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Der unnötige Anführer

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Die Entscheidung Jurij Luzenkos, eine neue gesellschaftliche Bewegung zu gründen, welche durch den ehemaligen ukrainischen Minister des Inneren gleich nach der Haftentlassung offenbart wurde, rief gelinde gesagt, eine mehrdeutige Reaktion hervor – nicht im Regierungslager, sondern gerade in den Reihen der Opposition.

Es erschienen Kommentare, deren Autoren behaupteten, dass nicht allein die Entscheidung Luzenkos, sondern sogar seine Entlassung im Interesse der Regierung sei, weil es Zwistigkeiten in die Reihen der Opposition bringen könne. Auf der anderen Seite, fingen viele gesellschaftlich Aktive an, über Müdigkeit von den agierenden Politikern zu sprechen, über die Suche nach einer Alternative – und darüber, dass gerade Luzenko mit seiner neuen Bewegung zu dem Gesicht dieser Alternative werden kann.

Ich werde nicht die Tatsache Luzenkos Initiative diskutieren: sie ist erst ein paar Tage alt und sie ist logisch genug aus instrumenteller Sicht. Für einen Menschen, der in der Politik bleiben will und über keine juristische Möglichkeit mehr verfügt, Politik zu betreiben, ist eine gesellschaftliche Tätigkeit die beste Lösung. Typisch ist die Reaktion auf diese Initiative. Dass manche Politiker und Politologen die Entlassung Luzenkos furchtsam beäugen, ist verständlich. Sie könnten denken, dass Luzenko die Rolle des Anführers anstrebt, dabei liegt das Problem der Opposition gerade im Vorhandensein dreier Anführer – und das Erscheinen eines vierten würde die Situation noch komplizierter machen. Aber von außen gesehen besitzt die Opposition gar keine Anführer. Deswegen ist das, was in Anführungszeichen Müdigkeit von den Politikern genannt wird gerade die Suche nach einem neuen Anführer und die Hoffnung darauf, dass der durch Haft erprobte Luzenko diese Rolle im gesellschaftlichen Bewusstsein spielen kann.

Das erstaunt, ehrlich gesagt. Es scheint, dass die Erfahrungen der Ereignisse von 2004 den politisch gebildeten Teil der Gesellschaft davon überzeugen sollten, dass der Anführer, der in dem Moment erscheint, indem die Gesellschaft keinen realen Veränderungsbedarf hat, sowieso nicht zu einem Reformator werden kann, welcher imstande wäre, das Land zu verändern – vor allem deshalb, weil nicht die Anführer das Land verändern, sondern verantwortungsbewusste Bürger. Man fragt sich oft in der Ukraine, warum wir keinen eigenen Havel oder Wałęsa besitzen. Ich versichere Ihnen, Havel und Wałęsa sind nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Ukraine eine qualitativ andere Gesellschaft hat. Im Moment des Beginns der „Samtenen Revolution“ in der Tschechoslowakei war Václav Havel einer der führenden oppositionellen Politiker, aber nicht der einzige. Sogar nach dem Ende des Sozialismus besetzte Havel die Stelle des Präsidenten des Landes quasi vorübergehend, mit dem Versprechen, sie an den ehemaligen ersten Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei aus der Zeit des „Prager Frühlings“ Alexander Dubček zu übergeben.

Die Autorität Havels als Politiker bildete sich bereits in seinen Jahren als Staatschef, weil der ehemalige Dissident die Erwartungen des größten Teils der Gesellschaft an den Charakter der neuen Regierung erfüllte. Das gleiche gilt für Wałęsa, der lediglich einer der Organisatoren des berühmten Streiks auf der Danziger Lenin-Werft war und seine organisatorischen sowie seine Führungsqualitäten bereits während der Ereignisse zeigte. Gäbe es keinen Streik – gäbe es keinen Wałęsa. Gäbe es keine Samtene Revolution – gäbe es keinen Havel. Wenn es keine verantwortungsvolle ukrainische Gesellschaft gibt – im besten Fall sogar nach dem Zerfall der „regionalen“ Regierung, dann bekommen wir den nächsten Juschtschenko und den nächsten Janukowitsch, ohne Zweifel. So könnte man jahrzehntelang im Kreis laufen, bis die Ukrainer begreifen, dass sie keinen Anführer brauchen, sondern ein Gefühl der Verantwortung für ihr Land.

Genau deswegen sehe ich kein Problem darin, dass die Opposition momentan keine Anführer hat – lassen wir den Anführer dem „regionalen“ Lager. Nicht das ist schlecht, sondern, dass jeder der oppositionellen Chefs gerne ein Anführer wäre – anstatt gemeinsam an einem Plan der Rettung und Umformung des sich rasant marginalisierenden Landes zu arbeiten. Soweit ich Jurij Witaljewitsch verstanden habe, interessiert ihn nicht die Rolle des Anführers und sogar nicht die Führung in der neuen Bewegung, sondern der Entwicklungsplan der Ukraine für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Wenn ein solches Programm tatsächlich erscheint – kein populistisches, für die Naivität der Wähler und deren Glauben an ein Schlaraffenland gedachtes, sondern ein professionelles, ehrliches und bitteres, weil eine solche Medizin nicht süß sein kann, dann wird es ein historisches Verdienst Jurij Luzenkos gegenüber unserem Land und ein Beweis dafür, dass ukrainische Politiker Realisten sein können.

13. April 2013 // Witalij Portnikow

Quelle: Lb.ua

Übersetzerin:   Inna Olbricht — Wörter: 702

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„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“