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Urteil für Janukowitsch

Ich erinnere mich an das Schaufenster des jugoslawischen Generalkonsulats in den fernen 80er Jahren, wo das Porträt von Josip Broz Tito – dem Präsidenten der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien – mit den klangvollen Worten “Weltmeister in der Disziplin Frieden” ausgehängt wurde.

Jugoslawische Diplomaten konnten mit Recht stolz sein auf ihren Führer sein – trotz der Tatsache, dass er das Oberhaupt des Bundes der Kommunisten und lebenslanges Staatsoberhaupts war. Tito war in der Lage, gute Beziehungen zu den westlichen Ländern zu bilden, gegenseitiges Verständnis mit der Sowjetunion und mit den anderen sozialistischen Ländern herzustellen und zu einem der Lehrer der “Dritten Welt“ zu werden, indem er zusammen mit dem indischen Premier Jawaharlal Nehru und Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser die Bewegung der blockfreien Staaten gegründet hat. Für die Zeiten des Kalten Krieges war es höhere Kunst.

Dem ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch ist es gelungen, etwas ähnliches zu machen – allerdings mit genau entgegengesetztem Ergebnis. Nach der Urteilsverkündung für Julia Timoschenko wurde Kiew lediglich von einem Faulenzer nicht kritisiert. Eine harte Reaktion der Vereinigten Staaten, Empörung der Europäischen Union, die Entgegnung Putins… Um eine solche Reaktion der Welt zu erhalten, musste man sich sehr anstrengen. Dabei kann man nicht behaupten, dass die ukrainische Regierung begriff, welche Konsequenzen die Urteilsverkündung mit sich bringen wird. Seit einigen Wochen haben wir immer wieder gehört, dass den Europäern nichts übrig bleiben wird, dass es die Ukraine ist, die von der Europäischen Union gebraucht wird und nicht umgekehrt und wenn die Europäische Union einen Fehler macht, wird das die Ukraine in die Hände Russlands treiben. All diese Dummheiten wiederholten nicht nur die Vertreter der Regierung, man konnte es aber auch von der Opposition hören, was nur ein weiteres Mal den überraschenden Provinzialismus der ukrainischen Politiker unterstreicht und ihren totalen Unglauben daran, dass jemand Prinzipien und nicht nur pure Berechnung und den Wunsch, an die Macht zu gelangen, haben kann.

Die Situation in Richtung Russland war ebenso falsch beurteilt worden. Die ukrainische Regierung war aus irgendeinem Grund davon überzeugt, dass man in Moskau erstens, von den Auswirkungen des Gerichtsprozesses gegen Timoschenko und zweitens, vom schnellen Tempo der europäischen Integration eingeschüchtert werden wird und drittens, auf jeden Fall zu einem Kompromiss im Energiesektor bereit wäre. Es liegt daran, dass man in der Ukraine glaubt, die Europäer seien pragmatisch und die Russen große Romantiker, die man leicht überreden kann, allein indem man ihnen nach der Art von Lukaschenko Liebe verspricht. In Wirklichkeit sieht alles umgekehrt aus. Die Europäer sind wie die Amerikaner gezwungen, ihre Prinzipien einzuhalten, denn sie haben mit ihrer eigenen Gesellschaft, mit dem Wahlprozess, der Pressefreiheit zu tun. Westliche Politiker sind wider Willen Romantiker. Die Russen hingegen können sich Pragmatismus leisten – niemand hindert sie daran, Janukowitsch nicht zu lieben und nicht mit ihm zu verhandeln. Bei Medwedjew oder Putin wird niemand fragen, warum sie gestern Janukowitsch geliebt und ihm geholfen haben, Präsident zu werden, und heute lieben sie ihn nicht mehr. Es gibt niemanden, der danach fragen könnte.

