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Kutschmas Ex-Leibwächter Melnitschenko fürchtet um sein Leben und hält sich im Ausland versteckt

Der Ex-Major der Staatlichen Leibwache, Nikolaj Melnitschenko, hat die Ukraine verlassen, da er um sein Leben fürchtet. Er meint, dass im Land eine Operation mit dem Ziel seiner Beseitigung vorbereitet wird, um seine Beteiligung am Gerichtsprozess gegen Ex-Präsident Leonid Kutschma zu verhindern. Der Anwalt des Ex-Majors bekräftigt, dass sein Mandant unter Beobachtung stand, die von den Geheimdiensten organisiert wurde. Beim Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) bekräftigt man hingegen, dass man dazu in keiner Beziehung steht.

Der Ex-Major der Staatlichen Leibwache und Vorsitzende der Partei „Ukrajinskaja Ljustrazija/Ukrainische Durchleuchtung“, Nikolaj Melnitschenko, hat sich im Ausland versteckt, da er um sein Leben fürchtet. Darüber wurde der “Kommersant-Ukraine” vom Anwalt Melnitschenkos, Nikolaj Nedilko, informiert. Seinen Worten nach steht das Verschwinden seines Mandanten mit „der Bedrohung seines Lebens verbunden ist“. „Wir haben die Information, dass es einen Auftrag zu seiner (Nikolaj Melnitschenkos) physischen Beseitigung von Seiten der Leute gibt, denen er nicht passt. Es wird die Variante seiner Verhaftung geprüft, wonach Melnitschenko ins Untersuchungsgefängnis käme, von wo aus er bereits nicht mehr zurückkehren würde, da er angeblich sein Leben mittels Selbstmord beendet oder aufgrund eines Unglücks zu Tode gekommen wäre“, erzählte Nedilko.

Zur Erinnerung: der Ex-Major der Staatlichen Leibwache, Nikolaj Melnitschenko wurde dank der Aufzeichnungen bekannt, die er im Kabinett des zweiten Präsidenten, Leonid Kutschma, gemacht hatte. Deren Inhalt gab der Opposition einen Anlass Kutschma die Beteiligung an der Ermordung des Journalisten Georgij Gongadse vorzuwerfen. In den Jahren 2001-2004 wurden gegen Nikolaj Melnitschenko Strafverfahren aufgrund des Verdachts der Überschreitung der Vollmachten und des Verrats von Staatsgeheimnissen eingeleitet und sogar künstliche Schuldbeweise geschaffen. Im März 2005 wurden sie vom Generalstaatsanwalt Swjatoslaw Piskun geschlossen. Jedoch hob das Petschersker Stadtbezirksgericht im Juni dieses Jahres die entsprechende Anordnung auf und Ende Juli bestätigte das Berufungsgericht in Kiew diese Entscheidung.

Nikolaj Nedilko erzählte dem “Kommersant-Ukraine” ebenfalls, dass der SBU Fahndungsdaten von Nikolaj Melnitschenko ausgegeben hatte, in denen seine Passdaten und ebenfalls die Marken und die Kennzeichen von 14 Autos standen, in denen er sich fortbewegen könnte. Ebenfalls wurde dort angegeben, dass Melnitschenko neben dem Pass eines Bürgers der Ukraine, ein Dokument auf den Namen des tschechischen Bürgers Hašek, Viktor Baban, nutzen könnte. Eben nach Prag reiste Nikolaj Melnitschenko im Herbst 2000, als im Parlament die Aufzeichnungen veröfftentlicht wurden, die von ihm im Kabinett Leonid Kutschmas gemacht wurden. Von dort reiste der Ex-Major in die USA.

„In der letzten Zeit befanden sich Melnitschenko, die Mitglieder seiner Familie und ich unter ständiger Beobachtung von SBU-Mitarbeitern“, teilte Nedilko dem “Kommersant-Ukraine” mit, dabei das Vorhandensein eines tschechischen Passes bei Melnitschenko nicht ausschließend. „Als klar wurde, dass er bedroht wird, kamen zu ihm sehr hochgestellte Mitarbeiter der Machtorgane und sagten: ‘Hier ist ein Pass, verlass das Land‘“. Den Informationen des “Kommersant-Ukraine” nach hat der Ex-Major das Angebot nicht genutzt, da er es als Falle ansah, angeblich sollte er an der Grenze mit dem falschen Dokument festgehalten, verhaftet oder bei der Festnahme getötet werden.

Derzeit befindet sich Nikolaj Melnitschenko an einem „sicheren Ort“. „Sein Ziel ist es bis zum Prozess gegen Kutschma zu überleben, wo er als Zeuge aufzutreten beabsichtigt“, erläuterte der Anwalt.

Ein Informant beim SBU bestätigte dem “Kommersant-Ukraine” im Gespräch die Beteiligung des Dienstes an der Observierung Nikolaj Melnitschenkos und der Aussendung der Fahndungsdaten nicht. „Es gab keinerlei Observierungen. Melnitschenko befand sich als Zeuge unter unserem Schutz (Spezialabteilung „Alpha“) und wenn er in einer anderen Form am Prozess beteiligt wäre, beispielsweise als Angeklagter, dann, glauben Sie mir, würde er sich von uns nicht wegbewegen können. Ein Zeuge ist frei und kann seinen Schutz selbst wählen. Beispielsweise in der Nacht darauf verzichten“, erklärte der Informant.

Der Anwalt Leonid Kutschmas, Wiktor Petrunenko, verhielt sich zum Verschwinden des Ex-Majors gleichgültig: „Allen ist klar, dass dies (das Verschwinden) ein weiterer Trick Melnitschenkos ist, daher halte ich es nicht für notwendig, das in irgendeiner Weise zu kommentieren“.

Artjom Skoropadskij

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 667

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Leserkommentare

«Das Wirtschaftswachstum wird dieses Jahr, im gegensatz zum Vorjahr sinken. Zumal "3" nicht grad viel sind für ein Land wie...»

«Hahaha, sicher :D Der größte Investor in der Ukraine ist immer noch Russland. An 2. Stelle kommt die !gesamte! EU. Hören...»

«Die Wahlbeobachter und die Journalisten WURDEN EINGELADEN! Die gibt es auf der Krym aber immer noch nicht weil keine Redaktion...»

«Selten so ein Schwachsinn gelesen. 1. Krimer Chan war ein Vasall der Osmanen. Also von der "Unabhängigkeit" kann man schon...»

«Das, was Michael hier behauptet, ist reine Propaganda, typisch ukrainisch verlogen. In jedem Fall ist das, was er da von...»

«Zwei Anmerkungen: 1) Der beste Kenner der Altgläubigen in der Ukraine ist ТАРАНЕЦЬ, Сергій Васильович,...»

«Du solltest auch mein Attribut " frei gewählt" nicht vernachlässigen, das ist wichtig! Wenn du meinst, dass Putin die Krim...»

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