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Ukrainische Stahlhersteller stellen auf Koks um

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Die Finanzkrise und die erwartete Preiserhöhung für Gas zwingt die Metallurgen dazu, zu billigeren Energieträgern überzugehen. Gestern informierte der drittgrößte Stahlhersteller, das Metallkombinat “Asowstal”, darüber, dass es auf die Nutzung von Gas bei der Hochofenproduktion verzichtet, dieses mit Koks ersetzend, was monatlich Einsparungen von bis zu 12 Mio. Hrywnja (ca. 1,25 Mio. Euro) bringt. Analoge Pläne verkünden auch die Vertreter anderer Metallunternehmen. Falls dies stattfindet, dann wird sich der Gasverbrauch in der Branche um ungefähr 50% verringern, berechneten Experten.

Seit November wird in den Hochöfen des Metallkombinates “Asowstal” als Brennstoff bei der Roheisenherstellung nur Koks verwendet, teilte gestern die Gruppe “Metinvest” (besitzt das Unternehmen). “Von der zweiten Oktoberhälfte an haben wir Erdgas aus dem Produktionszyklus herausgenommen, dieses mit Koks ersetzend”, erzählte der Generaldirektor von “Asowstal” Dmitrij Liwschiz. Die Änderung der Technologie erlaubt es etwa 12 Mio. Hrywnja (ca. 1,25 Mio. Euro) im Monat zu sparen, berechnete man beim Unternehmen.

Beim Pressedienst des Unternehmens “Metinvest Holding” erzählte man, dass man auf die Nutzung von Erdgas bei der Hochofenproduktion noch in einem anderen Unternehmen der Gruppe verzichtet – dem Metallbetrieb Jenakijewo. Beim Unternehmen erklärte man, dass diese Entscheidungen noch im Oktober in Verbindung mit dem erwarteten Kostenanstieg für Gas in 2009 gefällt hat. Die russische “Gasprom” hat mehrfach erklärt, dass der Preis für Gas für die Ukraine im nächsten Jahr von den jetzigen 179,5 $ auf 400 $ pro tausend Kubikmeter steigen könnte. Pläne zu Koks überzugehen verkündete man auch beim größten Metallkombinat der Ukraine “ArcelorMittal – Kriwoj Rog” und ebenfalls beim Mariupoler Metallkombinat namens Iljitsch. “Derzeit verbrauchen wir monatlich ungefähr halb so viel Erdgas, als am Jahresanfang. Und dies ist nicht nur mit der Verringerung der Produktion verbunden, sonder auch mit dem teilweisen Ersatz von Gas durch Koks”, sagt der Vorstandsvorsitzende des Metallkombinates, Wladimir Bojko.

Den Worten des Analysten der Investmentfirma Dragon Capital, Sergej Gajda, nach, sank aufgrund der Krise in der Metallurgie und in Verbindung mit dem verringerten Verbrauch von Koks dessen Preis in den letzten Monaten bedeutend. Wenn im August der Spotpreis für Kohlekonzentrat der Marken “K”, “Sh” und “G” noch 370$/t, 340$/t und 207$/t betragen hat, dann hat er sich jetzt auf 100$/t, 105$/t und 75$/t verringert, sagt Gajda.

Der Übergang zur neuen Technologie der Roheisenherstellung erlaubt es den Verbrauch von Gas in der Metallurgie um ungefähr 50% zu senken, betont der Stellvertreter des Direktors des Staatsunternehmens “GosWneschInform”, Wladimir Pikowskij. Den Angaben des Ministeriums für Industriepolitik nach, betrug der jährliche Verbrauch an Erdgas zwischen 8 und 9 Mrd. Kubikmeter (2007 – 9,5 Mrd. Kubikmeter). Zum Vergleich: die allgemeine Menge des Verbrauches an Gas im Land betrug in 2007 72 Mrd. Kubikmeter, von denen die Industrie 31,7 Mrd. Kubikmeter verbrauchte. “Zum heutigen Tag wird Erdgas in der Metallurgie nur in der Ukraine und teilweise in Russland verwendet. In der Mehrzahl der Länder ist man seit langem zu Koks übergegangen”, unterstreicht der Experte. Seinen Worten nach, erlaubt der Übergang der ukrainischen Metallurgen zum neuen Brennstoff die Abhängigkeit des Landes von importiertem Gas zu senken.

Alexander Tschernowalow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 537

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