FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Ukraine kooperiert bei Urananreicherung mit Russland

0 Kommentare

Die Ukraine könnte Anteile an einem der Kombinate zur Anreicherung von Uran der russischen staatlichen Gesellschaft „Rosatom“ erwerben. Die Technologie der Anreicherung von Uran besitzen in der Welt insgesamt nur einige Länder, daher ist die Gründung von internationalen Joint Ventures oder Konsortien in diesem Bereich eine verbreitete Taktik. Die Ukraine versorgt sich auf diesem Wege mit niedrig angereichertem Uran. Die Produktion des Brennstoffs wird ebenfalls in Partnerschaft mit Russland umgesetzt, betonen Experten.

Die Zusammenarbeit im Atombereich zwischen Kiew und Moskau könnte mit der Bildung eines gemeinsamen Unternehmens zur Anreicherung von Uran fortgesetzt werden, erzählte der Leiter von „Rosatom“, Sergej Kirijenko. Seinen Worten nach ist es für die Ukraine, als „großem Elektroenergieproduzenten aus Atomkraftwerken“, äußerst wichtig einen garantierten Zugang zu Diensten der Anreicherung von Uran zu haben. Das Joint Venture wird auf dem Territorium Russlands nach dem Schema gegründet, welches für ein analoges Joint Venture mit Kasachstan genutzt wird. Einzelheiten der Gespräche zwischen Kiew und Moskau eröffnete Kirijenko nicht. Auch beim ukrainischen Energieministerium verzichtete man auf Kommentare.

Ein Informant des “Kommersant-Ukraine“, der mit der Situation vertraut ist, erzählte, dass unter einem gemeinsamen Unternehmen der Erwerb von Anteilen eines der Kombinate von „Rosatom“ verstanden wird. Wahrscheinlich kauft Kiew einen Anteil auf, präzisierte er, die Einzelheiten nicht mitteilend. Bei „Rosatom“ gibt es vier Anreicherungsunternehmen. das Angarsker Elektrolyse-Chemiekombinat, das Ural-Elektrochemiekombinat in der Oblast Swerdlowsk, das Sibirische Chemiekombinat in der Oblast Tomsk und die Produktionsvereinigung „Elektrochimitscheskij Sawod“ im Krasnojarsker Gebiet.

Auf ähnliche Weise kooperiert „Rosatom“ mit Kasachstan – anfänglich einigte sich „Kasatomprom“ mit einem Unternehmen auf die Gründung eines neuen Unternehmens zur Anreicherung von Uran. Doch in diesem Jahr wurde das Geschäft umgestaltet: „Kasatomprom“ erhält ein Aktienpaket vom Uraler Kombinat und die Möglichkeit bereits existierende Kapazitäten zu nutzen. Sergej Kirijenko hat im Mai erklärt: „Heute ist die Situation auf dem Markt derart, dass es nicht rational ist ein neues Werk zu bauen“.

Zwischen der Ukraine und Russland gibt es bereits Vereinbarungen in anderen Bereichen der Atombranche. So gewann die zu „Rosatom“ gehörende TWEL die Ausschreibung für den Bau eines Werks zur Produktion von Brennstoffen für Atomkraftwerke. Beim Pressedienst der Regierung sprach man damals davon, dass TWEL, im Unterschied zum zweiten Ausschreibungsteilnehmer – der amerikanischen Westinghouse, bereit ist eigene Mittel in den Bau des Werks zu investieren. Den Wettbewerbsbedingungen nach sollte die Ukraine das Kontrollpaket in dem zukünftigen Unternehmen erhalten, welches man bis 2013 zu errichten plant. Im Juni einigten sich die Ukraine und Russland auf den gemeinsamen Bau zweier Blöcke des Chmelnizker Atomkraftwerks. Außerdem interessierte sich Moskau für die Möglichkeit Uran in der Ukraine zu fördern. Anfang Oktober wurde über die Absicht informiert, dass „Atomenergomasch“ (vereinigt die Maschinenbauaktiva von „Rosatom“) mit der NAEK (Nationales atomenergieproduzierendes Unternehmen) „Energoatom“ ein Joint Venture zur Konzentrierung der Produktion von Ausrüstungen für Atomkraftwerke gründet. Außerdem erwarb die Ukraine 10 Prozent am Internationalen Zentrum für Urananreicherung, welches auf der Basis des Angarsker Elektrolysechemiekombinats geschaffen wurde.

Der atomare Brennstoffzyklus besteht aus einigen Etappen: Förderung von Uranerz und Gewinnung des Urans, Anreicherung des Urans, Herstellung des Brennstoffs für die Atomkraftwerke, Verarbeitung des gebrauchten Atombrennstoffs. Die Anreicherung ist eine der weniger konkurrenzintensiven Sektoren. Der Weltmarktanteil Russlands erreicht 40 Prozent. Diese Technologie ist die geschützteste, da der Besitz dieser nicht nur niedrig angereichertes Uran für Atomkraftwerke schafft, sondern auch hochangereichertes Uran für Waffenmaterial.

