FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Rada entließ Katastrophenschutzminister Schufritsch

0 Kommentare

Am Sonnabend entließ die Werchowna Rada den Katastrophenschutzminister Nestor Schufritsch. Einen Tag vorher hatte Präsident Wiktor Janukowitsch einen Erlass zur Ernennung Schufritschs zum Stellvertreter der Sekretärin des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung unterzeichnet. Schufritsch erklärte seine Entlassung mit politischen Motiven – im Einzelnen mit der Notwendigkeit der Erweiterung der Regierungskoalition.

Der Beschlussentwurf zur Entlassung Nestor Schufritschs vom Ministerposten „in Verbindung mit dem Übergang zu einer anderen Arbeit“ wurde vom Ministerkabinett am Freitag in der Werchowna Rada registriert. Einige Stunden später wurde auf der offiziellen Seite von Präsident Wiktor Janukowitsch der Erlass „Über die Ernennung Nestor Schufritschs zum Stellvertreter der Sekretärin des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung“ veröffentlicht. Und am Sonnabendmorgen enthob die Werchowna Rada Schufritsch vom Posten des Leiters des Ministeriums für außerordentliche Situation. Für diesen Beschluss stimmte praktisch die gesamte Koalition – 256 Parlamentsabgeordnete.

Nestor Schufritsch war zweimal Minister für außerordentliche Situationen. Das erste mal wurde er im Dezember 2006 zum Leiter des Ministeriums bestimmt, doch war er bereits nach einem Jahr, nach den außerordentlichen Parlamentswahlen im September 2007 gezwungen diesen Posten zu verlassen. Ab dem 11. März 2010 führte Schufritsch erneut das Katastrophenschutzministerium in der Regierung Nikolaj Asarow.

Das ist nicht die erste Entlassung in der Regierung Nikolaj Asarow. Vor einer Woche wurden der Vizepremier für humanitäre Fragen, Wladimir Seminoshenko, und der Minister für den Schutz der Umwelt, Wiktor Bojko, entlassen. Am Sonnabend nannte Nestor Schufritsch zwei mögliche Gründe für seine Entlassung. Der erste könnte seiner Meinung nach mit der Tätigkeit des Leiters der Präsidialadministration, Sergej Ljowotschkin, in Verbindung stehen. Am 8. Juli 2009 gab es einen Vorfall zwischen Nestor Schufritsch und Sergej Ljowotschkin: nach einer Sitzung der Partei der Regionen schlug Schufritsch im Foyer des Kinos „Sorjanyj“ Ljowotschkin mit der Faust ins Gesicht. Später erklärte er sein Vorgehen damit, dass Sergej Ljowotschkin ihn in eine unbequeme Situation gegenüber Wiktor Janukowitsch versetzt habe. „Jetzt ist der Jahrestag unseres ‘Gespräches unter Männern’. Ich habe bereits gesagt, dass Ljowotschkin für mich Straßenstaub ist, ein Missverständnis in der Partei der Regionen. Dass, was derzeit vor sich geht, bestätigt meine Worte. Alle Schwierigkeiten in der Regierung betreffen seine Tätigkeit im einen oder anderen Maß“, erklärte Schufritsch.

Als zweiten möglichen Grund nannte Schufritsch die Erweiterung der Koalition und die Notwendigkeit „mehrere Sessel zu räumen“. Er sagte: „Am Vortag habe ich mit dem Präsidenten und dem Premierminister geredet und mir wurde die Notwendigkeit der Entlassung vom Posten des Ministers für außerordentliche Situation aus politischen Motiven aufgezeigt“.

Schufritsch fügte ebenfalls hinzu, dass er als Anwärter für den Posten des neuen Leiters des Katastrophenschutzministeriums Wiktor Baloga ansieht, der diese Behörde von September 2005 bis August 2006 leitete. Jedoch wurde seine Kandidatur in der Koalition nicht unterstützt. „Wiktor Baloga ist nicht durchbringbar für den Posten des Leiters des Katastrophenschutzministeriums. Er würde auf den Posten nicht verzichten, doch man würde für ihn nicht stimmen. Das weiß ich genau“, erklärte Nestor Schufritsch.

Bei der regierenden Koalition weiß man bislang nicht, wer den Platz von Nestor Schufritsch einnehmen wird. „Wenn niemand von den Parlamentsabgeordneten sein Mandat niederlegt, gibt es für diesen Posten keinen Kandidaten aus dem Abgeordnetenkreis. Jedoch könnten dies auch Personaländerungen innerhalb des Katastrophenschutzministeriums selbst sein, wenn einer der ersten Stellvertreter zuerst kommissarisch das Amt leitet und danach der Behörde vorsteht“, vermutete der Abgeordnete Wladimir Makejenko (Partei der Regionen).

