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Appell der Historisch-Philologischen Gesellschaft Charkiw

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An alle Akademiker der Welt, an alle gelehrten Gesellschaften, Universitätsmitarbeiter, an alle Literaten und Künstler, die Historisch-Philologische Gesellschaft Charkiw, 1886 von den führenden Professoren der Universität zu Charkiw gegründet, wendet sich mit der folgenden Nachricht an die weltweite Wissenschaftsgemeinde.

Am 1. März 2014 eskalierte ein gewalttätiger Konflikt in Charkiw zwischen den Anhängern der europäischen Integration der Ukraine und den sogenannten Befürwortern „für Stabilität und die Wiederherstellung von Ordnung“. Die Anhänger des Euromaidans, die mehr als 100 Personen und meist Studienanfänger umfassten, befanden sich mit friedlichen Absichten auf dem Gelände der Provinzverwaltung, wohin sie am 23. Februar vom stellvertretenden Gouverneur Wassyl Choma eingeladen worden waren. Sie forderten einen Termin für die Berufung eines neuen Gouverneurs anstelle des nicht mehr haltbaren Mychajlo Dobkin, einem langzeitigen Gefolgsmann des Präsidenten Janukowytsch.

Derselbe Dobkin veranstaltete zusammen mit seinem Gefolgsmann Hennadij Kernes (Bürgermeister von Charkiw, einem verurteilten Kriminellen und unterstützt von Janukowytschs Partei der Regionen) eine pro-russische Kundgebung, zu der ungefähr zweitausend Teilnehmer aus der nahe gelegenen russischen Stadt Belgorod über die Grenze gebracht wurden.

Um Konflikte zu vermeiden, hat der Koordinative Rat des Euromaidans seine eigene Kundgebung abgesagt, die vorher am gleichen Ort und am gleichen Zeitpunkt stattfinden sollte. Am Ende der pro-russischen Kundgebung hat eine große Gruppe von gut ausgebildeten Kämpfern, bewaffnet mit Schlagstöcken, Tränengas und anderen Waffen, das Gebäude der Provinzverwaltung angegriffen und seine Verteidiger brutal zusammengeschlagen. Danach wurden sie der pro-russischen (und hauptsächlich aus Russland angereisten) Menge übergeben, geschlagen und getreten. Die bürgermeisterfreundliche Polizei griff nicht ein.

Unter den verletzten Verteidigern der Provinzverwaltung befanden sich Serhij Schadan, ein international bekannter Autor, und ein Mitglied unserer Gesellschaft, Dr. Walerij Romanowskyj, Assistenzprofessor der Ukrainischen Akademie der Kultur in Charkiw.

Die offizielle russische Propaganda und die russischen Medien versuchen, die Befürworter von Demokratie und Freiheit in der Ukraine als nationalistische nazi-ähnliche Radikale und Extremisten darzustellen, die das Dasein der russischsprachigen Gemeinschaft bedrohen. Diese Goebbels-Rhetorik hat nichts mit der ukrainischen Realität zu tun. Die Nazi-Tendenzen können eher auf der anderen Seite beobachtet werden. Es genügt die Feststellung, dass Mika Ronkainen auf dem Gebäude der Provinzverwaltung von Charkiw die russische Flagge hisste, ein russischer Bürger aus Moskaus, der im Internet offen seine Bewunderung für Adolf Hitler zur Schau stellt. Es gibt genügend Beweise, die bestätigen, dass dies Teil der Aggression gegen die Ukraine war, die momentan unter dem Befehl des russischen Präsidenten Wladimir Putin stattfindet.

Wir sind der Überzeugung, dass der Vorwand der russischen Propaganda, die russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine müsse verteidigt werden, pure Erfindung ist. Die russische Sprache wurde immer ungehindert in den ukrainischen Medien, Schulen und Universitäten sowie im täglichen Leben gebraucht. Die Ukraine hat eine der besten Gesetzgebungen der Welt, wenn es um Rechte ethnischer Minderheiten geht. Dies schließt auch staatliche Schulen mit ein, die nicht nur Russisch, sondern auch Tatarisch, Ungarisch, Polnisch und Rumänisch als Lehrsprachen verwenden. In vielen Orten – Charkiw eingeschlossen – ist es die ukrainische Sprache, die in der Tat Schutz und Unterstützung braucht.

Die Versuche, ethnische oder sprachwissenschaftliche Gründe heranzuziehen, um die Lage in der Ukraine zu destabilisieren, kommen aus dem Ausland. In 22 Jahren Unabhängigkeit hat die Ukraine gelernt, wie sie mit ihren ethnischen und linguistischen Problemen in einer verantwortungsvollen Weise umgehen kann. Im Gegensatz zu anderen postsowjetischen Staaten hat es nie Konflikte aufgrund ethnischer Probleme gegeben. Wenn nötig, lösen wir unsere Probleme in offener Diskussion, die in einen machbaren Kompromiss münden. Dazu bedarf es keiner externen Intervention.

Wir appellieren an die weltweite Wissenschaftsgemeinde uns zu helfen, wahrheitsgemäß über die aktuelle Lage in der Ukraine zu berichten. Wer immer die Möglichkeit hat, über diverse Medien die Öffentlichkeit anzusprechen, bitte – tun Sie es bald! Der Desinformationskampagne des Kremls muss etwas entgegengehalten werden. Wir möchten, dass die Welt die Wahrheit kennt. Dazu gehört auch der wilde Amoklauf in Charkiw vom letzten Samstag, der von Russland ausging.

Im Namen der Gesellschaft
Präsident
Professor Ihor Mychajlyn, Dr., DLitt.
Permanent Secretary
Professor Serhij Wakulenko, Dr.

Historisch-Philologische Gesellschaft Charkiw

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