Am Freitag erklärte der Außenminister Arsenij Jazenjuk zum ersten Mal, dass er die Erdölpipeline Odessa-Brody unbedingt durch eine internationalen Firma verwalten lassen will, die in der Lage ist diese mit Öl zu versorgen und den Absatz des Öls sicherstellen kann. Doch dafür ist es notwendig, das bereits von der “Werchowna Rada” angenommene Gesetz, eingebracht von der Vorsitzenden von BJuT Julia Timoschenko, welches eine beliebige Übertragung von Pipelines an ausländische Unternehmen verbietet. Womit die Verwaltung, die Vergabe von Konzessionen oder die Vermietung gemeint sind. Die Initiative von Arsenij Jazenjuk wird sowohl bei “Unsere Ukraine” als auch in der “Partei der Regionen” unterstützt, dagegen tritt lediglich BJuT auf.
Am Freitag erklärte der Außenminister Arsenij Jazenjuk im Laufe der Sitzung des Rates der Leiter der internationalen diplomatischen Vertretungen, dass die Erdölpipeline Odessa-Brody für die weitere Verwertung einem ausländischen Betreiber übergeben werden soll. “Die Suche nach Erdöl für die Pipeline stellt keine Aufgabe des Staates dar. Sogar wenn wir rein hypothetisch Erdöl finden, wird es unvermeidbar sein zu entscheiden, wem wir es verkaufen. Das ist keine staatliche Angelegenheit.”, erklärte Jazenjuk. Der Minister ist sich sicher, dass im Fall einer Übergabe an einen ausländischen Betreiber die Pipeline im direkten Betrieb Gewinn abwerfen wird. Seiner Meinung nach, muss man sich in Richtung eines internationalen Betreibers orientieren, zum Beispiel Shell.
Das ist der erste Auftritt eines ukrainischen Beamten mit der Initiative über die Übergabe der Pipeline unter die Verwaltung eines ausländischen Ölunternehmens. Bisher gingen alle Initiativen, sowohl von ukrainischer, als auch von polnischer Seite, davon aus, dass die Erdölpipeline Odessa-Brody von einer gemeinsamen Firma namens “Sarmatia” betrieben wird. Die ukrainische Seite sollte dabei von dem Monopolbetreiber der staatlichen Pipelines “Ukrtransnafta” vertreten werden und die polnische von dem Öltransportunternehmen PERN Przyjazn.
Marktteilnehmer gehen davon aus, dass wenn der Vorschlag Jazenjuks realisiert wird, dann ermöglicht dies die Pipeline vollständig auszunutzen. “Heute ist zu den Transporttarifen, welche die staatliche Regulierungskommission für Elektroenergie der Ukraine festgelegt hat, nicht ökonomisch nicht einträglich die Erdölpipeline Odessa-Brody auszulasten.”, erklärte man in der Presseabteilung von LUKOIL. “Doch wenn sie von einem internationalen Konsortium von Erdölfirmen betrieben wird, dann wird es wird es in der Tat einträglich über sie Erdöl zu transportieren. Soweit die Miete der Pipeline immer billiger ist, als die Bezahlung für das Durchpumpen.” Damit zeigt sich auch der Vorstandsvorsitzende der Offenen Aktiengesellschaft “Galitschina” Alexander Lasorko einverstanden, welcher davon ausgeht, dass die Hauptkandidaten für die Pipeline Unternehmen sind, welche am Kaspischen Meer Erdöl fördern, wie Chevron/Texaco, ENI, Total/Fina und LUKOIL, aber auch in die Gegenrichtung pumpende wie TNK-BP.
Bei “TNK-BP Ukraine” wurde gestern von Kommentaren zur möglichen Miete der Pipeline Odessa-Brody Abstand genommen. In der Presseabteilung der Staatlichen Aktiengesellschaft “Naftogas Ukraine” (leitet “Ukrtransnafta”, welcher die Pipeline Odessa-Brody gehört) erklärte man, dass es “notwendig ist, alle Varianten der Entwicklung unser Transitkapazitäten dafür zu untersuchen, um einen möglichst hohen Gewinn für die Wirtschaft der Ukraine zu erhalten.” Doch ein realer Übergang von der Initiative zu deren Verwirklichung ist, der Meinung des Unternehmens nach, nur möglich, wenn das Ministerialkabinett die Entscheidung annimmt und die entsprechenden Gesetze geändert werden.
Der Analyst der Kanzlei “Meshdunarodnyj juriditscheskij allianz” Wladimir Butrinskij erinnert daran, dass für die Umsetzung der Initiative das Haupt des Außenministeriums nicht umhin kommt das im Februar vom Block Julia Timoschenko eingebrachte und nachher angenommene Gesetz zurückzunehmen, welches den Betreiberfirmen von Pipelines verbietet, diese in Verwaltung, Konzession oder Miete an dritte Personen zu vergeben. Interessant ist dabei, dass vorher Präsident Wiktor Juschtschenko von “Naftogas” forderte die Verhandlungen mit der russischen Gasprom abzubrechen, in denen im Tausch gegen russische Gaslagerstätten der gemeinsame Betrieb des ukrainischen Gastransportsystems zur Debatte stand (”Kommersant-Ukraine“ vom 23.08.2007).
Das Mitglied des Ausschusses für Energiefragen der Rada Wiktor Topolow (“Unsere Ukraine”) erklärte gestern gegenüber dem Kommersant-Ukraine, dass “unter der Bedingung, dass es eine ökonomische Grundlage für unbedingte Vermietung von Odessa-Brody gibt, das Gesetz, natürlich, vielleicht geändert wird.” Mit ihm stimmt auch der Vertreter der Partei der Regionen Wladimir Bronnikow überein. Derweil erklärte das Mitglied des Ausschusses für Energiefragen der Rada Michail Wolynez (BJuT), dass das Gesetz unter keinen Umständen änderbar ist. Eine mögliche Übergabe der Verwaltung der Erdölpipeline “Odessa-Brody” nannte er einen gefährlichen Präzedenzfall.


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“