Der Meinung des Ersten Stellvertreters des Fraktionsvorsitzenden der Partei der Regionen, Michail Tschetschetow, nach sind die Personalumstellungen in der Regierung dazu geeignet deren Potential zu erhöhen. „Wir sind bereit die Kandidaten für die Schlüsselpositionen aus anderen Mannschaften zu prüfen. Die Hauptsache ist ihn zu zwingen, dass er nicht nur einfach diese Richtung verstärkt, sondern sich auch in die Mannschaft einschreibt. Die Ernennung Nestor Schufritschs auf den Posten des Stellvertreters der Sekretärin des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung spricht von der Absicht des Präsidenten dieses Organ zu stärken“, versicherte Tschetschetow, dabei die Effektivität der Managementtätigkeit von Nestor Schufritsch hervorhebend.

Mit ihm stimmt auch der Stellvertreter des Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für Fragen der Umweltpolitik, Nikolaj Scherschun (Block Litwin) überein. „Ich habe lange mit Schufritsch zusammengearbeitet und kann klar sagen, dass es keine Bemängelungen seiner Arbeit gab. Seine Entlassung wurde nicht von der Überschwemmungssituation in der Westukraine beeinflusst – dort gab es keine sehr ernsten Probleme“, erzählte Scherschun, dabei dem “Kommersant-Ukraine“ nicht erklärend, warum er am Sonnabend im Parlament trotzdem für die Entlassung des Leiters des Katastrophenschutzministeriums stimmte.

Julia Rjabtschun

Quelle: Kommersant-Ukraine

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 726

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)26 °C  Ushhorod27 °C  
Lwiw (Lemberg)25 °C  Iwano-Frankiwsk26 °C  
Rachiw23 °C  Jassinja23 °C  
Ternopil25 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)26 °C  
Luzk27 °C  Riwne27 °C  
Chmelnyzkyj26 °C  Winnyzja26 °C  
Schytomyr24 °C  Tschernihiw (Tschernigow)25 °C  
Tscherkassy25 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)26 °C  
Poltawa26 °C  Sumy26 °C  
Odessa27 °C  Mykolajiw (Nikolajew)26 °C  
Cherson30 °C  Charkiw (Charkow)25 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)29 °C  Saporischschja (Saporoschje)29 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)27 °C  Donezk27 °C  
Luhansk (Lugansk)29 °C  Simferopol28 °C  
Sewastopol27 °C  Jalta26 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Gestern 6 Stunden warten vor der Grenze Richtung Polen in Krakowez mit dem Kleinbus. Abfertigung ging dann schnell da auch Passagiere mit EU-Pass dabei waren“

„Bin am Montag 15.6.26 um 8 Uhr in Urgyniw ausgereist, das erste Mal an einem Montagmorgen ca. 15 Fahrzeuge vor mir, bin sonst der Erste oder Zweite, egal, nach ca 20 Minuten wurde dann die nächste Welle...“

„Derzeit, ist es überall sehr voll an den Grenzen Ukraine/ Polen. Zb. Krakovets 100 PKW ca. 10 h Wartezeit. Wollen Montag rüber, versuchen es sehr früh.“

„Haben noch vor der Grenze im Wohnmobil geschlafen. 600 km am Stück mit 90 km/h, da wollten wir nicht noch stundenlang an der Grenze stehen. War am Abend voll 55 PKW, laut Info. Am Montag früh gegen 10...“

„Der Blockposten zwischen Ustyluh und Urgyniw an der Oblastgrenze hat mich, das war jetzt aber nur einmal, auch nach 23 Uhr passieren lassen, lässt für mich den Schluss zu, auch hier ist 24/7 passierbar.“

„Kann nur zum Blockposten vor USTYLUH sagen, der ist geöffnet 24/7 und der Blockposten vor URGYNIW schließt von 23.00 Uhr bis 04:00 Uhr. (Fahrtrichtung Grenze/Ausreise); Wer in Richtung Landesmitte fährt,...“

„Ja, der Grenzübergang in Ustyluh ist echt toll geworden, ich habe letztens den Spaß gemacht und angedeutet, dass wohl jetzt die Polen eifersüchtig sind auf diese Arbeitsplätze. Die Zöllnerin hat zustimmend...“

„Fahre am Sonntag nach Lwiw und will noch am späten Abend einreisen. Hat da jemand Erfahrung wegen der Wartezeiten und ist dann die Weiterfahrt wegen der Sperrstunde nicht möglich ?“

„Montag letzte Woche 11 Uhr, komplett, von Schranke zu Schranke in 21 Minuten, optimal. Ansonsten für diesen Zeitpunkt 30 bis max 40 Minuten einplanen“

„Ich schau immer bei ... ... , finde es nicht schlecht, liegt meiner Meinung nach nie KRASS daneben, DIE gemeldeten Zahlen kann man zumindest für eine seriöse Entscheidungsfindung heranziehen.“

„Hallo Handrij, Bin letzten Freitag am Abend um 22 Uhr ausgereist. In 40 Minuten total, am Freitag! Ich schildere nochmals den Ablauf, damit der optimale Ablauf nachvollziehbar wird. Ankunft vor dem Grenzübergang,...“