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Industrialnyj Sojus Donbass und die Evraz Group sondieren Fusionsmöglichkeiten

Die “Industrieunion/Industrialnyj Sojus Donbass” (ISD) Sergej Tarutas und Witalij Gajduks sucht einen neuen Partner. Wie dem “Kommersant-Ukraine“ bekannt wurde, interessierte sich, nach der Einstellung der Fusionsverhandlungen mit der “Gasmetall” Alischer Usmanows, die russische Evraz Group für die ISD. Den Angaben von Informanten des “Kommersant-Ukraine“ nach, befinden sich die Verhandlungen mit ihr im Endstadium. Im Falle einer erfolgreichen Fusion wird das vereinigte Unternehmen etwa 50 Mrd. $ wert sein und gehört damit zu den fünf größten Stahlherstellern der Welt, betonen Experten.

Über das Interesse der Evraz Group an den Aktiva der ISD erzählte dem “Kommersant-Ukraine“ der Analyst von “Trojka Dialog Ukraina” Alexander Martynenko. Seinen Worten nach, erzählten die Vertreter des Altschewsker Metallkombinats (AMK) nach der Aktionärsversammlung des zur ISD gehörenden Unternehmens, dass Evraz vor kurzem eine Überprüfung des AMK und des Dneprodzierżyńsker Metallkombinats namens Dzierżyński (DMK) durchgeführt hat. Diese Information bestätigte der ausführende Direktor von KBC Securities Pjotr Antonow: “Die Evraz Group führte ein Finanz- und Produktionsaudit aller metallurgischen Aktiva der ISD durch. Unseren Einschätzungen nach, kann das Geschäft in nächster Zeit abgeschlossen werden.” Bei der Investmentfirma Concorde Capital und bei Upras Capital teilte man dem “Kommersant-Ukraine“ mit, dass, ihren Informationen nach, die Rede über eine mögliche Fusion der beiden Unternehmen geht. Als Berater tritt die Credit Suisse auf.

Die ISD kontrolliert das AMK, das Altschewsker Koks- und Chemiewerk, das DMK und ebenfalls die Metallkombinate Dunaferr in Ungarn und die Huta Stali Czestochowa in Polen. Im letzten Jahr haben die Unternehmen der ISD 9,5 Mio. t Stahl hergestellt. 2006 betrug der Umsatz der ISD 3,75 Mrd. $, das EBITDA lag bei 0,7 Mrd. $. Haupteigentümer sind Sergej Taruta und Witalij Gajduk. Der erstere verkündete den Aufkauf der Anteil des Partners.

Die Evraz Group ist eines der größten Metall- und Bergbauunternehmen. Als Hauptnutznießer über das zypriotische Unternehmen Lanebrook sind Millhouse Capital von Roman Abramowitsch (36,44%), Alexander Abramow (24,29%), Alexander Frolow (12,15%) und Igor Kolomojskij (9,72%). Die Aktien von Evraz sind an der Londoner Börse notiert. 17,4% der Aktien sind im Freihandel erhältlich. Die Kapitalisierung betrug gestern etwa 34 Mrd. $.

Bei der Evraz Group verzichtete man darauf die Information über die Fusion zu kommentieren. Übrigens, ein Informant des “Kommersant-Ukraine“, der den Aktionären des russischen Unternehmens nahe steht, bestätigte den Fakt der Einigung, wonach Evraz die Kontrolle über alle metallurgischen Aktiva der ISD erhält. Die nicht diesem Profil entsprechenden Aktiva fließen nicht mit in das Geschäft ein, präzisierte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“. Alexander Pilipenko, der Vizepräsident der “Industrialnaja Gruppa” (verwaltet die Aktiva der ISD), bestätigte die Information nicht. “Gespräche, um sich mit den Aktiva der dreißig führenden Metallunternehmen bekannt zu machen, führen alle. Darunter auch wir. Das betrifft das Nowolipezker Metallkombinat, Evraz und ArcelorMittal.”, erklärte er. 2007 führte ISD Verhandlungen über eine Fusion mit “Gasmetall” von Alischer Usmanow. Den Angaben der Informanten des “Kommersant-Ukraine“ nach, wurden die Unterredungen eingestellt.

