FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Partei der Regionen strebt verfassungsändernde Mehrheit in der Rada für den Herbst an

0 Kommentare

Die Koalition bewegt sich langsam aber sicher auf die Ziffer „300“ zu. Im jetzigen Moment gehören ihr 256 Personen an (und weitere vier unterstützen sie inoffiziell), doch die letzte Vervollständigung – sechs Mitglieder von „Narodna Samoobrona/Nationale Selbstverteidigung“ – wurde zur letzten größeren nach der Gründung: vorher sind nicht mehr als fünf Personen gleichzeitig übergetreten. Und wenn vorher vermutet wurde, dass das Band mit der Ziffer „300“ im Frühling 2011 durchschnitten wird, kann man jetzt, mit den „Segodnja“ vorliegenden Informationen, mit einer großen Wahrscheinlichkeit vom Herbst dieses Jahres reden. Insbesondere, wenn die „Regionalen“ einen überzeugenden Sieg bei den Kommunalwahlen am 31. Oktober 2010 einfahren. 300 Stimmen in der Rada geben den Regionalen die Möglichkeit Änderungen in der Verfassung im Verlaufe zweier Sitzungsperioden durchzuführen: im Herbst und endgültig im Frühling des nächsten Jahres. Dass man das Grundgesetz des Landes so oder so zu verändern gedenkt, bestätigte für „Segodnja“ der Parlamentsabgeordnete der Regionalen, Michail Tschetschetow – seiner Meinung nach, wird die Verfassung damit korrigiert, dass die Macht des Präsidenten gestärkt wird.

Diesem Szenario könnte nur irgendeine extreme Variante ähnlich eines neuen Kassettenskandals (Herbst 2000) oder eine Spaltung der Machthaber (wie es im Herbst 2005 zwischen Juschtschenko und Timoschenko stattfand) oder falls die Ukraine eine zweite Welle der Weltwirtschaftskrise einholt (nicht weniger stark, als im Herbst 2008) in die Quere kommen.

UUNS („Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung“): Soweit alle sechs der letzten Überläufer (unter Führung von David Shwanija) von UUNS kamen, liegt ein erhöhtes Interesse eben bei ihnen. Zumal in den Massenmedien bereits Informationen über einen möglichen Übertritt zweier weiterer Abgeordneter aus dieser Fraktion in die Koalition auftauchten – Jekaterina Lukjanowa („Selbstverteidigung“) und Oxana Bilosir („Jedinyj Zentr“). Informationen eines Informanten bei UUNS nach, sind eben diese beiden Gruppen die „Risikozone“, welche eine Reserve für die Koalition bilden und die allgemeine Anzahl der „Koalitionsreserve“ beträgt 10-12 Personen.

Derzeit gehören zur Koalition 14 Abgeordnete von UUNS, von denen zehn ins Parlament über Listen der „Samoobrona“ (und Lukjanowa hat ihre Absicht bereits bekräftigt) einzogen. Von der Sache her kann man bereits über eine Selbstliqidierung dieses einstmals ambitionierten Projekts von Jurij Luzenko reden. Der letztere beschuldigte den ehemaligen Sponsor der „Selbstverteidigung“, David Shwanija, dessen, dass dieser Abgeordnete für die Koalition kauft. Doch weitere acht „Selbstverteidiger“ sind noch in der Opposition – weitere zwei bis vier Abgeordnete könnten übrigens, den Worten des Informanten in der Fraktion nach, in die Parlamentsmehrheit wechseln. Der „Selbstverteidigungs“-Abgeordnete Jurij Stez sagte in einem Kommentar für „Segodnja“, dass er der Koalition nicht beitreten wird, jedoch auf die Frage, ob er sich bei den übrigen Kollegen sicher ist, antwortete der Abgeordnete: „Gewissheit gibt es nicht, denn früher konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass Nowikow und Lukjanowa in die Koalition geraten“.

