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Schattenwirtschaft hält einen Anteil von 36%

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Der Zeitung “Delo“ liegen vorläufige Daten zu den Tendenzen in der Schattenwirtschaft der Ukraine vor.

Den Angaben des Wirtschaftsministeriums nach, änderte sich das Niveau der Schattenwirtschaft im II. Quartal 2009 (im Vergleich zum I. Quartal) und blieb auf dem Niveau von 36% des offiziellen BIPs (das Ergebnis wurde über vier Methoden berechnet).

Nach Eintritt der scharfen Phase der Krise begann die einheimische Wirtschaft hastig in den Schattenbereich zu gehen.

So stieg von Juli 2008 bis April 2009 der Teil der Wirtschaft, der sich im Schatten befindet, um neun Prozentpunkte – auf 36%. Dabei stieg in den ersten drei Monaten 2009 das Schattenniveau um 4,9 Prozentpunkte einen Maximalwert seit Anfang der Veröffentlichung dieses Werts (seit 2001) erreichend.

Beim Wirtschaftsministerium nannte man als Hauptgrund für den Stopp des Anstiegs des Schattenniveaus der Wirtschaft im II. Quartal die Anpassung der Wirtschaft an die Arbeit unter Krisenbedingungen. “Der Verbesserung der Situation im II. Quartal 2009 diente die schrittweise Anpassung der Wirtschaftssubjekte an ein Funktionieren unter Krisenbedingungen und ebenfalls die Stabilisierung der Situation auf dem Währungsmarkt und im Bankensektor”, heißt es in der Notiz des Wirtschaftsministeriums. Im privaten Gespräch nennen Ökonomen einen alltäglicheren Grund. “Die Wirtschaft ist bereits an die Arbeit unter Krisenbedingungen gewöhnt. Die Leute haben gesehen, dass man trotz alledem arbeiten kann und haben einfach aufgehört einer nach dem anderen in den Schatten abzuwandern”, erklärte man beim Ministerium.

Im Unterschied zu der Position des Wirtschaftsministeriums, vermutet die Mehrzahl der Experten, dass die Abbremsung des Anstiegs der Schattenwirtschaft in erster Linie deswegen stattfand, da der Schattensektor sein Potential für eine Entwicklung ausgeschöpft hat. “Die Voraussetzungen für die Erhöhung des Schattenniveaus bleiben wie bisher bestehen. Doch auf Kosten einer allgemeinen Verlangsamung der ökonomischen Aktivität im Lande gibt es derzeit keinen Bedarf für die Schattenwirtschaft, daher wächst sie wahrscheinlich auch nicht”, vermutet der Stellvertreter des Direktors des Nationalen Institutes für strategische Forschungen, Jaroslaw Shalilo.

Als weiteren Grund, gemäß dem die Experten des Wirtschaftsministeriums keinen Anstieg des “Schattens” sehen konnten, nennen Marktteilnehmer den politischen Aspekt dieser Frage. “Als der Bericht des Ministeriums für das I. Quartal 2009 veröffentlicht wurde, in dem die Ziffer 36% figurierte, rief das Unzufriedenheit bei der Führung des Landes hervor. Daher blieb der Bericht auf der Seite des Wirtschaftsministeriums nur einige Tage und wurde für eine ‘Überarbeitung’ heruntergenommen. Vielleicht hat man jetzt sofort akkurater gerechnet”, sagt ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der ungenannt bleiben wollte.

Eine ähnliche Meinung vertritt der Geschäftsführer von DLL Top Consulting, Jaroslaw Lomakin. “Derzeit ächzt die Wirtschaft in der Ukraine aufgrund der Steuereintreibung. Vor den Wahlen möchte man das Maximum herauspressen und unter diesen Bedingungen von Anpassung zu reden, ist voreilig. Man muss nur irgendwelche Ziffern vorzeigen, hier berichten alle Behörden von einer erfolgreich getanen Arbeit”, denkt der Finanzfachmann.

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Welcher Teil der ukrainischen Wirtschaft sich tatsächlich im “Schatten” befindet, konnte niemand eindeutig sagen.

“Das Wirtschaftsministerium berechnet das ‘Schatten’-Niveau mit vier unterschiedlichen Methoden, die am verbreitesten in der Welt sind. Jedoch unter Krisenbedingungen haben die Daten, die sich aus deren Anwendung ergeben, eine hohe Wahrscheinlichkeit der Abweichung und können nur als Orientierungswerte verwendet werden”, erklärt Alexander, Sholud, Ökonom des Internationalen Zentrums für Perspektivenforschungen. So überstieg beispielsweise der Anteil des Schattenumsatzes, den Angaben der Rechnungskammer der Ukraine nach, Anfang September 40%. Derweil übersteigt das Niveau der Schattenwirtschaft in der Ukraine, den Schätzungen der Weltbank nach, 50%.

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Der Haushalt hat Mindereinnahmen von 100 Mrd. Hrywnja

Übrigens, sogar wenn man die Finanzdaten des Wirtschaftsministeriums als Grundlage nimmt und unterstellt, dass bis Ende des Jahres der Anteil der Schattenwirtschaft sich nicht ausweitet, so beträgt das Volumen der Schattenwirtschaft bis Ende des Jahres etwa 340 Mrd. Hrywnja. Wenn man in Betracht zieht, dass im Jahr 2009 das Niveau der Umverteilung des BIP über den Haushalt 30% überstieg, dann bedeutet das, dass aufgrund der Schattenwirtschaft das Staatsbudget mehr als 100 Mrd. Hrywnja nicht erhalten hat.

Andererseits vermutet viele Experten, dass unter den Bedingungen eines Rückgangs der offiziellen Wirtschaft (im ersten Halbjahr ging das BIP der Ukraine um mehr als 18% zurück) hat eben der “Schatten” die Rolle des “Airbags” für die Wirtschaft und die Bevölkerung gespielt. “Die inoffizielle Ökonomie hat sich schneller an die Krise angepasst und wurde für viele Ukrainer die einzige Möglichkeit ein annehmbares Lebensniveau zu halten. Was die Wirtschaft betrifft, so ist der Abgang in den ‘Schatten’ – mit dem Ziel der Reduzierung der Ausgaben – dessen einzige Reaktion auf die Verstärkung des Steuerdrucks, der Verschlechterung der ökonomischen Situation im Lande und dem Verlust des Vertrauens zur Staatsmacht”, sagt Wassilij Jurtschischin, Direktor der Wirtschaftsprogramme des Ukrainischen Zentrums für ökonomische und politische Forschungen.

Quelle: Delo

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 786

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