Die Technologie der Urananreicherung besitzen lediglich einige Länder, doch ist in der Praxis die Gründung von internationalen Joint Ventures und Konsortien für deren Nutzung weit verbreitet, hebt der Leiter der russischen Gruppe „Atompromresursy“, Andrej Tscherkassenko hervor. Als Beispiel führt er die europäische Urenco Group an, wo die Niederlande, Frankreich und Großbritannien Anteile haben. Außerdem hat Urenco ein gemeinsames Unternehmen mit der französischen Areva. Den Worten des Experten nach, erlaubt dies interessierten Ländern den Zugang zu Diensten für die Anreicherung von Uran zu erhalten. Die russischen Kapazitäten zur Anreicherung sind in mittelfristiger Perspektive überflüssig, unterstreicht Tscherkassenko, daher ist das Projekt für Russland von Vorteil. Und der Ukraine gestattet die Partnerschaft, der Meinung des Experten nach, einen garantierten Zugang zu niedrig angereichertem Uran zu erhalten. „Die Preise für diesen Rohstoff könnten steigen und dann geht das Uran von Russland aus in andere Märkte. Doch durch die Gründung des gemeinsamen Unternehmens kann die Ukraine die stabile Lieferung auch in diesem Falle garantieren“, meint er.

Wladimir Dsaguto, Oleg Gawrisch

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 710

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)19 °C  Ushhorod21 °C  
Lwiw (Lemberg)19 °C  Iwano-Frankiwsk19 °C  
Rachiw16 °C  Jassinja17 °C  
Ternopil17 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)21 °C  
Luzk18 °C  Riwne17 °C  
Chmelnyzkyj18 °C  Winnyzja18 °C  
Schytomyr19 °C  Tschernihiw (Tschernigow)18 °C  
Tscherkassy18 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)17 °C  
Poltawa18 °C  Sumy16 °C  
Odessa23 °C  Mykolajiw (Nikolajew)22 °C  
Cherson21 °C  Charkiw (Charkow)17 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)20 °C  Saporischschja (Saporoschje)20 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)20 °C  Donezk18 °C  
Luhansk (Lugansk)17 °C  Simferopol18 °C  
Sewastopol22 °C  Jalta20 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Gestern 6 Stunden warten vor der Grenze Richtung Polen in Krakowez mit dem Kleinbus. Abfertigung ging dann schnell da auch Passagiere mit EU-Pass dabei waren“

„Bin am Montag 15.6.26 um 8 Uhr in Urgyniw ausgereist, das erste Mal an einem Montagmorgen ca. 15 Fahrzeuge vor mir, bin sonst der Erste oder Zweite, egal, nach ca 20 Minuten wurde dann die nächste Welle...“

„Derzeit, ist es überall sehr voll an den Grenzen Ukraine/ Polen. Zb. Krakovets 100 PKW ca. 10 h Wartezeit. Wollen Montag rüber, versuchen es sehr früh.“

„Haben noch vor der Grenze im Wohnmobil geschlafen. 600 km am Stück mit 90 km/h, da wollten wir nicht noch stundenlang an der Grenze stehen. War am Abend voll 55 PKW, laut Info. Am Montag früh gegen 10...“

„Der Blockposten zwischen Ustyluh und Urgyniw an der Oblastgrenze hat mich, das war jetzt aber nur einmal, auch nach 23 Uhr passieren lassen, lässt für mich den Schluss zu, auch hier ist 24/7 passierbar.“

„Kann nur zum Blockposten vor USTYLUH sagen, der ist geöffnet 24/7 und der Blockposten vor URGYNIW schließt von 23.00 Uhr bis 04:00 Uhr. (Fahrtrichtung Grenze/Ausreise); Wer in Richtung Landesmitte fährt,...“

„Ja, der Grenzübergang in Ustyluh ist echt toll geworden, ich habe letztens den Spaß gemacht und angedeutet, dass wohl jetzt die Polen eifersüchtig sind auf diese Arbeitsplätze. Die Zöllnerin hat zustimmend...“

„Fahre am Sonntag nach Lwiw und will noch am späten Abend einreisen. Hat da jemand Erfahrung wegen der Wartezeiten und ist dann die Weiterfahrt wegen der Sperrstunde nicht möglich ?“

„Montag letzte Woche 11 Uhr, komplett, von Schranke zu Schranke in 21 Minuten, optimal. Ansonsten für diesen Zeitpunkt 30 bis max 40 Minuten einplanen“

„Ich schau immer bei ... ... , finde es nicht schlecht, liegt meiner Meinung nach nie KRASS daneben, DIE gemeldeten Zahlen kann man zumindest für eine seriöse Entscheidungsfindung heranziehen.“

„Hallo Handrij, Bin letzten Freitag am Abend um 22 Uhr ausgereist. In 40 Minuten total, am Freitag! Ich schildere nochmals den Ablauf, damit der optimale Ablauf nachvollziehbar wird. Ankunft vor dem Grenzübergang,...“