Das Präsidialamt hat einen neuen Anlass für Widerstand gegenüber dem Kabinett der Minister gefunden. Gestern wurde verkündet, dass die Regierung die Unterschrift des Abkommens zur Verwaltung der Pipeline Odessa-Brody mit dem Unternehmen der “Privat” Holding Igor Kolomojskijs behindert. Im Gegenzug beschuldigte das Kabinett die Opponenten der Korruption. Den Angaben der Informanten des “Kommersant-Ukraine“ in der “Privat” Holding nach, gewährt der Vertrag der Holding die vollständige Kontrolle über die Pipeline – mit der Möglichkeit der Verlängerung und Nutzung sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung. Tatsächlich, ohne Erhalt der Garantie der Befüllung mit Öl, betonen Experten.
Gestern teilte man beim Pressedienst des Präsidenten mit, dass Premierministerin Julia Timoschenko dem Staatsunternehmen “UkrTransNafta” verboten hat, ein Abkommen mit der Milbert Ventures Inc. (Virgin Islands) zur die Lieferung von Erdöl über die Pipeline Odessa-Brody zu unterzeichnen. Beim Präsidialamt sagt man, dass man plante die Kontrakte im Laufe der Konferenz bei Wiktor Juschtschenko am Mittwoch zu unterzeichnen, doch aufgrund des Verbotes des Kabinetts gelang dies nicht.
Die Erdölpipeline Odessa-Brody wurde 2001 gebaut für die Durchleitung von Kaspischem Erdöl in die Länder Osteuropas, doch wurde sie nicht genutzt aufgrund wirtschaftlicher Undurchführbarkeit der Lieferungen. Seit 2004 wurde die Pipeline in umgekehrter Richtung zum Transport russischen Erdöls zum Hafen “Jushnij” genutzt. Den Angaben des Energieministeriums nach, wurden in dieser Zeit 9 Mio. t des Rohstoffs durchgepumpt. Die Ukraine erhielt für den Transit und in Form von Hafengebühren mehr als 250 Mio. $. Der vom Präsidenten zu internationalen Fragen der Energiesicherheit bevollmächtigte Bogdan Sojolowskij erzählte gestern, dass Milbert (gehört zur “Privat” Holding) in den Verträgen als Auftraggeber für die Dienstleistungen des Transports und der Öllieferung und “UkrTransNafta” ist der Ausführende. Die Verträge sehen die Lieferung von etwa 5 Mio. t kaspischen Öls für die Verarbeitung in westukrainischen Raffinerien (werden von der “Privat” Holding kontrolliert) und den Transit von etwa 3 Mio. t über das Territorium des Landes im Laufe von zwei Jahen in Richtung Brody vor. Sokolowskij unterstrich, dass das Abkommen Milber keine Monopolrechte für den Erdöltransport gewährt.
Gleichzeitig beschrieb das Mitglied des Parlamentsausschusses für Energiefragen, Sergej Paschinskij (BJuT, Block Julia Timoschenko), welchen das Ministerialkabinett anwies das Dokument zu analysieren, den Inhalt des Dokumentes anders: “Das Abkommen gibt ‘Privat’ unbegrenzte Möglichkeiten die Erdölpipeline in beide Richtungen zu nutzen. Und nach Ablauf der zwei Jahre verlängert sich der Vertrag automatisch um weitere zwei Jahre. Die Gesamtfrist des Abkommens beträgt 14 Jahre.”
Der Leiter des Präsidialamtes, Wiktor Baloga, reagierte gestern heftig auf das Verbot Julia Timoschenkos, den Vertrag zu unterzeichnen. Seinen Worten nach, widersprechen die Handlungen des Premiers den Interessen der Energiesicherheit des Staates. Und Sokolowskij erklärte, dass diese “Anzeichen eines Staatsverbrechens haben”. Timoschenko beschuldigte im Gegenzug ein weiteres Mal den Chef des Präsidialamtes der Korruption. Ihren Worten nach, versuchte das Präsidialamt die kommerziellen Interessen der “Privat” Holding zu vertreten. “Das ist nicht der erste Vorfall. Bereits vorher hat Wiktor Baloga aktiv die Interessen der Dnepropetrowsker Holding bei ‘UkrTatNafta’ vertreten.”, fügte Sergej Paschinskij hinzu.
Für das Unternehmen, welches die Erdölpipeline Odessa-Brody ausbeutet, ist die Neuigkeit über die Absicht “Privats” zum Betreiber des Transportsystems zu werden eine Überraschung. “Uns hat niemand davon mitgeteilt, dass Änderungen eintreten können und die Pipeline in umgekehrter Richtung betrieben wird.”, erklärte man gestern beim Pressedienst von Lukoil. Bei TNK-WR, dem Betreiberunternehmen für die Durchleitungen, verzichtete man auf Kommentare. Doch vorher hatte der ausführende Vize-Präsident zur Verarbeitung und zum Absatz des “TNK-WR Managements” Anthony Considine erklärte, dass das Unternehmen keine Nachricht von “UkrTransNafta” über die Vorbereitung zum Betrieb der Erdölpipeline Odessa-Brody in der Planrichtung erhalten halt.
Ein Informant des “Kommersant-Ukraine“ bei der “Privat” Holding bestätigte, dass das Projekt des Abkommens die Möglichkeit der Verlängerung, sowie die Durchführung von Transports von Erdöl in beide Richtungen. “Privat” bemüht sich die Kontrolle über das Erdöl, welches russische Unternehmen transportieren, zu erlangen, denkt der stellvertretenden Direktor des “Psicheja” Forschungsinstitutes, Gennadij Rjabzew. “Wenn das Abkommen unterzeichnet wird, dassn wird ‘Privat’ zum Betreiber der Lieferungen, kann die Transporttarife diktieren und an der Verteilung der Gewinne teilnehmen.”, sagt er. Derweil, den Worten des Präsidenten von Poti Oil Security & Shipping Alik Vardanyan nach, wird es kaum gelingen die Pipeline in der ursprünglich vorgesehenen Richtung zu befüllen. “Es gibt momentan keine freien Mengen an kaspischem Erdöl – faktisch alles geht per Tanker nach Italien, Spanien und Griechenland. Und russisches Öl in Richtung Jushnij-Brody durchzupumpen ist unvorteilhaft; es ist billiger dieses per ‘Drushba’ zu liefern.”, sagt er.
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“