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Andreas Umland: "Die Ukraine ist allein viel zu schwach, um Russland in seine Schranken weisen zu können."

Die Hintergründe und Ziele von Russlands neuer Eskalation der Spannungen in der Ukraine: Interview für „Die Tagespost“

FRAGE: Russland behauptet, es habe ukrainische Angriffe auf die Krim gegeben. Gibt es dafür Belege, Beweise oder plausible Indizien?

Die meisten uns vorliegenden Informationen zu diesem angeblichen Terrorangriff kommen vom Kreml. Der ukrainische Präsident Poroschenko hat erklärt, dass die Ukraine zwar eine Rückführung der Krim in den ukrainischen Staatsverband anstrebt, dafür jedoch keine terroristischen Mittel anwendet. Die Ukraine vermeldet zudem, dass ein von den russischen Medien präsentierter angeblicher ukrainischer Terrorist von russischen Spezialeinheiten aus der Festlandukraine entführt worden (wie das früher schon einmal mit einem estnischen Sicherheitsbeamten der Fall gewesen war). Die Kremlmedien verlauten, dass der vom FSB vereitelte angebliche Terroranschlag die Tourismussaison auf der Krim torpedieren sollte. Allerdings neigt sich die Sommerurlaubsperiode bereits dem Ende zu.

FRAGE: Welches Kalkül Putins steckt hinter solchen Behauptungen?

Im schlimmsten Fall dienen sie der Einstimmung der russischen Öffentlichkeit auf eine neuerliche Invasion tiefer ins ukrainische Staatsgebiet – und diesmal womöglich offen mit regulären Truppen. Ziel könnte etwa die Herstellung einer Landverbindung zwischen der Krim und den von Russland bereits okkupierten Teilen des ukrainischen Donezbeckens sein. Vielleicht dient die Eskalation jedoch auch nur dazu, auf die Ukraine und den Westen psychologischen und politischen Druck auszuüben.

FRAGE: Hat sich Kiew mit dem Verlust der Krim abgefunden? Oder gibt es erkennbare Pläne zur Rückholung bzw. Rückeroberung der Krim?

Es gibt zwar das ukrainische Bestreben einer Wiedereingliederung der Krim, jedoch keine konkreten Planungen oder Aktionen Kiews dazu. Die Herbeiführung solch einer Entwicklung liegt letztlich auch nicht in ukrainischen Hand. Die Ukraine ist allein viel zu schwach, um Russland in seine Schranken weisen zu können. Daher beschränkt sich die ukrainische Aktivität bislang vor allem auf die Unterstützung der krimtatarischen und anderen Flüchtlinge aus der Krim. Mit dem Sieg der krimtatarischen Sängerin Jamala für die Ukraine beim Eurovisionswettbewerb ist diese Problematik nun auch in Westeuropa bekannter geworden.

FRAGE: Wie präsent oder aktiv ist Russland derzeit in der Ost-Ukraine?

In den vergangenen Wochen hat es eine merkliche Zunahme sowohl der Kampfhandlungen als auch russischer Militärtechnik im Donezbecken geben. Vielleicht will Russland damit nur Druck ausüben, vielleicht jedoch dient all dies der Vorbereitung eines neuen Großangriffs über die bislang okkupierten Gebiete hinaus.

FRAGE: Geht es Putin um eine Destabilisierung der Ukraine – also darum, aus der Ukraine einen gescheiterten Staat zu machen? Oder welche Ziele verfolgt er hier?

Ja, die Ukraine scheitern zu lassen, ist wahrscheinlich das letztliche Hauptziel Putins. Ein spektakulärer ukrainischer Kollaps würde das derzeitige russische Regime stärken und der russischen Bevölkerung demonstrieren, wozu demokratische Revolutionen und europäische Integration führen.

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FRAGE: Wirken die EU-Sanktionen gegen Russland überhaupt? Sollte die EU sie einstellen, oder fortsetzen, oder steigern?

Die derzeitigen Sanktionen erfüllen angesichts der an und für sich viel größeren potenziellen und bislang weitgehend ungenutzten ökonomischen und anderen nichtmilitärischen Hebel der EU eine Feigenblattfunktion. Das 2014 eingeführte Sanktionsregime des Westens ist überschaubar und belässt den Großteil der wirtschaftlichen Interaktionen zwischen der EU und Russland intakt. Es hat seine dann doch merkliche Wirkung hauptsächlich durch das unerwartete Zusammenspiel der Handels- und anderen Beschränkung mit dem parallelen rapiden Verfall der Energiepreise entwickelt. Durch den Ölpreisabsturz kam es zu einem Einbruch der russischen Exporteinnahmen, einer tiefen Rezession sowie einer Beschädigung des wirtschaftlichen Images Russlands – Effekte die auch ohne die Sanktionen eingetreten wären, aber nun durch sie verstärkt werden. Die EU bleibt jedoch u.a. Großimporteur russischer Energieträger und ein wesentlicher Faktor in der russischen Budgetstabilität. Durch die hohe Bedeutung der Exporteinnahmen für den russischen Haushalt ist der Westen damit auch indirekter Kofinanzierer der russischen militärischen Abenteuer in Osteuropa, im Südkaukasus und in Nahost.

Zuerst erschienen in „Die Tagespost“.

Autor:    — Wörter: 602

Dr. Andreas Umland (1967) ist seit 2010 Dozent am Fachbereich Politikwissenschaft der Kyjiwer Mohyla-Akademie (NaUKMA) und seit 2021 Analyst am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien (SCEEUS) des Schwedischen Instituts für Internationale Beziehungen (UI).

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„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


“

„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
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“

„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


“

„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“