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Ukrainische Barrikaden oder Warum Krieg leichter ist als Frieden

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Vor zwei Jahren war es in gewisser Weise sogar leichter.

Als versucht wurde, dass Schicksal des Landes durch Kanonendonner im Osten zu entscheiden, zog sich nur eine einzige Kluft durchs Land. Und die lief auf die Frage hinaus, ob du eine unabhängige Ukraine willst oder nicht?

Die Debatte über die Wertvorstellungen im Jahr 2014 erinnerte an die Initiationsszene der Kosaken in Taras Bulba: „Also, du glaubst an Christus? Und auch an die heilige Dreifaltigkeit? Dann bekreuzige dich! Nun gut, dann geh nun zu der Kosakeneinheit, die du schon kennst.“

Nur fragten sie in der Ukraine anstatt der Glaubensfrage, wem du den Sieg in dem eben begonnenen Krieg wünschst? Und vor zwei Jahren konnte man die Antworten auf die Frage durch ein grobes Netz mit nur zwei Maschen darstellen. Ukraine oder Kleinrussland? Souveränität oder Vasallentum?

In zwei Jahren hat sich alles verändert. Die Optik des Krieges hat der komplizierten und beschwerlichen Optik des Friedens Platz gemacht. Zwar bleibt die wichtigste Testfrage dieselbe. Bloß löst man durch ihre Beantwortung noch längst nicht alle Probleme. Denn das Netz ist feiner geworden und hat jetzt mehr Maschen.

Bist du für die europäische Perspektive oder gegen sie? Sozialstaat oder Liberalismus? Minsker Abkommen oder seine Aufkündigung? Niedrige Steuern oder Wohlfahrtsstaat? Waffenfreiheit oder Staatsmonopol? Gleichgeschlechtliche Ehe oder Homophobie? Privates Eigentum an Boden oder das auf gar keinen Fall? Diese Liste könnte man bis ins Unendliche fortsetzen.

Im Krieg haben all diese Fragen keine Bedeutung: im Schützengraben kämpft man für den Traum von der eigenen Zukunft. Wobei dieser Traum sehr abstrakt und konturlos ist. Doch jeder Waffenstillstand gibt Zeit, Konturen erkennbar werden zu lassen und Wünsche zu äußern. Und die, die eben noch im Schützengraben geträumt haben – wie ihnen schien, ein und denselben Traum – entdecken auf einmal, dass sie im Traum ihres Mitkämpfers nicht einmal vorkommen.

Diese Leute können alle den Sieg Kiews wollen.

Doch einer dieser Leute träumt vielleicht von der Enteignung der Oligarchen, der Nächste vom Klerikalismus, und ein Dritter vom „polnischen Weg“. Der Vierte ist Liberaler und der Fünfte kompletter Anarchist, der nichts und niemanden anerkennt. Der Sechste ist für die Legalisierung der eingetragenen Lebenspartnerschaft, der Siebte für den Wiederaufbau des Kernkraftpotenzials. Der Achte wünscht sich einen „dritten Maidan“, der Neunte eine Rückkehr des Kubans (Territorium in Südrussland, A.d.R.) zur Ukraine. Und der Zehnte ist für einen Sozialstaat nach dem Vorbild Nordeuropas.

Gewohnheitsmäßig prangern wir die Andersdenkenden als „Konservierer“ an und setzen sie auf die Liste der „Agenten des Kreml“. Von Zeit zu Zeit stimmt das auch tatsächlich mit der Realität überein, aber eben nicht immer. Und zwar aus einem einfachen Grund.

Die ukrainischen Widersprüche sind nicht linear. Sie erinnern an ein Netz mit Maschen verschiedener Größen. Wenn man diese aufeinanderlegt, versteht man, dass es im Land nicht nur zwei Schützengräben gibt, sondern wesentlich mehr. Und, dass es jetzt und in Zukunft zu den wunderlichsten Allianzen zwischen Für- und Gegensprechern aus den unterschiedlichsten Lagern kommen kann.

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Im Prinzip ist das nicht überraschend: Das Land versucht grad im Schnelltempo, eine Abmachung über sich selbst und seine Eigenheiten zu treffen.

