FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Industrieunion Donbass erreicht Zahlungsaufschub bei "Naftogas Ukrainy"

0 Kommentare

Wie dem “Kommersant-Ukraine“ bekannt wurde, vermochten es die Unternehmen der “Industrieunion Donbass/Industrialnyj Sojus Donbass”, die unter der Kontrolle von Sergej Taruta und Witalij Gajduk stehen, ungeachtet der Schulden in Höhe von fast 400 Mio. Hrywnja (ca. 37,7 Mio. €), eine Aufrechterhaltung der Gaslieferungen zu erreichen. Experten sehen dies als gefährlichen Präzedenzfall, da früher Unternehmen bereits für bedeutend geringere Zahlungsrückstände abgeschalten wurden. Jetzt können auch andere Verbraucher eine Stundung fordern.

Dem “Kommersant-Ukraine“ liegt der Briefwechsel zwischen dem Management der Gesellschaft “Industrialnyj Sojus Donbass” (ISD) und der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) “Naftogas Ukrainy” darüber vor, dass die Seiten den Mechanismus der Begleichung der Schulden für das bereits gelieferte Gas bestätigen.

Im Brief #337/4698 vom 19. Mai an den Ersten Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden von “Naftogas Ukrainy”, Igor Didenko, bittet der Direktor der ISD für Großbauten und Energie, Alexander Ryss, das Management des Staatsmonopolisten darum, die Tochterfirma “Gas Ukrainy” anzuweisen “offiziell die Anweisung zur Abschaltung der Gasversorgung dreier Unternehmen der ISD zurückzunehmen”. “In Anbetracht dessen, dass die Gesellschaft ISD und ‘Naftogas’ gemeinsam den Mechanismus der Tilgung der Schulden für das Erdgas festgelegt und bestätigt haben und ebenfalls die Fristen für die gegenseitige Abrechnung abstimmten, bitte ich Sie die Anweisung zurückzurufen”, heißt es im Brief. In diesem wird ebenfalls betont, dass die Abschaltung von der Gasversorgung zu einem vollständigen Stopp der Werke führt und eine weitere Abrechnung unmöglich macht.

Aus dem zweiten Dokument – Anweisungen Igor Didenkos an Manager bei “Naftogas” und “Gas Ukrainy” – folgt, dass der Vertreter des Leiters des Staatsmonopolisten die Anweisung gegeben hat “Sofortmaßnahmen zur Lösung dieser Frage zu treffen”. Und aus den Briefen des kommissarischen Generaldirektors von “Gas Ukrainy”, Sergej Subow, folgt, dass die Vereinbarung zwischen “Naftogas” und der ISD ohne Benachrichtigung von “Gas Ukrainy” erreicht wurde. “‘Gas Ukrainy’ besitzt keine Information zur Existenz von Vereinbarungen zwischen ‘Naftogas’ und der Gesellschaft ISD zur Reihenfolge und den Fristen gegenseitiger Abrechnungen”, heißt es im Briefe. In diesem wird ebenfalls hervorgehoben, dass die Schulden der Gesellschaft ISD sich seit März diesen Jahres angesammelt haben und zum Stand 25. Mai sich auf 395,5 Mio. Hrywnja (ca. 37,3 Mio. €; die OAO (Offene Aktiengesellschaft) “Dneprowsker Metallkombinat namens Dzierżyński” 210,2 Mio. Hrywnja, die OAO “Altschewsker Metallurgisches Kombinat” 171,7 Mio. Hrywnja, die OAO “Kramatorsker Metallurgisches Kombinat namens Kuibyschew” 13,6 Mio. Hrywnja). Merken wir an, dass die Anweisung zur Abschaltung der Unternehmen bereits am 23. April von der Staatlichen Inspektion für Energieeinsparung versandt wurde. Jedoch wurden die Lieferungen bei nicht einem Kombinat der ISD eingestellt.

Bei “Naftogas Ukrainy” bestätigt man die Existenz von Vereinbarungen nicht. Dabei sagt der Pressesprecher von “Naftogas”, Walentin Semljanskij, dass es Schulden gibt, doch deren Höhe und die Zahlungsfristen können nicht bekannt gegeben werden. “Wir arbeiten derzeit daran, die Abrechnungen erfolgen, die Schulden werden getilgt”, erklärte er. Der Pressesprecher der ISD, Wassilij Arbusow, kommentierte den Inhalt der Vereinbarungen nicht, sich dabei auf das Geschäftsgeheimnis berufend.