Nach dem Urteil für Timoschenko – beinahe hätte ich Urteil für Janukowitsch geschrieben, aber habe rechtzeitig gestoppt – sind die Medien voll mit einer Vielzahl von Parallelen. Jemand meint, dass die Ukraine Russland ähnlich geworden ist, wo Chodorkowskij verurteilt wurde oder dem Weißrussland Lukaschenkos ähnelt. Die Analogien hinken. Putins Russland blieb ein wichtiger Akteur in der Welt und hatte eigene Ressourcen für das Überleben. Russland wurde kritisiert, gegen seine Beamte konnten Sanktionen verhängt werden, aber jeder musste mit Russland rechnen. Man konnte nicht so tun, als ob es Russland nicht gibt. Dafür konnte man so tun, als ob Weißrussland nicht existiert. Allerdings hatte Lukaschenko immer – auch unter den schwierigsten Umständen – die Unterstützung Russlands. Ja, sie lieben ihn noch viel weniger als Janukowitsch, aber Lukaschenko ist ihr Hundesohn.

Die Ukraine, die sich gleichzeitig mit Moskau, Brüssel und Washington verstritten hat, Warschau wütend machte und Berlin empörte, ist ein einzigartiger Staat auf der politischen Landkarte Europas. Es gibt keinen zweiten derartigen. Ein Land eines Präsidenten, der überhaupt keine Ahnung von den laufenden Vorgängen hat, ein Land der unprofessionellen Politiker, von Diplomaten, die ihre eigene Sichtweise nicht vertreten können, einer Gesellschaft, die nur auf äußeren Druck hofft – nun, was ist das für ein Land? Es ist weder Russland, noch Weißrussland, es ist das komplette Fehlen nicht nur staatlichen Denken, sondern auch von unternehmerischem Denken.

Eben daher war es kein Versehen, als ich die Worte „Urteil für Janukowitsch“ aufschrieb. Natürlich wird er jetzt schmeicheln, handeln, doch erneut alles falsch bewerten, irgendwo irren, jemanden nicht bemerken und jemanden vernichten. Er kann es einfach nicht richtig tun. Es ist nicht seine Arbeit. Ihn könnte vielleicht Intuition beim Personal retten, die Wahl „richtiger Leute“, die wenigstens Fehler verhüten würden, doch eine solche Intuition hat er ebenfalls nicht. Was auch tun, denn das ist auch ukrainisches Know-how, die Unfähigkeit der Regierung zu begreifen, nachdem diese Regierung sich ganz oben eingegraben hat.

12.10.2011 // Witalij Portnikow, Chefredaktuer und Moderator beim TV-Sender TVi

Quelle: Lewij Bereg

Übersetzerin:   Ilona Stoyenko — Wörter: 821

Ilona Stoyenko stammt aus Krementschuk (Ukraine) und hat an der Ludwig-Maximilians Universität München das Fach Wirtschaftswissenschaften mit einem Bachelor abgeschlossen. Dem folgte ein Master-Abschluss an der Fernuniversität Hagen. Sie arbeitet freiberuflich als Übersetzerin und von Zeit zu Zeit trägt sie zu den Ukraine-Nachrichten bei.

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„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“

„Kein Zoll. Du musst an sich nur sagen dass das privat ist und du nicht damit handeln willst. So lange das nicht Originalverpackt ist und ersichlich das nicht neu sollte es keine Probleme geben“

„Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Anfrage. Ich möchte 4 Umzugskartons mit gebrauchter Straßen Kleidung bei der Einreise in die Ukraine mitnehmen. Es ist gebrauchte Kleidung...“

„Wir sind mit unserem Wohnmobil, wie geplant am Montag 15.6. in Krakovets rüber. Sehr zeitig los gegen 5 Uhr in der Früh. Mit sehr sehr wenig Verkehr, super bis zur Grenze. Nur 8 PKW vor der Schranke....“

„Gestern 6 Stunden warten vor der Grenze Richtung Polen in Krakowez mit dem Kleinbus. Abfertigung ging dann schnell da auch Passagiere mit EU-Pass dabei waren“