Vom die Vorbereitung der ISD zum Verkauf zeugt auch die vollständige Öffnung des Finanzberichts des AMK, bemerkt der Analyst von “Sokrat” Dmitrij Choroschun. Im I. Quartal 2008 betrug der Vorsteuergewinn des Kombinats 70 Mio. Hrywnja (ca. 9,2 Mio. €) und bereits im zweiten Quartal betrug er 845 Mio. Hrywnja (ca. 111 Mio. €). “Ähnliche Prozesse fanden vor dem Verkauf des Dnepropetrowsker Metallwerks namens Petrowskij an die ‘Evraz’ statt.”, sagt Choroschun. Ende 2007 kaufte der größte Aktionär von Evraz, das Unternehmen Lanebrook, die metallurgischen Aktiva der “Privat” Holding.

Der Analyst der russischen “Metropol” Maxim Chudalow merkt an, dass nach dem Geschäft mit “Privat” der Markt eine weitere Expansion von Evraz in der Ukraine erwartet hat. “Die Wachstumsstrategie von Evraz ist so, dass sie die Kapazitäten nicht über eine Erweiterung der Produktion der Unternehmen in ihrem Besitz erweiteren, sondern mit dem Kauf von mehr oder weniger billigen Aktiva im Ausland.”, sagt er. Der Meinung von Alexander Makarow von Upras Captial nach, können zu dem Geschäft das AMK, das DMK, das Altschewsker Koks- und Chemiewerk und ebenfalls die Huta Czestochowa sowie Dunaferr gehören. Seinen Bewertungen nach, beträgt die Summe des Geschäfts 12-14 Mrd. $. “Wenn es notwendig wird den momentanen Eigentümern der ISD ein Aktienpaket der Evraz Group zu geben, werden die Minderheitsaktionäre des russischen Unternehmens wohl nicht zustimmen.”, denkt Maxim Chudalow. “Am wahrscheinlichsten ist, dass ein Teil des Geschäfts mit Geld und der Rest mit Aktien von Evraz, max. 20%, bezahlt wird.” Doch Alexander Martynenko berechnete, dass sogar wenn die Fusion nur das AMK und das DMK betrifft, das neue Unternehmen mit einer Produktionskapazität von etwa 29 Mio. t Stahl im Jahr zu den ersten fünf Stahlherstellern der Welt mit einer Marktkapitalisierung von 48-50 Mrd. $ gehören kann.

Experten betonen, dass die Fusion von ISD und Evraz von gegenseitigem Vorteil ist. “Evraz besitzt den größten Förderer von koksfähiger Kohle – ‘JushKusbassugl’ und ebenfalls 40% des Schachtes ‘Raspadskaja’, was es erlaubt die Lieferung an ukrainische Unternehmen zu befördern.”, sagt Maxim Chudalow. “Die Minderheitsaktionäre von Evraz besitzen die Hälfte des Südlichen Erzanreicherungskombinats (Kriwoj Rog), was die Versorgung der ISD Unternehmen mit Eisenerzen ermöglicht.”, sagt Alexander Martynenko. Den Einschätzungen Alexander Makarows nach, braucht die ISD gerade 1,5 – 1,8 Mrd. $. “Die Fristen für die Rückzahlung von Krediten, welche die ISD aufgenommen hat, laufen ab.” Hauptvorteil für Evraz ist die Verbilligung der ISD Aktiva. “Ein Metallkombinat in Russland mit einer Kapazität von 10 Mio. t Stahl im Jahr kostet 15-17 Mrd. $ und auf keinen Fall 12 Mrd. $.”, bekräftigt Chudalow.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Die Financial Times Deutschland zum Thema: Abramowitschs Stahlimperium vor Zukauf

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 965

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Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

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