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Deutsche Bank gründet Tochterbank in der Ukraine

Gestern hat der Führer des deutschen Bankenmarktes, die Deutsche Bank, den Beginn der Registrierung einer Tochterbank in der Ukraine verkündet. Bei der Vertretung der Deutschen Bank erklärte man, dass die Unterabteilung nur Unternehmensgeschäfte betreiben wird und die Registrierung soll innerhalb eines Monats abgeschlossen sein. Marktteilnehmer sagen, dass dies die beste Neuigkeit seit Anfang des Jahres ist, was bedeutet, dass die Bank ein Austreten des Landes aus der Krise erwartet.

Der Direktor der Vertretung der Deutschen Bank in der Ukraine, Konstantin Serjogin, sagte dem “Kommersant-Ukraine“, dass die Bank bei den Regulationsorganen Dokumente zur Registrierung einer Tochtereinheit eingereicht hat, welche “Deutsche Bank DBU” heißen wird. “Wir haben alle Varianten der Anwesenheit in der Ukraine geprüft und sind bei der Gründung einer neuen Bank stehen geblieben”, erklärte er. “Das wird nur eine Bank für Unternehmensgeschäfte. Die Deutsche Bank betreibt nirgendwo in der Welt Privatkundengeschäfte, außer in Deutschland selbst”. Serjogin erzählte, dass seine Kandidatur für den Posten des Vorstandsvorsitzenden der neuen Bank eingereicht wurde und er darauf zählt, dass die Dokumente mit dem Antimonopolkomitee und der Zentralbank im Verlaufe des Monates abgestimmt werden.

Die Deutsche Bank ist nach den Aktiva die größte Bank Deutschlands – den Ergebnissen des III. Quartals des Jahres 2008 nach beliefen sich diese auf 2,061 Bio. €. Das Netz in der Welt erhöhte sich um 60 Filialen – auf 1949, sich in Deutschland um 5 verringernd – auf 984. Der Reingewinn verringerte sich von 5,54 Mrd. € von Januar-September 2007 auf 918 Mio. € in den drei Quartalen des Jahres 2008 (der Geschäftsbericht für das Gesamtjahr 2008 wird erst am 24. März veröffentlicht, auch wenn vorab für 2008 3,9 Mrd. € Verlust gemeldet wurden A.d.Ü.).

Die Deutsche Bank hat ihre Vertretung in der Ukraine bereits im Februar 2005 eröffnet. Sie hatte aktiv ukrainische Unternehmen kreditiert, einschließlich der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) “Naftogas Ukrainy” und Ferrexpo, kaufte ukrainische Staatsanleihen und organisierte die Anwerbung von Konsortialkrediten für ukrainische Banken. Vom Moment der Eröffnung der Vertretung hatte die Deutsche Bank Möglichkeiten des Kaufs von einigen größeren Teilnehmern des ukrainischen Marktes ins Auge gefasst. Banker erzählten dem “Kommersant-Ukraine“, dass die Deutsche Bank ein hinreichend großes Interesse an der Privatisierung der Oschtschadbank zeigte, wo man plante teilzunehmen. “Dieser Spieler (die Deutsche Bank) kommt immer ins Land um den größten zu kaufen”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ der Präsident einer der ausländischen Banken. “Für sie war die PrivatBank interessant und ich wäre nicht erstaunt, wenn sie die ‘Aval’ von Raiffeisen kaufen würden. Obwohl sie sehr lange brauchen (i. O. sie sehr lang anspannen)”. Die Annahme einer Entscheidung zum Kauf irgendeiner Bank wurde auch nicht durch den Markteintritt des Konkurrenten der Deutschen Bank in der Ukraine beschleunigt – der Commerzbank AG, die im September 2007 vom Geschäftsmann Leonid Juruschew 60% der “Forum” Bank kaufte.

Die Entscheidung der Deutschen eine Bank von Null zu gründen, hat Banker überrascht. “Derzeit kann man eine gute Bank zu einem Preis bedeutend unter dem Kapitalwert erwerben”, betonte der Direktor der Verwaltung der Investitions- und Bankendienstleistungen von Dragon Capital Brian Best. Natürlich muss man die Schulden restrukturieren, die Bilanz stärken, das Kapital erhöhen, doch die Ausgaben sind wesentlich niedriger als vor der Krise”. Als attraktivstes Aktiva auf dem Markt nennen Marktteilnehmer die OTP Bank, die, ihren Worten nach, zum Verkauf steht. Dabei gehen Banker davon aus, dass das von der Deutschen Bank gewählte Modell des Markteintritts ebenfalls vorteilhaft ist. ??“Derzeit kann man Büros zu sehr niedrigen Preisen finden. Leute finden sie ebenfalls ohne Probleme, da bei vielen Banken die Mitarbeiter reduziert werden”, ist sich der Leiter der Vertreter der BNP Paribas, Dominique Menu sicher.

Die Ankündigung der Registrierung einer neuen ausländischen Bank in der Ukraine während der Krise nennen Banker die beste Neuigkeit seit Anfang des Jahres. “Das ist natürlich ein Risiko, doch das Bankengeschäft ist, vom Prinzip her, risikoreich. Wir berechnen die Risiken und verdienen daran”, sagte Dominique Menu. “Bei der Deutschen Bank versteht man, dass sich nach der Krise das Geschäft in der Ukraine entwickeln wird, daher haben sie eine solche Entscheidung getroffen” Seiner Meinung nach, kann diese Tatsache einen positiven Einfluss auch auf andere Investoren ausüben, welche die Möglichkeit des Kaufs sich verbilligender ukrainischer Banken untersuchen.

Ruslan Tschornyj

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 725

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Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

KOLLEGGA mit 150 Kommentaren

Alex Alexandrewitsch mit 60 Kommentaren

Wolfgang Krause mit 29 Kommentaren

Christos Papaioannou mit 29 Kommentaren

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