. Mit sehr sehr wenig Verkehr, super bis zur Grenze. Nur 8 PKW vor der Schranke....“