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Regierung deckt Defizit des Pensionsfonds über den Verkauf von Staatsanleihen an Staatsbanken

Das Ministerkabinett begann damit die Zinssätze für Binnenstaatsanleihen bedeutend schneller zu senken, als Investoren dies gehofft haben. Am Freitag verkaufte das Finanzministerium Staatspapiere über 2,66 Mrd. Hrywnja zu für die letzten Jahre rekordhaft niedrigen 11%. Wie es dem “Kommersant-Ukraine“ zu klären gelang, kauften die Hauptsumme der Emission verstaatlichte Banken und mit den eingenommenen Mitteln finanzierte das Kabinett das Defizit des Rentenfonds. Dabei sind sich Banker sicher, dass eine große Zahl von Gesuchen von Nichtresidenten in der nächsten Zeit geeignet ist auch die Zinsen bei Marktauktionen auf 10-11% zu drücken.

Die Regierung Nikolaj Asarow begann, wie auch die Regierung Julia Timoschenko, damit die sozialen Verbindlichkeiten des Staates auf Rechnung einer Erhöhung der Staatsschulden zu finanzieren. Am Freitag führte das Finanzministerium eine außerordentliche Auktion zum Verkauf von Binnenstaatsanleihen mit Laufzeiten von 13 Monaten, anderthalb und zwei Jahren durch. Alle Anleihen wurden mit einer seit Beginn der Krise rekordhaft niedrigen Zinssatz verkauft – 11%. Weniger einträglich waren in den letzten zwei Jahren lediglich die Anleihen, mit denen das Kabinett das Kapital von Banken und der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“ erhöhte – 9,5%. Im Vergleich mit den letzten Auktionen fielen die Zinsen um 5-6,3%, innerhalb der Woche gar um 10%.

Eine Rendite von 11% ist für Investoren wenig interessant, versichern Banker. „Dieses Niveau ist kein Marktniveau und könnte charakteristisch für außerordentliche Auktionen sein“, betont der Leiter der Analyseabteilung für Finanzmärkte der ING Bank Ukraine, Alexander Petscherizyn.

Tatsächlich fiel gemeinsam mit dem Absinken der Zinsen auch die Zahl der Kaufgesuche für die Binnenanleihen von 162 am letzten Dienstag auf 24 am Freitag. Übrigens stieg das Niveau der erlösten Mittel auf das Vierfache von 626 Mio. Hrywnja auf 2,66 Mrd. Hrywnja. Das ist fast die Hälfte der seit Anfang des Jahres bei Verkäufen von Binnenanleihen erlösten Mittel.

Die Papiere des Finanzministeriums können nach dem 19. Februar nur ausgewählte Banken kaufen – Ersthändler: die ING Bank Ukraina, die „Raiffeisenbank Aval“, die „Oschtschadbank“, die UkrGasBank, die UkrSibBank, die Rodovid Bank, die OTP Bank, die UniCreditBank, der Erste Bank und die Banken „Kiewskaja Rus“ und „Kiew“. Bankern nach haben zu diesem Zeitpunkt bereits alle entsprechende Verträge mit dem Finanzministerium unterzeichnet.

Der Hauptteil der Anleihen in der letzten Auktion wurde von durch den Staat rekapitalisierten Banken, wie der UkrGasBank, der Rodovid Bank und der Bank „Kiew“ gekauft. „Es gab eine Abmachung, dass die Zentralbank die Anleihen zu Geld macht, die in unserem Kapital blieben und wir kaufen dafür neue Anleihen. Doch die Zinsrendite wurde erst im Verlaufe der Auktion bekannt, andernfalls hätten wir sie nicht genommen“, sagte man bei einer der Banken. „Das Finanzministerium hat alle abtelefoniert und die Käufer waren bereits vorher bestimmt“, fügte man bei einer anderen Bank hinzu. „Das Geld wurde für den Pensionsfonds gebraucht“. Einen kleinen Anteil der Papiere (bis zu 200 Mio. Hrywnja) kauften trotzdem Geschäftsbanken. „Wir betrachten diese Operation als Umschichtung aus den Einlagenzertifikaten, deren Zinssatz die NBU (Nationalbank der Ukraine) stark gesenkt hat, in Staatsanleihen“, erläuterte einer der Käufer. „Diese Rendite ist sogar für Banken interessant, die auf der Liquidität ‘sitzen‘“.

Der Meinung von Experten nach, ist derzeit ein Zinssatz für die Anleihen von 15-18% für Investoren annehmbar. „Das ist das Niveau, welches mit der Inflation übereinstimmt (Prognose des IWF: bis zu 10%)“, sagt der Kassendirektor der „Raiffeisenbank Aval“, Wladimir Krawtschenko. Auf den Wert der Staatsanleihen wirkt sich der Zustrom von Nichtresidenten nach der Stabilisierung der politischen Situation in der Ukraine bedeutend aus. Seit Anfang des Jahres erhöhten sich die Investitionen von Nichtresidenten in Binnenstaatsanleihen um 814 Mio. Hrywnja auf 1,24 Mrd. Hrywnja, doch Banker sind sich sicher, dass diese Ziffer steigen wird. Bei der Auktion für Staatsanleihen am 16. März gab es Kaufgesuche über 9,28 Mrd. Hrywnja und die Zentralbank kauft den gesamten März die Währungsspitzen vom Interbankenmarkt auf.

Die Senkung der Investitionsrisiken erlaubt es den Käufern der Binnenanleihen sich mit dem Absinken der Rendite der Anleihen anzufreunden, was unvermeidlich ist, da das Finanzministerium versucht die Ausgaben für die Bedienung der Staatsschulden zu reduzieren. „Unter Berücksichtigung der ‘undeliverable Forwards’ für die Hrywnja (sanken auf 8,3%) erhalten Nichtresidenten, die Binnenstaatsanleihen zu 17% kaufen, wenigstens 8,7% Gewinn. ??„Das ist die Zahlung für das Ukrainerisiko“, betonte einer der Kassendirektoren. „Wenn der Markt das Signal des Finanzministeriums begreift, dann wird er in den Gesuchen den Zinssatz senken“, sagt Petscherizyn. „Viel hängt von den Ergebnissen der Verhandlungen mit dem IWF und der Perspektive des Hrywnjakurses ab. Wenn die Investoren eine Tendenz zur Stärkung der Hrywnja sehen, so werden sie aktiver Papiere kaufen. Und dem Fall der Zinsen für die Binnenstaatsanleihen folgt eine Verbilligung der Kredite, was sich positiv auf die Wirtschaft auswirken wird“.

Banker erwarten auch ein Absinken der Marktzinsen. „Auf der nächsten Auktion für Binnenstaatsanleihen sehen wir 13-14% und danach 11-12%“, ist sich der Finanzdirektor einer der Staatsbanken sicher. „Das Finanzministerium möchte schnell die Zinssätze der Papiere senken, damit die Wirtschaft normal atmen kann“, fügt der Finanzdirektor einer anderen Bank hinzu. „Wenn es weiter so geht, werden am Ende des Jahres die Anleihen in der Erstausgabe sogar zu 5% verkauft werden“. Das letzte Mal wurden Binnenstaatsanleihen auf einem Niveau von 6% vor der Krise in den Jahren 2006-2007 verkauft.

Ruslan Tschornyj

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 880

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«solange die verbrechen auf der anderen seite geringer ausfallen ist ja alles O.K! WUNDERAR! aber wie sagte es mal der bis...»

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