Dieser Prozess ist nie einfach. Umso weniger, wenn man bedenkt, dass die Ukraine diesen Kurs, den andere Staaten zu durchlaufen viele Jahre gebraucht haben, quasi im Fernstudium absolviert. 23 Jahre vorheriger Diskussion über die Zukunft sind im Archiv verschwunden: sie ist, aufgrund des Krieges und der daraus folgenden kriegerischen Tektonik, veraltet. Und eine neue Diskussion ist grade erst im Beginn begriffen.

Wir werden eine dramatische Zeit erleben: der alte Gesellschaftsvertrag verschwindet im Nichts, und ein Neuer ist noch nicht verhandelt.

Bisher sehen wir nur eine sehr allgemeine Kontur: der postsowjetischen Logik entkommen, sich des alten Zentrums erwehren, auf die eigenen Beine kommen und das Land lebenswert machen. Geeint hat sich das Land zu Beginn in dem, was es nicht will. Jetzt gilt es den Kurs für die erhoffte Zukunft abzustecken. Und das ist vielleicht das allerschwierigste.

Schwierig vielleicht, aber nur folgerichtig. Denn kein Land, in dem das Leben lebenswert ist, marschiert im Gleichschritt.

Diskussion ist immer besser als völlige Einmütigkeit. Während in Polen die Gegner Kaczynskis mit Absichtsvermutungen die Gegner Tusks beobachten, antworten jene, indem sie es Ihnen gleichtun. Aber dabei unterzieht sich die wichtigste Frage im Verlauf der Unabhängigwerdung eines Staates weder Reflexion noch Korrektur.

Das Etikett „Agenten des Kremls“, mit dem sich verschiedene Lager gegenseitig brandmarken, kommt noch aus dieser Zeit. Aus der nicht allzu fernen Zeit, als es wirklich nur zwei Lager gab und das Farbspektrum noch schwarz-weiß war.

Heute jedoch trifft sie schon nicht mehr immer zu. Sicher ist der Kreml nicht einfach verschwunden – ebenso wie seine Pläne zum Zusammenbruch der Ukraine – aber der Terminus von der „normierten Zukunft“, der Prokreml-Sprecher durch ihre Ablehnung entlarven soll, funktioniert heute nicht mehr. Und auf diese Art kann der Kreml nicht so sehr auf bewusst Verbündete vertrauen, sondern vielmehr auf „nützliche Dummköpfe“.

Zu dieser Kategorie zählen: Die, die bereit sind, im Kampf um die persönliche Freiheit die kollektive zu opfern. Die, die daran gewöhnt sind, die Komplexität der Realität nicht zu sehen und sich lieber als politisch Farbenblinde ausgeben. Die, die bei komplizierten Fragen auf das Diktat einfacher Antworten vertrauen. Die, die mit verbundenen Augen einen Elefanten am Rüssel betasten und auf Grundlage ihrer eigenen Beobachtungen zu dem Schluss kommen, dass der Elefant eine Schlange ist.

Das ist die Schlacht zwischen gesundem Menschenverstand und Kurzsichtigkeit. Zwischen Wissen und Bolschewismus. Zwischen Arithmetik und Aberglaube.

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Und in diesem Wettstreit kann sich derjenige auf der anderen Seite der Barrikade plötzlich als der erweisen, den man noch vor kurzem zu seinen Verbündeten gezählt hat. Und wenn Sie denken, das Schlimmste hätten wir hinter uns, dann irren Sie!

3. Juni 2016 // Pawel Kasarin

Quelle: Ukrainskaja Prawda

Übersetzerin:   Franziska Jokisch — Wörter: 940

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„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“

„Kein Zoll. Du musst an sich nur sagen dass das privat ist und du nicht damit handeln willst. So lange das nicht Originalverpackt ist und ersichlich das nicht neu sollte es keine Probleme geben“

„Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Anfrage. Ich möchte 4 Umzugskartons mit gebrauchter Straßen Kleidung bei der Einreise in die Ukraine mitnehmen. Es ist gebrauchte Kleidung...“