Der Stellvertreter des Direktors des wissenschaftlich-technischen Zentrums “Psicheja”, Gennadij Rjabzew, sagt, dass die Situation mit der ISD auf dem ukrainischen Markt wahrscheinlich eine Ausnahme darstellt. Vorher hatte “Naftogas” aktiv Schuldner von den Brennstofflieferungen sogar für bedeutend geringere Zahlungsrückstände abgeschalten. So wurde das Werk “Dneproschina” für zwei Wochen wegen Schulden in Höhe von 2,3 Mio. Hrywnja (ca. 217 Mio. €) abgestellt. So gab es seit Anfang Februar Unterbrechungen bei der Gaslieferung in den Fabriken “Balzem” (Rückstände von 5 Mio. Hrywnja; ca. 472 Mio. €) und “Lukor” (die Schuldsumme wurde nicht mitgeteilt).

Die Beobachter schließen nicht aus, dass sich “Naftogas Ukrainy” in der Frage der Abschaltung nicht nur von Kriterien der Zahlungsdisziplin leiten lässt. Erinnern wir daran, dass im Mai die Gaslieferungen für die Unternehmen der OstChem Holding des Unternehmers Dmitrij Firtasch unterbrochen wurden – “Krimskij Titan” und dem Sodawerk auf der Krim. Bei OstChem erklärte man damals, dass man keine Schulden gegenüber “Gas Ukrainy” hat, doch ein Informant des “Kommersant-Ukraine“ bei “Naftogas” teilte mit, dass es Schulden gab, doch diese unter 1,5 Mio. Hrywnja (ca. 0,141 Mio. €) lagen. Erinnern wir daran, dass Premierministerin Julia Timoschenko offen ihre feindselige Beziehung zu dem Unternehmer verkündete. Die Leiterin des zeitweiligen Ausschuss der Werchowna Rada zur Untersuchung der Situation auf dem Erdgasmarkt, Inna Bogoslowskaja, verbindet die Vorzugsbedingungen bei der Schuldtilgung für die ISD mit der Position des Leiters der Gruppe der Berater der Premierministerin, Witalij Gajduk, dessen Familienmitglieder die Hauptaktionäre der ISD sind. Sie erinnerte daran, dass Gajduk aktiv die Ernennung von Oleg Dubina zum Vorstandsvorsitzenden von “Naftogas” unterstützt hatte, der bis zu seinem Eintritt in das Unternehmen das Dneprowsker Metallkombinat namens Dzierżyński leitete.

Der Chef der Analyseabteilung der russischen Investmentfirma “BrokerKreditService” (die sich mit der Untersuchung des ukrainischen Gasmarktes beschäftigt), Maxim Schein, betont, dass die Situation um die ISD einen gefährlichen Präzedenzfall schafft, den andere Marktteilnehmer auszunutzen versuchen könnten und dies könnte zu einem Anstieg von Gasschulden führen. “Alle Metallverarbeiter befinden sich in der gleichen schwierigen Situation. Falls ‘Naftogas’ tatsächlich die Möglichkeit hat Unternehmen entgegen zu kommen und sich bei der Bezahlung des Gases etwas zu gedulden, werden wir diese Möglichkeit ausnutzen”, sagt Sergej Matwijenkow, Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden des Mariupoler Metallkombinates namens Iljitsch.

Oleg Gawrisch, Alexander Tschernowalow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 926

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)21 °C  Ushhorod19 °C  
Lwiw (Lemberg)17 °C  Iwano-Frankiwsk19 °C  
Rachiw16 °C  Jassinja17 °C  
Ternopil19 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)20 °C  
Luzk17 °C  Riwne17 °C  
Chmelnyzkyj21 °C  Winnyzja21 °C  
Schytomyr19 °C  Tschernihiw (Tschernigow)19 °C  
Tscherkassy21 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)23 °C  
Poltawa22 °C  Sumy20 °C  
Odessa23 °C  Mykolajiw (Nikolajew)26 °C  
Cherson26 °C  Charkiw (Charkow)20 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)25 °C  Saporischschja (Saporoschje)25 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)23 °C  Donezk22 °C  
Luhansk (Lugansk)23 °C  Simferopol26 °C  
Sewastopol27 °C  Jalta26 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“