Ungeachtet der Position der Leiterin des Fonds für Staatseigentum (FSE), Walentina Semenjuk, findet die Privatisierung der attraktivsten Energieaktiva – Aktienpakete von sechs Gebietenergieerzeugern – bereits in der zweiten Maihälfte statt. Beim Fonds sagt man, dass deren Verkauf möglich wurde, nachdem das Ministerialkabinett die Vorschläge des FSE zur “Energiestrategie der Ukraine in der Periode bis 2030” berücksichtigt hatte. Experten schließen nicht aus, dass bald analoge Entscheidungen bei anderen strittigen Aktiva gefällt werden – “UkrTelekom”, “Turboatom” und dem Odessaer Hafenwerk.
Die Auktionen zum Verkauf der staatlichen Aktienpakete von sechs Gebietsenergieerzeugern finden in der Zeit vom 14. bis 29. Mai statt, heißt es in der gestern in der Zeitung “Wedomosti Privatisazii” veröffentlichten Mitteilung des Fonds für Staatseigentum. Der Handel findet an folgenden Börsen statt: Ukrainische Internationale Wertpapierbörse (Українська Міжнародна Фондова Біржа – УМФБ), “Innex”, Erste Wertpapierhandelsbörse (Перша Фондова Торговельна Система – ПФТС) und die Kiewer Internationale Wertpapierhandelsbörse (Київська міжнародна фондова біржа). Investoren werden 26,98% der Aktien von “Lwowoblenergo”, 25,02% der Aktien der “Prikarpateoblenergo” und jeweils 25% + 1 Aktie der “Poltawaoblenergo”, “Tschernigowoblenergo”, “Sumyoblenergo” und der “Odessaoblenergo” angeboten.
Der Entscheidung die Staatsaktienanteile der Gebietsenergieversorger zu privatisieren wurde vom FSE zugestimmt, ungeachtet dessen, dass die Leiterin der Behörde, Walentina Semenjuk, vorher gegen deren Verkauf eintrat. Ende März erklärte sie, dass sie nicht beabsichtigt die Anordnung des Ministerialkabinetts zum Verkauf der Aktien der strategischen Unternehmen auszuführen, darunter die Aktienpakete der sechs Gebietsenergieversorger, 67,79% der Aktien von “Ukrtelekom”, 99,52% der Aktien des Odessaer Hafenwerks (OHW) und 75,25% von “Turboatom”. Ihre Position begründete sie damit, dass, gemäß den Schlussfolgerungen des Antimonopolkomitees/Kartellamts, alle diese Unternehmen Monopole inne haben. Und am 6. März verbot Präsident Wiktor Juschtschenko auf der Sitzung des Rates für Nationale Sicherheit und Verteidigung die Privatisierung von strategischen Unternehmen, falls infolge deren Verkauf ein Monopol bei Waren und Dienstleistungen entsteht, bis zur Bestätigung des staatlichen Privatisierungsprogrammes.
Walentina Semenjuk war gestern für Kommentare nicht erreichbar – ihr Mobiltelefon war nicht zugänglich. “Walentina Petrowna (Semenjuk) ging gestern für zehn Tage in Urlaub.”, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ der stellvertretende Vorsitzende des FSE, Alexander Plotimkow, mit. Beim Pressedienst des Fonds erzählte man dem “Kommersant-Ukraine“, dass der Wechsel der Position des FSE damit begründet ist, dass die Regierung dessen Meinung berücksichtigt hat und die Vorschläge des Fonds in die “Energiestrategie der Ukraine in der Periode bis 2030” mit eingetragen hat. “Wir hoffen, dass in kürzester Frist das veraltete Privatisierungsprogramm für 2000-2002 durch ein neues ersetzt wird, in dem die Branchenprogramme der Entwicklung und andere Gesetzesakte berücksichtigt werden.”, heißt es in der Mitteilung des FSE.
Die wahrscheinlichsten Teilnehmer der Auktionen werden die momentanen Aktionäre der Unternehmen: die Unternehmensgruppe “Finansy ta Kredit” und VS Energy bei “Odessaoblenergo”, “Privat” und “Energetitscheskij Standart” bei den anderen Unternehmen, sagt der Analyst der Investmentfinanzgruppe “Sokrat” Jan Leptschinskij. Gestern bestätigten Vertreter dieser Gruppen dem “Kommersant-Ukraine“ ihre Absicht an den Auktionen teilzunehmen. Leptschinskij beziffert den Marktwert von 25,01% der Aktien “Odessaoblenergo” mit 83 Mio.$ und 25%+1 der Aktien der “Sumyoblenergo” mit 88 Mio. $. Bei der Investmentfirma “Trojka Dialog Ukraina” bewertet man die Aktien der “Lwowoblenergo” mit 69 Mio. $, “Prikarpateoblenergo” mit 45 Mio.$, “Tschernigowoblenergo” mit 82 Mio. $, “Poltawaoblenergo” mit 55 Mio. $. Auf diese Weise kann der Staat nicht weniger weniger als 420 Mio.$ aus dem Verkauf der Aktienpakete der Gebietsenergieversorger herausschlagen.
Experten gehen davon aus, dass im Anschluss an die Zustimmung zum Verkauf der Gebietsenergieversorger Walentina Semenjuk eine analoge Entscheidung bei anderen Aktiva treffen wird. “Die Märzerklärung der Leiterin des FSE über die Weigerung zum Verkauf der staatlichen Aktiva waren nichts anderes, als die Demonstration der Position der politischen Kraft (Sozialistische Partei), die Walentina Semenjuk repräsentiert.”, sagt der Stellvertreter des Vorsitzenden der speziellen Kontrollkommission der Werchowna Rada zu Fragen der Privatisierung, Alexander Bondar (Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung). “In 2005, als ‘Kriworoshstal’ verkauft wurde, fehlte Walentina Semenjuk ebenfalls, sie war im Krankenhaus. Ich denke, dass sich bei der Privatisierung des OHW und anderen Objekten die Situation wiederholt.”


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“