Als größte Personalreserve (sechs Personen) bei UUNS bezeichnet der Informant bei der Fraktion die Gruppe „Jedinyj Zentr“ von Wiktor Baloga, die periodisch in den letzten zwei Jahren für eine Vereinigung mit der Partei der Regionen eintrat. Offizielle Kommentare von irgendjemandem aus der Gruppe konnte man gestern nicht einholen, jedoch sagte ein der Gruppe nahe stehender Informant uns, dass ein mögliches Auftauchen von Bilosir in der Koalition ihre persönliche Entscheidung ist, da sie enge Beziehungen zu Anna German hat. Was die gesamte Gruppe angeht, so schwankt sie zwischen einem Koalitionsbeitritt und dem Projekt Jazenjuks.

Als ebenfalls schwankend zwischen der Koalition und einer Unterstützung Jazenjuks nennt er den Fraktionsvorsitzenden Nikolaj Martynenko und zur möglichen Reserve der Koalition fügt er noch Nikolaj Kruz („Sa Ukrajinu!/Für die Ukraine!“) und Alexander Klimenko (Ukrainische Volkspartei) hinzu. Zur gleichen Zeit erklärt Klimenko seine Position so: „Ich habe eine Reihe Gesetzesentwürfe der Koalition unterstützt, wenn ich sie für richtig hielt. Doch ich bin Mitglied der Ukrainischen Volkspartei und unsere Fraktion hat keinen Beschluss zum Eintritt in die Koalition gefasst“.

Der Block Julia Timoschenko (BJuT) wartet auf die Wahlen

Bei BJuT ist die Situation weniger festgelegt. „Von den 130 Personen, die real zur Fraktion gehören, haben 60 ernsthafte Gründe für Unzufriedenheit“, erläuterte uns ein Informant bei der Fraktion von BJuT. „Sie kann man in zwei Hauptteile unterteilen: der eine besteht aus lokalen Funktionären, die von der Führung der Organisationen weggeschoben werden, der andere besteht aus Leuten, die praktisch dessen sicher sind, dass sie nicht in den sicheren Teil der Liste des Blockes (80-100 Personen) kommen. Es geht das Gerücht, dass Julia (Timoschenko) ihren Abgang bremsen möchte – für den 5. Juli ist eine Fraktionssitzung mit ihrer Beteiligung angesetzt worden. Doch trotzdem ist ein Auseinanderfallen real: im August werden die Listen für die Kommunalwahlen bestätigt und diejenigen, deren Leute beiseite geschoben werden, werden wahrscheinlich gehen. Und das könnten 30-40 Personen sein“. „Das Gerede von 60 unzufriedenen Abgeordneten bei BJuT ist ein Teil des Schlages, den die Partei der Regionen unserer politischen Kraft zufügen möchte“, sagt der Abgeordnete von BJuT, Andrej Schkil, seinerseits. „Ja, es gibt in der Fraktion viele mit der jetzigen Situation Unzufriedene, doch es gibt keine Panik und ich bin mir sicher, dass keine 30 Leute von uns in die Koalition überwechseln. Diese Ziffer wird um einiges niedriger liegen“.

Dmitrij Korotkow

Quelle: Segodnja

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 831

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 6.0/7 (bei 2 abgegebenen Bewertungen)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)16 °C  Ushhorod19 °C  
Lwiw (Lemberg)16 °C  Iwano-Frankiwsk15 °C  
Rachiw12 °C  Jassinja12 °C  
Ternopil13 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)14 °C  
Luzk15 °C  Riwne14 °C  
Chmelnyzkyj13 °C  Winnyzja15 °C  
Schytomyr13 °C  Tschernihiw (Tschernigow)13 °C  
Tscherkassy17 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)15 °C  
Poltawa16 °C  Sumy12 °C  
Odessa19 °C  Mykolajiw (Nikolajew)18 °C  
Cherson19 °C  Charkiw (Charkow)15 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)18 °C  Saporischschja (Saporoschje)21 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)19 °C  Donezk20 °C  
Luhansk (Lugansk)21 °C  Simferopol15 °C  
Sewastopol19 °C  Jalta19 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“