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Modernisierung ukrainischer Atomkraftwerke wird krisenbedingt wohl aufgeschoben

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Die finanzielle Situation von „Energoatom“ erschwert die Modernisierung der Atomkraftwerke. Im letzten Jahr stiegen die Verbindlichkeiten der Gesellschaft um 551 Mio. Hrywnja aufgrund der Beibehaltung der Elektroenergietarife für die Verbraucher. Und obgleich man beim Unternehmen davon ausgeht, dass der Anstieg der Verschuldung unkritisch ist, sind Experten überzeugt davon, dass diese zukünftig zur Verteuerung von Krediten für „Energoatom“ führt.

Die Nationale Atomenergieerzeugungsgesellschaft (NAEK) „Energoatom“ hat im letzten Jahr 1,2 Mrd. Hrywnja an Krediten aufgenommen erzählte dem “Kommersant-Ukraine“ ein Informant beim Energieministerium. Seinen Worten nach nahm das Unternehmen 2009 fünf Kredite auf: 11,2 Mio. Euro bei der tschechischen Exportbank, 35 Mio. Euro beim Amsterdamer Handelshaus, 390 Mio. Hrywnja bei der BrokBusinessBank, 183 Mio. Hrywnja bei der Bank „Kiew“ und 120 Mio. Hrywnja bei der UkrEximBank. Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten von „Energoatom“ bei langfristigen Krediten von 132,6 Mio. Hrywnja auf 932,9 Mio. Hrywnja und bei kurzfristigen sanken sie von 1,58 Mrd. Hrywnja auf 1,33 Mrd. Hrywnja. Derart stiegen die Schulden insgesamt um 551 Mio. Hrywnja.

Der Präsident der NAEK „Energoatom“, Jurij Nedaschkowskij, erläuterte, dass das Unternehmen gezwungen war Kredite aufzunehmen, um die Kassenlücke zu decken. „Hauptgrund ist die Einfrierung der Elektroenergietarife aufgrund der Wirtschaftskrise“, erklärte er. Nedaschowskij versicherte dabei, dass die finanzielle Situation von „Energoatom“ stabil ist. „Die Gesamtschulden des Unternehmens bei Krediten übersteigen 20% des Jahresumsatzes nicht“, betonte er. Den Angaben des Energieministeriums nach lagen die Kreditverbindlichkeiten des Unternehmens zum 1. Februar (unter Einbeziehung von Bank- und anderen Darlehen) betrugen 3,25 Mrd. Hrywnja.

„Energoatom“ ist der Betreiber der vier Atomkraftwerke der Ukraine: des Saporoshjer, des Jushno-Ukrainsker, des Rownoer und des Chmelizkijer Kraftwerks. Im letzten Jahr verringerten sie ihre Produktion um 7,7% auf 6,9 Mrd. kWh Elektroenergie. Der Umsatz betrug im letzten Jahr 13 Mrd. Hrynwja, der Gewinn vor Steuern lag bei etwa 700 Mio. Hrywnja.

Von der Verschlechterung der finanziellen Situation des Unternehmens zeugt auch die Tatsache, dass das Unternehmen am Anfang des Jahres TWEL bat den anfänglichen Zeitplan für Treibstofflieferungen und die Bezahlung dafür zu korrigieren, damit das Unternehmen mehr Zeit für das Auftreiben der Mittel hat. „Energoatom“ war aufgrund des niedrigen Strompreises, der die Ausgaben nicht deckt, dazu gezwungen die russischen Kollegen darum zu bitten (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 11. Januar).

Das Wachstum der Kreditverbindlichkeiten spiegelt sich auch in der weiteren Kreditaufnahme von „Energoatom“ wider, ist der Leiter der Analyseabteilung der Investmentgesellschaft „BrokerKreditService“, Maxim Schein, überzeugt. „Der Anstieg der Krediteverbindlichkeiten um 17% könnte dazu führen, dass die ukrainischen und die russischen Banken die Kosten für Kreditmittel um 3-4% in Hrywnja erhöhen und einige westliche Banken könnten insgesamt auf die Kreditvergabe verzichten“, denkt der Experte. Der Erste Stellvertreter des Vorsitzenden des Energieausschusses in der Rada, Sergej Titenko, hebt hervor, dass die Erhöhung der Verbindlichkeiten letztendlich zu einer Einfrierung der Modernisierungspläne für die Atomkraftwerke führt. „Derzeit erreicht die Abnutzung des Kapitalstocks einzelner Atomkraftwerke 70% (im Mittleren beim Unternehmen 56%). Daher plante „Energoatom“ mit der Sanierung alter Energieblöcke zu beginnen. Wenn die Kredite für das Unternehmen teurer werden, dann muss man auf einige Pläne verzichten“, denkt Titenko.

Oleg Gawrisch, Alexander Tschernowalow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 519

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