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Gebäude des Verfassungsgerichts blockiert

Am gestrigen Tage fand vor dem Sitz des Verfassungsgericht ein Massenhandgemenge statt. Mehrere Tausend Unterstützer der Koalition und Aktivisten der Oppositionsparteien versuchten die Mitglieder des Verfassungsgerichtes am Zutritt zum Gerichtsgebäude zu hindern. Hinzugekommenen Abgeordneten der Koalition blieb nicht anderes übrig als mit Gewalt die Opponenten vom Eingang zum Gerichtsgebäude abzudrängen. Nachdem die Richter trotz allem an ihre Arbeitsplätze gelangten, hielten die Unterstützer beider Seiten ein mehrstündiges Meeting ab.

Wie der “Kommersant-Ukraine” heute schreibt, war der Zugang zum Gerichtsgebäude bereits gegen 7 Uhr morgens blockiert. Auf den ersten Blick nahmen die Vertreter der Koalition von der Partei der Regionen und den Sozialisten eine günstigere Position – unmittelbar an der Umzäunung – als die Oppositionsvertreter ein. Die beiden politischen Lager wurden durch Metallabsperrungen und Polizeiketten (unter anderem auch “Berkut”-Einheiten) voneinander getrennt. Dennoch wurde der Zugang zum Haupteingang von Abgeordneten der Parteien Block Julia Timoschenko (BJuT) und “Unsere Ukraine” versperrt. Ihre Hauptaufgabe war die Teilnehmer an der Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Präsidentenerlasses nicht in das Gerichtsgebäude zu lassen.

Gegen 9 Uhr morgens erhöhte sich der Konfliktgrad unter den Anwesenden erheblich. Von Seiten der Umzäunung wurden beleidigende Phrasen sowohl in Richtung der Richter als auch der Anwesenden auf dem Hof des Gerichtsgebäude geschleudert. Zeitungskorrespondenten, welche Fragen an die Demonstranten stellten, wurden mit Wasserflaschen aus Plastik beworfen.

Zur gleichen Zeit durchbrachen etwa zehn Abgeordnete der Partei der Regionen den Belagerungsring von BJuT und “Unsere Ukraine” Abgeordneten, um einige Verfassungsrichter in das Gerichtsgebäude zu bringen. Dabei kam es am Eingangstor zu Handgreiflichkeiten.

Der “Kommersant-Ukraine” schreibt weiter, dass der Sponsor der Organisation “Nationale Selbstverteidigung” David Shwanija die Auseinandersetzungen vom Hofe aus verfolgte. Dabei rechtfertigte er die Blockade des Gerichtes damit, dass dieses kein Recht habe Erlasse des Präsidenten zu beurteilen. Außerdem bezeichnete er das Verfasssungsgericht als korrumpiert.

Das Handgemenge am Eingangstor ging über 20 min. Zu Beginn der Anhörung waren demzufolge nur sechs der 18 Richter anwesend. Der Rest war auf die Hilfe der Abgeordneten der Partei der Regionen angewiesen. Als dann die Sitzung des Gerichtes begann verblieben auf der Straße die Einheiten der “Berkut”, Journalisten und Demonstranten. Die Presse wurde nicht in den Hof vorgelassen, da die Milizionäre keine Anweisung dazu erhalten hatten. Die anwesenden Journalisten versuchten dennoch bis Mittag in den Hof zu gelangen und diejenigen welche es bis dahin nicht schafften, gingen dann auseinander. Ein paar Minuten später wurde es friedlich vor dem Gerichtsgebäude, es erklang Musik, Aktivisten der Partei der Regionen riefen den Namen des Premierministers durch ein Megafon und die Teilnehmer des morgendlichen Handgemenges machten sich miteinander bekannt, indem sie ihre erhaltenen Verletzungen zeigten.

Die Versammlung löste sich erst gegen Abend auf, doch schlugen Aktivsten von BJuT ihre Zelte unweit des Gerichtsgebäudes auf, da die Proteste fortgesetzt werden sollen.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 466

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Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

KOLLEGGA mit 150 Kommentaren

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