FacebookTwitterVKontakteTelegramWhatsAppViber

Die Regierung verspricht baldige Reformen und einen Wirtschaftseinbruch

0 Kommentare

Das Ministerkabinett der Ukraine hat die Anordnung Nummer 76 beschlossen, in der sie Prognosewerte für die Jahre 2015-2017 veröffentlichte. Man muss dazu sagen, dass die Regierung Arsenij Jazenjuk sehr klug vorging, da sie die Prognosen für jedes Jahr in drei Szenarien präsentierte: einem pessimistischen, einem optimistischen und einem mittleren. Das ist richtig, denn gerade jetzt ist es schwer sogar für einen Monat, und mehr noch für längere Fristen, klare Vorhersagen zu machen. Die Prognosen sind sehr aufschlussreich geworden und zeigen offen, dass die Regierung Jazenjuk schlussendlich begriffen hat, dass es in der Ukraine sobald kein Wirtschaftswunder geben wird. Denn selbst die optimistischen Prognosen sehen nicht sehr freudig aus. Hier gibt es bereits keine Prahlerei und Losungen mehr, wie sie so populär auf dem Maidan waren, als versprochen wurde, dass sobald sie die Macht erhalten, die Ukrainer ein ökonomisches Wunder erwartet. Jetzt ist die Hauptsache, wie man schneller diese Krise überleben kann, die durch den Maidan hervorgerufen wurde und wonach man reell über die Zukunft der Wirtschaft der Ukraine und der Ukrainer selbst nachdenken kann.

Für 2015 hat die Regierung Arsenij Jazenjuk einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,5 Prozent (Optimismus) und 11,9 Prozent (Pessimismus) eingeplant. 2016 werden ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent (Optimismus) und ein Absturz um sieben Prozent (Pessimismus) erwartet. 2017 verspricht die optimistische Prognose ein BIP-Wachstum von 3,5 Prozent und die pessimistische einen Rückgang um drei Prozent. Obgleich man der Gerechtigkeit halber sagen muss, dass sogar wenn 2017 ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent erreicht wird, dann ist das kein Wachstum. Nach einem Fall des BIP um sieben Prozent 2014 und um weitere fünf bis zwölf Prozent 2015 ist ein Wachstum um 3,5 Prozent nicht ernstzunehmen. Faktisch ergibt es sich, dass mit diesem Anstieg das BIP des Jahres 2013 erst im Jahr 2023 und nicht früher erreicht wird. Etwas drolliges ergibt sich. Jetzt werden mindestens acht Jahre nötig sein, damit die Wirtschaft der Ukraine zum Niveau des Jahres 2013 zurückkehrt, das kaum als erfolgreichstes Jahr für die Wirtschaft der Ukraine bezeichnet werden kann. Doch ein anderes Jahr haben wir nicht. Jetzt ist das Jahr 2013 der Rubikon, von dem jeder Ukrainer sagen wird «bis 2013 war es so …»

Doch das Bruttoinlandsprodukt zeigt den Ukrainern wenig. Dieser Wert ist für langweilige Experten und abstruse Politiker. Weitaus interessanter sind andere Indikatoren für die Ukrainer und von denen hat das Kabinett einige angeboten und dabei sehr interessante.

Doch zuerst erinnern wir uns an das Jahr 2013. Damals lag die Inflation (Dezember 2013 zum Dezember 2012) bei 0,5 Prozent. Dabei stiegen die Nominallöhne um 7,9 Prozent und das Niveau der Arbeitslosigkeit lag der Methodik der Internationalen Arbeitsorganisation nach bei 7,2 Prozent. Doch warum die Ukrainer meinen, dass das schlecht war, ist schwer zu verstehen. Denn bereits den Ergebnissen des Jahres 2014 nach betrug die Inflation 24,9 Prozent, dabei stiegen die Nominallöhne nur um 6,6 Prozent und die Arbeitslosigkeit nach ILO-Methodik betrug 8,9 Prozent. Schwer ist die Logik der Ukrainer zu verstehen. Sie meinten bis zum Maidan, dass sie schlecht leben, doch nach dem Maidan, nachdem Preise und Arbeitslosigkeit stiegen und die Löhne umgekehrt praktisch nicht stiegen, meinen sie, dass es so gut sei. Vielleicht leben sie in einer anderen Dimension und für sie ist der Einkommensrückgang auch das Ziel des Maidans? Die Logik der Ukrainer ist tatsächlich sehr seltsam oder vielleicht ist die Wirtschaft der Ukraine noch seltsamer als die Ukrainer selbst. In jedem Fall prognostiziert die Regierung Arsenij Jazenjuk, dass die Ukrainer zukünftig mehr darüber nachdenken werden, wie sie überleben werden, als darüber, wozu sie das getan haben.

