Die Regierung hat beschlossen das Kriwoj Roger Bergbau- und Aufbereitungskombinat (BAK), welches das Recht auf die Erschließung der größten Erzlagerstätten im Lande hat, fertig zu bauen. Der Erste Vizepremier, Andrej Kljujew, gab am Freitag die Anweisung ein Programm zur Anwerbung eines Investors für das Unternehmen auszuarbeiten, der die Unternehmen aus Rumänien, der Slowakei und Bulgariens auszahlen soll, die am Bau des Bergbau- und Aufbereitungskombinat beteiligt waren. Bislang hatten derartige Verhandlungen keinen Erfolg, doch das Unternehmen könnte mit der Arbeit nach einem Gerichtsentscheid fortfahren, meinen Juristen.
Am Freitag wies der Erste Vizepremier, Andrej Kljujew, das Ministerium für Industriepolitik an ein Programm zur Anwerbung eines Investors für die Vollendung und die Inbetriebnahme des BAK auszuarbeiten. In eine Spezialistengruppe, die in nächster Zeit eine Untersuchung des Unternehmens durchführt, werden Vertreter lokaler Regierungsorgane und wissenschaftlicher Institute aufgenommen. Die Gruppe soll einen Maßnahmenplan zur Inbetriebnahme des Kombinats erstellen. „Danach prüfen wir diesen in der Kabinettssitzung und gemeinsam mit dem Außenministerium beginnen wir Verhandlungen mit den Projektteilnehmern – Rumänien, die Slowakei und Bulgarien“, wurde Andrej Kljujew von seinem Pressedienst zitiert.
Das Kriwoj Roger Bergbau- und Aufbereitungskombinat begannen 1985 einige Länder des ehemaligen sozialistischen Lagers zu bauen. Der Anteil der Ukraine am Projekt wird mit 56,4 Prozent angegeben. Die geplante Kapazität des Unternehmens liegt bei 10 Mio. t Pellets im Jahr. Die Rohstoffvorräte des BAK übersteigen 2 Mrd. t.
Bei der Regierung plant man Rumänien, die Slowakei und Bulgarien die im Rahmen des BAK errichteten Objekte der Ukraine zu übergeben, erzählte dem “Kommersant-Ukraine” ein Informant beim Kabinett. Im Regierungsabkommen von 1985 heißt es, dass diese Objekte sich solange im Verantwortungsbereich der Länder befinden, wie keine Übergabeakte der Arbeiten unterzeichnet wurden. Danach gehen alle Rechte an die Ukraine als Rechtsnachfolger der UdSSR bei diesem Objekt über, die bei den am Bau beteiligten Organisationen über die Lieferung von Erzeugnissen des Unternehmens im Laufe von zehn Jahren abrechnen soll. „Alles, was getan werden muss ist über Verhandlungen oder per Gericht diese Länder dazu zu zwingen die Akte zu unterzeichnen und die Arbeiten zu bezahlen. Die Auszahlungen soll der Investor vornehmen“, erläuterte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine”.
Um die Inbetriebnahme des BAK zu beschleunigen, schlägt das Kabinett dem Investor vor bei den Subunternehmern mit Geld und nicht mit Pellets zu bezahlen. „In Rumänien und der Slowakei sind die Metallurgie-Unternehmen in Größenordnungen privatisiert worden, die Regierungen dieser Länder und mehr noch die Kombinatsbauer brauchen die Pellets nicht. Und auf Geld werden sie, ausgehend von den Wünschen, die sie bei den letzten Verhandlungen äußerten, nicht verzichten“, erläuterte man bei der Regierung. Seinerzeit gaben die Länder des sozialistischen Lagers für den Bau des Kombinats 930 Mio. $ aus. Doch wenn man die Abrechnungen für diese Dienstleistungen nicht mit Pellets sondern mit Geld durchführt, dann könnte man, der Meinung des Gesprächspartners im Kabinett nach, das Kompensationsvolumen auf 600-700 Mio. $ senken“??.
Interesse an dem Unternehmen bekundete man gestern gegenüber dem “Kommersant-Ukraine” bei der „Smart-Holding“ und „ArcelorMittal Kriwoj Rog“. „Unser Unternehmen ist an dem Projekt interessiert. Wir treffen eine Entscheidung nachdem wir ein Angebot von der Regierung erhalten haben“, sagte der Hauptberater für Beziehungen zu staatlichen Organen bei „ArcelorMittal Kriwoj Rog“, Wladimir Tkatschenko. Beim Pressedienst der „Smart Holding“, die gemeinsam mit der russischen „Metalloinvest“ von Alischer Usmanow das BAK fertigstellen will, teilte man mit, dass man bereit ist die Angebote der Regierung zu prüfen. Der Vizepräsident der „Industrialnaja Gruppa“, Alexander Pilipenko (verwaltet die Aktiva der „Industrieunion Donbass“), dessen Unternehmen vorher für das BAK interessierte, erklärte, dass solange keine Abkommen mit Rumänien und der Slowakei unterzeichnet wurden, keine Rede von der Regelung der Probleme im Kombinat sein kann.
Bislang sind die Verhandlungen mit Rumänien und der Slowakei ergebnislos geblieben, betont der Vizepräsident des Ukrainischen Unternehmerverbandes für Eisenmetallurgie, Sergej Grischtschenko. „Wir müssen eine Entscheidung zum Beginn der Arbeiten am BAK in einseitiger Ordnung treffen und den Ländern, die das Werk gebaut haben, Schadensersatz bieten“, sagt er. Der Meinung des geschäftsführenden Partners der Kanzlei Astapov Lawyers, Andrej Astapow, nach könnte das Kabinett ohne Einverständnis der Subunternehmer einen Investor hinzuziehen – durch Gerichtsbeschluss oder die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes: „Die Frage ist juristisch etwas verzwickt, doch wenn man es wünscht ist das Erreichen eines solchen Gerichtsurteils vollständig realistisch“.
Oleg Gawrisch
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“