10. März 2015 // Alexander Ochrimenko

Quelle: Westi

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 608

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Facebook, Google News, Telegram, Twitter, VK, RSS und per Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.1/7 (bei 7 abgegebenen Bewertungen)

Neueste Beiträge

Aktuelle Umfrage

Wie wird das Jahr 2022 für die Ukraine?
Interview

zum Ergebnis
Frühere Umfragen
Kiewer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)1 °C  Ushhorod1 °C  
Lwiw (Lemberg)1 °C  Iwano-Frankiwsk-0 °C  
Rachiw0 °C  Jassinja-3 °C  
Ternopil2 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)3 °C  
Luzk2 °C  Riwne2 °C  
Chmelnyzkyj-0 °C  Winnyzja1 °C  
Schytomyr0 °C  Tschernihiw (Tschernigow)1 °C  
Tscherkassy-0 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)-0 °C  
Poltawa-0 °C  Sumy-1 °C  
Odessa-0 °C  Mykolajiw (Nikolajew)1 °C  
Cherson1 °C  Charkiw (Charkow)-0 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)-1 °C  Saporischschja (Saporoschje)0 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)0 °C  Donezk1 °C  
Luhansk (Lugansk)-0 °C  Simferopol2 °C  
Sewastopol4 °C  Jalta4 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„mbert, Antworten auf deine Einwände. Ja, Argumente habe ich auch da vergeblich gesucht. Schon etwas einfältig oder frech, die Ukraine, nach 30 Jahren der Ausbeutung, als Demokratie zu bezeichnen. Hamburger...“

„. . . da machen die gerne Fotos von sich vor dem Lambo oder Ferrari wird dann in Facebook oder Whatsapp für die Heimat gepostet, dass wäre der eigene . . . Na ja, die meisten sind ja schon wieder weg...“

„Irgendiw tut es weh so einen Mist zu lesen ....-“

„Habe heute wieder mal etwas gestöbert im Netz und fand dort diesen Artikel, aus dem ich hier zitiere: " Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) haben der Lieferung...“

„mbert, Antworten auf deine Einwände. Sämtliche Wahlen in der Ukraine, waren möglicherweise frei aber nie offen. Wer hat die Wahlen als frei und offen eingestuft ? Nicht die Menschen der Ukraine. Die...“

„Da bin ich mal gespannt ob das klappt, falls ja, dann hätte man es auch schon einmal früher versuchen können und ansonsten finde ich es trotzdem gut, denn, Versuch macht klug!“

„Viel entscheidener wäre ein Umbau des bahnnetzes auf europäische Spurweite“

„Ich hab' denen dann paar Videos gezeigt, auch von der BY - PL - Grenze, da wurden sie doch etwas leiser . . . So viel mal " auch ins Ausland gehen " . . . Sehe das immer wieder in frankfurt, da machen...“

„Die Ursache ist eine ganz einfache. Innerhalb der Eu zahlt bei zahnersatz die Kasse Ihren Pflichtteil, innerhalb der gesamten EU, egal wo. gibt es Problem, zum Beispiel Gewährleistungsansprüche, so geht...“

„wer Russland und die Ukraine als Demokratie bezeichnet, hat kein Recht über Politik zu reden. Russland ist ein Demokratie-Rest an der Schwelle zur Diktatur. Die Ukraine ist eine Demokratie. Wer das verkennt,...“

„mbert, wer Russland und die Ukraine als Demokratie bezeichnet, hat kein Recht über Politik zu reden. Sämtliche heute unabhängige Länder der früheren Sowjetunion, sind korrupte Oligarchien. Einige...“

„Na ja, dann mal ganz sachlich, Spiegel als Quelle, H.-J. Friedrichs Mister Tagesthemen und Prof. Dr. Norbert Bolz, der über Gesinnungs-Journalismus referiert, das passt doch. Man mag ja gerne die öffentlich...“

„[Ironie an]Wer schreit, hat Unrecht[/Ironie aus] SELBAAH !!!“

„GESINNUNGS-JOURNALISMUS [...] ERZIEHUNGS-JOURNALISMUS [...] TEUERSTEN Merke: OHNE MASSIVEN EINSATZ VON GROSSBUCHSTABEN KOMMT DIE MESSAGE EINFACH NICHT AN. SIE WIRD IGNORIERT. MAN WIRD NICHT ERNST GENOMMEN....“

„Nicht England, Estland. Alte NVA-Haubitzen wohl. Ist auch nicht von gestern. Und mit Angst hat das auch nix zu tun.“

„Vorkuta, Du hast Probleme mit Mainstream-medien, warum? Öffentlich rechtliche Fernseh- und Rundfunkanstalten verlogen? Warum hast Du mit diesen Medien ein Problem? Ganz einfach: Man schaue sich mal an,...“

„@ NATO - Osterweiterung & Michal Gorbatschow: Gut, daß wir mal darüber gesprochen haben. Ich empfinde es als außerordentlich vorteilhaft, daß hier im Forum so viele Politik-Wissenschaftler vertreten...“

„. . . indem man soviel wie möglich in die Breite (auch ins Ausland) geht . . . Nur mal was das Ausland angeht: Ich lebe seit 11 Ja. im Ausland, nicht in DE, bin nur manchmal zu Besuch. Jetzt war ich 4...“

„Putin hat letztes Jahr seine Auffassung dazu geschrieben, die voller geschichtlicher Fehler ist. Würde man dieser Argumentation folgen, so müsste sich Putin Kiew unterwerfen. Auch der VErgleich zwischen...“

„Putin hat letztes Jahr seine Auffassung dazu geschrieben, die voller geschichtlicher Fehler ist. Würde man dieser Argumentation folgen, so müsste sich Putin Kiew unterwerfen. Auch der VErgleich zwischen...“

„Naja Putin tut gut an seine persönliche Sicherheit zu denken, denn die Anzahl seiner Feinde wächst enorm. ich vermute irgendwie, dass er ein paar persönliche Schwierigkeiten hat, die nichts mit der...“

„Wer beschützt uns... die Frage war eher eine rhetorische Frage, Herr Putin stellt Forderungen bzgl. "seiner" Sicherheit, im Grunde müssten wir ja diese Fragen stellen und Forderungen dazu formulieren,...“

„Es ist schon bedrückend, dass das alles in so wenigen Händen liegt (Politiker) und dann noch einzelne die Macht haben dabei noch richtig am Rad zu drehen. Mich treibt eigentlich nur die Frage um, wer...“

„Wie gesagt die Idee hat ein wenig Charme, für mich aber nur will sie Herrn Putin vor wahre unlösbare Probleme stellen würde. Trotzdem lehne ich so eine Aktion ab, einfach aus dem Grund, es wäre Unrecht...“

„Was Putin möchte ist sehr klar eine Sowjetunion 2.0 Irgendwie verstehen einige nicht, dass alleine die Ukraine entscheidte und das hat man zu akzeptieren. Russland hat dort keineswegs hineinzureden. Die...“

„Die "russische" Mehrheit, die in dieser Region lebt, ist jedoch mit den Leistungen der verschiedenen Regierungen in Kiew, nicht zufrieden. Woher hast Du dieses "Wissen"? Zunächst einmal, gibt es in der...“